Dr. Helmut Meisner blieb in Eschbach bis nach dem
Weißen Sonntag 1967. Er hatte schon zuvor nach dem Tode von A.
Krautheimer die Redaktion des 5. Konradsblattes übernommen und
war damit stark belastet. Zudem hatte er nie vorgehabt, länger
in Eschbach:zu bleiben. Für den „Winter 1966/67 war im Keller
ein zweiter Tank eingebaut worden, die Innenrestaurierung der
Kirch war fest zugesagt. Schon Anfang 1967 bemühte sich Dekan
Müller um einen Nachfolger.
Zunächst aber stand das Pfarrhaus wieder leer. P.
Nienhaus von Stegen, ein sehr fähiger Mann und Organisator,.
betreute die Pfarrei neben seinen sonstigen großen
Verpflichtungen. Den Rel. Unt. hielten z.T. die Herren des
Priesterseminars. Im August 1967 wurde P. Nienhaus nach Rom
abberufen. Für ihn kam P. Bruder als Verwalter und Rel.Lehrer,
die Gottesdienste hielt der Neupriester P. Schönhoff. Die
Kirchenrest. ging nun ohne Pfarrer rasch voran. Herr
Bietsch widmete sich der Sache mit Eifer, Manfred Schmitt
reinigte und überarbeitete die Gemälde, Herr Geschöll
die Altäre und and. Kunstwerke. Bürgermeister Spitz und
Oberlehrer Graf bemühten sich nun auch um
Wiederbesetzung der Pfarrei und des Pfarrhauses. Mehrere ält.
Herrn sahen es an. Alle lehnten ab. Von Dek. Müller wurde Pfr.
Hog in Wahlwies ermuntert, sich Eschbach anzusehen. Das geschah.
Schw. Salesia schilderte das Haus in düstersten
Farben, Heizung tauge nicht, alles sei kaputt, zudem
sei man ja mit Stegen gut versorgt. Auf einen
vorwurfsvollen Brief des Bürgermeisters an das staatl.
Hochbauamt wegen des Pfarrhauses kam die Antwort, man werde
etwas tun, wenn wieder ein Pfarrer komme. Dekan Müller bemühte
sich weiter beim Ordinariat, wo man zum Entschluß kam:
Es muß trotz des großen Priestermangels wieder jemand nach
Eschbach, man kann das Haus nicht verfallen lassen, es muß sich
auch jemand um die Kirche kümmern. So kam die Aufforderung an
Pfr. Hog sich zu entscheiden. Eine nochmalige Besichtigung zus.
mit der Pfarrhaushälterin folgte. Daraufhin erfolgte die Zusage.
.
Seitens des Hochbauamtes kam die Zusage, daß am
Pfarrhaus weitergemacht werde, man möge die wichtigsten
Forderungen formulieren.
Das Ersuchen, eine andere Heizung einzubauen,
wurde abgelehnt, da man ja erst für viel Geld die
Ölofenheizung eingerichtet habe. Dr. Meisner sei damit zufrieden
gewesen. Nach meiner Zusage erbat ich von Lehrer Graf die Hilfe,
daß ein Bett von Wahlwies nach Eschbach gebracht werde, damit
ich einmal im Pfarrhaus übernachten kann. In Dez. war ich dann
mal da und fand das Haus nicht so schlimm.
Meine
Forderungen an das Bauamt wurden schriftlich eingereicht. Im Jan.
1968 (Dreikönig), kam ich wieder, predigte am Sonntag und wohnte
drei Tage hier bei Löwenwirt Rombach, verköstigt wurde ich im
Schwesternhaus. Dort wiederum sehr düstere Äußerungen,
hinter denen sich der Wunsch verbarg, ich möge nicht kommen.
Der Gegensatz Schw. Salesia - Fam. Thoma trat deutlich zutage. Es
gab einen großen Schnee, sodaß ich erst nicht mehr über den
Schwarzwald zurückkam. Ich hatte jedoch festgestellt, daß einige
Räume sehr schön warm zu bekommen sind, daß Schw. Salesia eben die
Öfen nicht versteht. So wurde nun auch in der Öffentlichkeit
deutlich, daß alle Eschbacher mit einer, allerdings
schwerwiegenden Ausnahme, den neuen Pfarrer wünschten. Auch P.
Bruder äußerte sich befürwortend, allerdings mit der Auflage, ich
möge den Voranschlag 1968/ 69 umgehend aufstellen und einreichen.
Der erste Voranschlag wurde von der Finanzkammer abgelehnt. Es gab
einen heftigen Auftritt mit Schw. Salesia, die bereits
vor-hatte, neue Sakristeischränke anzuschaffen, was ich ablehnte,
da andere Dinge wichtiger seien. P. Meisner schrieb mir
ermutigend. Ein Besuch beim Pers. Ref. des Ordinariates
bestätigte, daß ich nach Eschbach gehen soll und daß s
einen Pfarrer bekommt, damit war für mich die Entscheidung
gefallen. Als Termin wurde Anfang Fastenzeit genannt, vor allem
dem Bauamt gegenüber, bald aber auf .Ende April verschoben. Anfang
März wurde Eschbach ausgeschrieben, ich bewarb mich am 15.3. und
erhielt am 4. April die Ernennungsurkunde. Nachdem Vikar Barth in
Ludwigshafen, allerding erst auf Bitten hin bereit war, nach
Wahlwies zu gehen, erfolgte die Festsetzung des Umzuges auf den
29.April d.h. Auszug aus Wahlwies und Einzug in Eschbach am
30.April, obwohl ich schon im Hause war, wünschte man keine hl.
Messe von mir, da P. Schönhoff nochmals Gottesdienst hielt.
Pfarrchronik von Eschbach 1968 No 1
1. Mai 1968 Pfarrer Joseph Hog, durch Urkunde vom 2. April 1968
zum Pfarrer von Eschbach ernannt, hält den ersten Gottesdienst
nach seinem Einzug ins Pfarrhaus an 30.April. Am Vorabend war der
Maialtar errichtet worden. Es war dem neuen Pfarrer gelungen, die
alte Lindenberger Muttergottesstatue zur Maialtarstatue zu machen.
Diese Statue war bei der Restaurierung der Kirche von Hochaltar
entfernt worden, stand dann in einem Abstellraum des Pfarrhauses,
wurde auf meine Anregung hin dann doch wieder in die Kirche
gebracht. Zwisch. Schwester Salesia, der bisherigen Verwalterin
des Pfarramtes und Familie Thoma, den Mesnersleuten, waren in
Kirchenschmucksachen Meinungsverschiedenheiten. Es gelang diese zu
schlichten und damit dem alten Wallfahrtsbild seine Ehre
wiederzugeben.
31. Mai, der Maialtar wurde wieder abgebaut. Leider erlebte das
Marienbild dabei einen Sturz und eine Beschädigung. Der neue
Pfarrer mußte sich vielfach als Nothelfer und Sanitäter
beschäftigen bei der Sorge um die Kunstschätze von Eschbach.
5. Juni Wallfahrt auf den Lindenberg in Prozession und zurück, wie
jedes Jahr, mit guter Beteiligung. Leider ist die Beteiligung der
Ibentäler nichtmehr wie früher.
13. Juni Fronleichnam, ein schönes Fronleichnamsfest und eine
würdige Prozession in der tradtionellen Forn.
28. Juli. Jakobusfest und Investitur. Im sonst sehr regenreichen
Jahr ein sonniger Festtag, der jeden Eschbacher erfreute. Die
Investitur nahm der der neue Dekan des neuen Dekanates Kirchzarten
vor, Herr Jakob Wenger. Es war für ihn eine große Freude, zugleich
sein Namenstag. Als Diakone und Assistenten halfen: P. Bruder
bisher de jure Verwalter der Pfarrei Eschbach, Pfarrer Simon von
Ebnet, Pfarrer Wick von St.Peter, auch als Vertreter des
Priesterseminars. Pfar. i. R. Schweizer Josef, aus Stegen z..Z. im
Josefshaus in St.Peter. Nachnmittags bzw. abends kamen: Pfr.
Bernauer von St.Märgen und sein Vikar Hillig, Pfarrer Th. Vetter
von Oberried, P. Schönhoff von Stegen, welcher bisher Eschbach
besorgt hatte, und welcher gerne die Pfarrei Eschbach behalten
hätte. Ältester Teilnehmer an der Feier war der Vater des neuen
Pfarrers: Albert Hog, Straßenwart i. R. St.Märgen mit 87 Jahren.
Auf Jakobi war die Jakobusstatue auch wieder gerade gerückt und
zurechtgeflickt. Vor der Lindenberger Muttergottes wurde ein
Opferkerzenleuchter aufgestellt.
Der frühere Pfarrverweser: P. Dr. Helmut Meisner, jetzt Red. des
St.Konradsblattes, hatte zuvor einen Besuch gemacht; ebenso
Caritasdirektor Prä A. Stehlin. Ordin. Rat Prälat Dr. Vetter,
früher vielfach hier Beichtvater, sandte seine Glückwünsche.
Nach Jakobi wurde der Zelebrationsaltar zur dauernden Einrichtung
der Kirche, vorläufig hergestellt aus einem alten Klostertisch. Es
gehen Bemühungen ‚dafür den alten Kreuzaltar, welcher in
Harpoltingen steht und ein Kunstwerk von Math. Faller ist, dafür
zu bekommen.
15. August. Mariä Himmelfahrt wird als Feiertag begangen.
31. August erstmals wieder seit über einen Jahr
Hochzeitgottesdienst in Eschbach, gleich doppelt (Hensler und
Tochter des Pfisterhofes). Bei der ersten Trauung war auch ein
Geistlicher aus Belgien dabei.
In der Betreuung von Kirche und Pfarrhaus durch das Staatl.
Hochbausamt gibt es personale Veränderungen. Herr Bitsch muß seine
Tätigkeit aufgeben wegen Krankheit, sein Vertreter war von Febr.
bis Juni Herr Burger, ab 1. Juli ist es Herr Vökt. Vorarbeiten
werden getroffen, im Pfarrhaus wieder einen Mieter in die leeren
Räume des 1. Stockes aufzunehmen.
Bauliche Maßnahmen an Kirche und Pfarrhaus
Unter Pfarrer Mattes blieb der Bestand im wesentl.
unverändert. Kleine Restaurierung der Kirche in den 20 er Jahren.
Im Pfarrhaus teilweise neue Kachelöfen.
Pfarrer Wiederkehr mühte sich sehr, litt auch sehr unter
der Kälte der vom damals mod. Konvikt her kam.
Kirche: Kirchenheizung, Bachmauer. siehe Chronik! der 2.
Weltkrieg verhinderte weitere Vorhaben.
Pfarrhaus: Bessere Vorfenster im 2. St. großes Zimmer und
Pfarrer- Schlafzirmer. Gang 2. Stock, zu erkennen am Holzrahmen,
das galt als Fortschritt. Pfarrheim-Bibliothek
eingerichtet. Bemühungen um Rest, der zerfallenden Ökonomie und
Beseitigung der schlimmen Schweine-und Hühnerställe beim Portal
gingen fehl. Hühner und Schweine brauchte man.
Wiederkehr tat sehr viel im Garten. Im Krieg hatte er im Pfarrhaus
eine große Familie. Im Seitenbau wohnte seit Jahrzehnten die
Näherin Theresia Scherer (Trachtennäherin). Dachrinnenrep, kam
nicht. Dach schlecht. Bei Kriegsende weitere Personen im Haus.
Pfarrer Kieser hatte ebenfalls eine große Familie. 1947
war die schlimmste Zeit. Man fror sehr, Schwierigkeiten mit Wasser
und Abort. 1948/ 49 mit dem neuen Geld langsam wieder Arbeiten des
Staates. Schweineställe kamen endlich weg. Ökonomie für viel Geld
( etwa 15.000) umgebaut, bald fast leer stehend ! Kieser brach in
den Nerven zusammen. Kirchenheizung ging kaputt. Kirche ganz
dunkel verraucht.
Pfarrer Gärtner änderte die alte Wohnungsordnung. Die
untere, damals große,Küche, wurde aufgegeben, da zu kalt. Küche in
das Schlafzimmer im 2. Stock. Im "Alkofen" Bad und Speisekammer
eingerichtet z.T. auf eigene Kosten. Pfarramtszimmer in
das mittlere Zimmer Südteil, bisher Schlafzimmer, Haushälterin in
das ehem. Gastzimmer an der Kirchenwand, Pfarrerschlafzimmer,
links vor. Pfarramtszimmer. So wohnte er ganz im 2. Stock, trotz
großen Raumes wenig Zimmer, damals jedoch genug.
Gärtner nahm Mieter in den 1. Stock nord. Zuerst Pfarrer Martin.
Dessen Haushälterin schlief jedoch im Bibl.Zimmer, wo sie dann
auch fror und starb.
Nach
dem Tode von Pfr. Martin Teilung der unteren Küche durch
Zwischenwand und damit endlich warm. Als Mieter zogen Bölsche
und Ang. (Gräfin Zeturitsch???) ein. Verbesserung der
Wasserleitung 2. Stock ! Küchenableitung jedoch außen in den
Dachkandel ! Gärtner fror auch sehr. Er erbat einen neuen
Kachelofen im Pfarramtszimmer, als auch der nicht gut war,
beschaffte er einen Ölofen. Er stellte erstmals einen Ofen in
den Gang. Theresia Scherer starb, seitdem die alte Mesnerei leer
und im Verfall.
Kirche endlich Außenrestaurierung, beim Dach jedoch
nicht total, weiterhin Hausbockbefall. Neue Heizung, jedoch
nicht besser als die bisherige. Im Innern fielen Teile herunter!
Lautsprecheranlage, da Gärtner fast nichtmehr sprechen konnte.
Nach Gärtners Tod wurde von Ordin(ariat). dringend eine bessere
Heizung verlangt, da sonst niemand mehr eingezogen wäre. Also
Ölofenheizung, aber sparsam. Nur ein Tank mit 2 000 L. (16.000
DM) Beginn der Rest. des 2. Stockes. Es regnete aber weiter
herein.
Dr. Meisner gab sich zufrieden, erreichte Einbau des 2.
Tanks, Beginn der Erneuerung der el. Anlage, die katastrophal
war.
1967 beginnt die Innenrest. der Kirche, Meisner zieht nach
Freiburg. Wegen der Unklarheit, was mit der Pfarrei geschieht,
wird die Rest. ohne jeden Einfluß des Geistlichen durchgeführt,
Meisner wollte sich nichtmehr einschalten, das Hochbauamt war
froh, es allein machen zu können. P. Nienhaus begann sich zu
kümmern, wurde jedoch bald versetzt nach Rom. P. Bruder übernahm
nur die jur. Leitung, P. Schönhoff den Gottesdienst.
Rest,Weihnachten 1967 teilw. fertig.
Zur
Chronik von Eschbach: 1968
Pfarrer u.G.R. Arnold Wiederkehr verließ Eschbach im Mai 1947
(20.V.) nach Hegne ins Kloster der Kreuzschwestern. Wie er mir
sagte: "Endlich die Stelle, die ich mir wünschte, nur sollte ich
10 Jahre jünger sein". Im 11. Jahr nach seinem Wegzug starb er
am Jakobstag 1958. Blasenkrebs hatte ihm ein schmerzliches Ende
bereitet. Sein Nachfolger (22.5.1947) in Eschbach war als
Pfarrverweser Ludwig Kieser (geb. 1903). Pfarrer Kieser war in
Eschbach nie glücklich. War schon die Nachfolge von Wiederkehr
nicht leicht, das Pfarrhaus eben auch ein Kreuz für seine
Bewohner. Der Staat konnte bis in die 50er Jahre hinein an
seinen Gebäuden gar nichts machen. Pfarrer Kieser hatte auch
eine große Familie von Angehörigen. So steigerte sich seine
Nervosität bald in geistige Umnachtung, sodaß die Anstalt
Rottenmünster ihn aufnehmen mußte (20.1.1949), wo er auch starb,
am 2. August 1959. (beerdigt in Kirchzarten)
In
dieser Zeit erfolgte die Errichtung der Kuratie Stegen.
(3.Jun.1959)
1951-55 lebte im Pfarrhaus als Ruhestandsgeistlicher der aus
St.Märgen stammende frühere Pfarrer von Aichen Stefan Martin.
Er war in den Teil des Hauses eingezogen, der durch
Verlegung der Küche nach oben frei geworden war, in die
kalte Nordwestecke 1.Stock. Dort besuchte ich ihn einmal und
sah, daß er einen traurigen Lebensabend hatte. Martin war ein
ganz frommer, opferstarker und leidgeprüfter Priester (siehe
Nekr. Diözesanarchiv)
Nach
der Zuruhesetzung von Pfarrer Kieser wegen seines Nervenleidens
kam Wilhelm Gärtner nach Eschbach. (1950) Im gelang
es, die Verlegung der Küche und damit der eigentlichen
Wohnung in den gesünderen 2.Stock durchzusetzen. Mit Wohnraum
mußte man sowieso sehr sparsam sein. Es waren dann immer noch 2
Partien Mieter im Pfarrhaus. Freilich hatte auch er, der sehr
bescheiden war, seine Sorgen mit dem kalten Haus. Es
gelang ihm, die Außenrestaurierung der Kirche durchzusetzen,
die Innenrest. wurde ihm immer versprochen, aber nicht Im Ernst
in Angriff genommen. Im Hause verbesserte er die
Wohnverhältnisse durch Beheizung des Ganges im 2.Stock.
In der Zeit unter Kieser war vieles in der Seelsorge wieder
zurückgegangen, was unter Wiederkehr geblüht hatte. Auch
Gärtner konnte das nicht aufhalten. Die Schwester von
Gärtner arbeitete sehr fleißig im Garten, den auch
Wiederkehr schon sehr gut instand hatte. Als Gärtner krank -
herzleidend - wurde, beschaffte man ihm die Lautsprecheranlage.
Am 7.Jan. 1965 starb Pfr. Gärtner. Bis in den Mai hinein
stand das Pfarrhaus Ieer.
Es
war nichtmehr leicht, jemand zu finden, der in das alte Haus
einziehen wollte, vor allem die Heizung mußte dringend
verbessert werden. Es ist natürlich nicht sehr günstig, wenn in
einer Zeit der Vakanz umgebaut wird vom Staat, der natürlich
dann spart und doch nicht sparen kann. So wurde eine
Ölofenheizung mit zentraler Pumpe eingebaut. Sie kostete
viel Geld und war unvollkommen, da auch die Kamine nicht in
Ordnung waren und diese Öfen sehr verschieden bedient sein
wollen.
Im
Mai 1965 kam dann aus Düsseldorf der geistl. Schriftstellen Dr.
Helmut Meisner als Pfarrverweser nach Eschbach. Immerhin
war im Hause manche Verbesserung vorgenommen worden, jedoch
nichts gemacht am Dach und an den Fenstern. Im Sommer gefiel es
Dr. Meisner und seiner Nichte sehr gut, der Winter machte jedoch
Kummer. Das Bauamt ging nun auch daran - notgedrungen, die el.
Leitungen wenigstens im 2. Stock neu zu verlegen, hörte aber
damit dann wieder auf. Das größte Verdienst von Dr. Meisner
ist es, daß er die Innenrestauration der Kirche
erreichte. Das bedeutete aber, daß im Pfarrhaus nichts
mehr gemacht wurde
Bauarbeiten
im Pfarrhaus Winter 1967/68. No 2
Auf ein vorwurfsvolles Schreiben des Bürgermeisteramtes an das
Hochbauamt wegen des Pfarrhauses wurde von dort erwidert, man
werde das Pfarrhaus instandsetzen, wenn wieder ein Pfarrer
einziehe. Im Sommer 1967 und vor allem im beginnenden Winter
1968 war der Eindruck den das Pfarrhaus den Beschauer machte, verheerend.
Im 2. Stock die für die Lichtleitungen aufgeschlagenen Wände, an
verschiedenen Stellen der Decke im Gang Wasserflecken, Risse in
den Decken in der Küche und im Arbeitszimmer. Löcher im Boden
der Küche und des Wohnzimmers, der Boden im Gang die rauhen
Tannendielen mit den großen Spalten und Mäuselöchern.
Nach Beschluß des Ordinar. im Okt., mich als künftigen Pfarrer
dem Hochbauamt gegenüber zu benennen und damit die Herrichtung
zu verlangen, erklärte das Hochbauamt sich zu weiteren Arbeiten
unter Leitung von Arch. Franz Bitsch bereit, das im Rahmen der
Mittel Mögliche zu tun. Über Gesinnung und Bereitschaft von F.
Bitsch war aus St.Märgen Gutes zu hören, vor allen seine Liebe,
älteres zu erhalten. Es wurde ein Betrag von etwa 16 000
wiederum wie 1965 zur Verfügung gestellt. Zum Vergleich sei
gesagt, daß das Ordinar. in einem solchen Falle regelmäßig in
dieser Zeit für Erneuerung mind. 60 000 zur Verfügung stellte
und zentrale Warmwasserheizungen mit Ölautomatik bewilligte.
Eine mündliche Besprechung wurde angesetzt, zu der ich in Nov.
67 kam.
Beim Rundgang war man sich klar: Das Dach muß dicht
gemacht werden, Boden in Küche und Gang müssen gemacht werden,
die Fenster müssen erneuert werden, der Gang im 2. Stock muß
einschl. Elektr. Anlage in Ordnung kommen. Bitsch bestand auf
Erhaltung der alten Schlösser und Türen mit Beschlägen. Abgelehnt
wurde: Fl. Wasser in den Schlafzimmern. Änderungen an der
Heizung; höchsten ein weiterer Ofen in 1. Stock Gang Richtung
Sakristei. Ich hielt dem entgegen: es habe keinen Sinn, zu
heizen, wo schlechte Fenster sind, vor allem keine Vor- od.
Doppelfenster. Ich formulierte dann schriftlich (siehe Bauakten)
1 meine Mindestforderungen. Als Termin wurde der 1.
März genannt,
Die Innenarbeiten begannen: El. Anlage im 2. Stock unter Putz.
Es wurden die vier schlimmsten Fenster erneuert, jedoch bei den
neuen Fenstern die knappsten Maße in allem verwendet. Der Boden
in Gang und Küche wurde fachgerecht, mit Isolierschicht 20 mm
unterlegt und ausgeebnet, durchgeführt, ebenso im Treppenhaus.
Im der Küche wurde die wand zur Speisekammer und Bad mit
Holztäfelung durch den Zimmermann - nicht Schreiner - verstärkt,
die Türe zum Wohnzimmer erhielt einen inneren Belag‚ die Spalte
im Wohnzimmer wurden ausgebessert, die Löcher in den Decken
wurden zugegipst. Anfang März waren auch die Maler fertig. Der
Glasabschluß im 2. Stock sollte noch umgebaut werden. Da aber F.
Bitsch schwer krank wurde, kam es nichtmehr dazu. Herr Burger,
der den Bezirk Dreisamtal Süd hat, übernahm die Leitung der
Arbeit. Zum Dach regnete es weiterhin herein. Als ich über
Fastnacht im Hause nächtigte konnte ich einige Schäden
beseitigen, einige Löcher im Dach verstopfen, provisorisch
Birnen anbringen u.s.w. Im Garten half Herr Graf mit 2 Buben‚
die schlimmste Wildnis und das Dornengestrüpp
niederbrennen, es gab Gelegenheit, die launischen Ölöfen
zu erproben. Herr Fischer brachte sie, die z.T. tropften in
Ordnung. Schw. Salesia kam jedoch mit dem Anzünden nicht
zurecht. „Anfang April ging man nun an das Dach - Westseite, riß
die Rinnen herunter, es regnete ins Haus, in den
neugemachten 2. Stock hinein ! Zum Einzug am 30.April kam
das Gerüst wieder weg, das Dach war geflickt, die Kamine jedoch
nicht gemacht. Mai-Juni wurde das Gerüst an der Ostseite
aufgestellt, dann wurde dort geflickt und festgestellt, daß es
das schlimmste Dach in der ganzen Gesend sei. Ein Kamin wurde
neu aufgemauert, die anderen geflickt, die schlechten Dachgauben
jedoch durch neue ersetzt. Auf der Ostseite blieben große Löcher
und Unebenheiten an den Simsen. Auf Jakobi erklärte man nach
Abbau des Gerüstes die Arbeiten als abgeschlossen.
Auf 1. Juli wurde Herr Vökt mit der Betreuung unseres Bezirkes
beauftragt, der schwer Kranke Herr Bitsch kam noch einmal ins
Haus.
Pfarrchronik von Eschbach 1968 -
Seite 2
Sept/ Okt. Bald nach der Investitur zeigen sich die inneren
Schwierigkeiten und Parteiungen in der Pfarrei. Im Kirchenchor kam
es
zu gegenseitigen Beleidigungen. Es war zwar von P. Bruder schon
darauf
hingewiesen worden, daß Dirigent und Organist Gabler auf
Weihnachten
1967 gekündigt habe, die Gründe wurden jedoch nicht genannt;
welche in
Wirklichkeit die Disziplinlosigkeit einiger Chormitglieder waren.
Gabler hat im Hinblick auf die Wiederbesetzung der Pfarrei den
Dienst
nachmals behalten, an dem er mit ganzer Seele hängt und den er
auch
sehr gut verwaltet. Auf Kirchweihsonntag 1968 ist kein Amt
möglich, da
4 Mädchen und zwei Männer den Chor verlassen haben und
Feindschaften
einzelner Familien eine tiefe Kluft bedeuten. Später legt auch
Franz
Hug die Vorstandschaft im Chor nieder. Auch in anderen Bereichen
der
Pfarrei ist zu spüren, wie sehr Zeitgeist und alte Schäden das
Leben
der Pfarrei belasten. Auch das gespannte Verhältnis im
Schwesternhaus
führt vor Weihnachten beinahe zu einer ernsten Krise.
In der letzten Oktoberwoche ziehen Frau Krone, Ihre Schwester Frau
Lomski und Getrud Krone in die Wohnung im ersten Stock. In Laufe
des
Winters wird die Wohnung weiter verbessert, vor allem ein Abort
eingebaut. Den Mietern gefällt es bald recht gut. Sie erweisen
sich als
hilfsbereite und gütige Mitmenschen, ein Segen für das Pfarrhaus.
Die Pieta von Mathias Faller, bisher im Schwesternhaus, wird‚
restauriert und kehrt in die Kirche zurück, ein schönes Kunstwerk
einst
für die Lindenbergkirche geschaffen. Das Amt für Denkmalpflege
gewährt
einen Zuschuß.
Die Beleuchtung des Hochaltares wird in Eigenarbeit des Pfarrers
verbessert, ebenso die el. Instal. des Beichtstuhles (durch El.
Tritschler)‚ die sehr mangelhaft war.
Wegen der Christmette an Weihnachten morgens um 5 Uhr gab es
Meinungsverschiedenheiten, die jedoch bereinigt werden. Wenn eine
grundsätzliche Änderung dieses Gottesdienstes kommen soll, dann
erst
nach der Kirchengemeinderatswahl, die nun viel Arbeit und Kummer
macht.
Der Stiftungsrat stellt zus, mit Lehrerfamilie Graf die erste
Kandidatenliste auf, eine zweite Liste folgt leider nicht, es wird
aber
gegen die erste Kandidatenliste gescholten‚ dem Pfarrer jedoch
keine
Mitteilung gemacht.
1969.
Die Kirchengemeinderatswahl findet leider nicht die Betei1igung
die
erwünscht war (36 %). Vor allem im Kirchenchor übt man
Stimmenthaltung,
damit wird auch die Kandidatin des Kirchenchores, Anna Scherer,
nicht
gewählt. Nur eine Frau wird gewählt, Frau Dr. Graf. In der ersten
Sitzung wird dann Ratschreiber Schwär zum Vorsitzenden und
Bürgermeister Spitz und Anna Maier-Scherer in den Rat berufen. Die
Spannungen im Kirchenchor, sonstige Feindschaften belasten die
Seelsorge sehr.
Die Sorgen der Kirche allgemein, eine Welle kirchenzerstörender
Aktionen in der Öffentlichkeit tragen Unsicherheit und Zweifel vor
allem durch das Fernsehen in fast jede Eschbacher Familie. Die
zahlreichen Tanzveranstaltungen in der Schule tun ein Weiteres am
sittlichen Zerfall im Volke. Die Fasnacht hat hier zwar Ansätze
zum
Guten, vertiefte aber leider die Feindschaften.
Die Umstellung der Kirchenheizung auf Dauerbrand bewährt sich
sehr.
Familie Thoma macht diesen Dienst gut und gern. Bisher hatte man
nur
auf Sonntag und dann stark geheizt, wodurch Zuluft und danach
Feuchtigkeit die Folge waren. Auch das Pfarrhaus erhält nun etwas
Wärme
von der Kirche und bewältigt auch sonst die Kält besser als man
erwartet hatte.
Das Hochbauamt läßt seinen Willen erkennen, 1969 die Westseite des
Pfarrhauses zu erneuern. Offenbar war am äußeren des Hauses seit
1788
nur einmal ausgebessert und der Anstrich auf der Westseite
erneuert
worden.

|
Das jetzigen Lindenberger Wallfahrtsbild auf
dem Lindenberg ist als Kopie des hiesigen im letzten
Jahrhundert entstanden. Das hiesige Bild trug eben ein
modisches Kleid jener Zeit. Die gläserne Kapsel am
Kindchen enthält das Original des kleinen Holzkreuzchens,
welches seit Bestehen der Wallfahrt eine große Bedeutung
hat.
Vorträge des derzeitigen Pfarrers von Eschbach zur
Förderung der Lindenbergwallfahrt, welche mehrfach auf dem
Lindenberg selbst bei den Männern der Ewigen Anbetung und
im Ibental stattfanden, haben u.a. auch den Nachteil, daß
der Wunsch aufkommt, es soll alles Wertvolle, was einst
auf dem Lindenberg war, von Eschbach wieder dorthin
zurückgegeben werden. J. H. 1969 |
Das jetzigen Lindenberger Wallfahrtsbild auf dem Lindenberg ist
als
Kopie des hiesigen im letzten Jahrhundert entstanden. Das hiesige
Bild
trug eben ein modisches Kleid jener Zeit. Die gläserne
Kapsel am
Kindchen enthält das Orginal des kleinen Holzkreuzchens, welches
seit
Bestehen der Wallfahrt eine große Bedeutung hat.
Vorträge des derzeitigen Pfarrers von Eschbach zur Förderung der
Lindenbergwallfahrt‚ welche mehrfach auf dem Lindenberg selbst bei
den
Männern der Ewigen Anbetung und im Ibental stattfanden‚ haben u.a.
auch
den Nachteil, daß der Wunsch aufkommt, es soll alles Wertvolle,
was
einst auf dem Lindenberg war, von Eschbach wieder dorthin zurück
gegeben werden. J. H. 1969
Pfarrchronik von Eschbach 1969 - Seite 3.
Erstmals wird im neuen Dekanat ein Frauentag gehalten in
Kirchzarten im
Kurhaus, wobei auch Eschbach mit etwa 10 Frauen beteiligt
ist.
Die Gottesdienstordnung wird regelmäßig vervielfältigt aufgelegt.
Das
Gerät dafür ist das in Wahlwies schon verwendete älteren
Typs;
für ein neues Gerät im Eigentum der Pfarrei sind keine Mittel
vorhanden. Am Palmsonntag bringen die Buben wieder 9
Palmenbäumchen zur
Kirche. Diese schöne Sitte war in den letzten Jahren in Eschbach
nichtmehr geübt worden. Es bedurfte mancher Bitte des Pfarrers,
daß man
doch wieder, wie einst vor Jahren den Baum des Waldes in der
Kirche zur
Ehre brachte.
In der Karwoche wurde Material für die Außenrenovierung des
Pfarrhauses
Westseite angefahren, daß die Arbeit sich dann bis in den Oktober
hineinziehen würde, war noch nicht zu vermuten.
Die Misereorkollekte ergab etwas über l000 DM. Eine
Holzsammlungsaktion
für neue Kirchenbänke erbrachte etwa 30 fm Weißtannenrundholz, das
auf
der Säge Zipfe1 gesägt wurde.
Der Weiße Sonntag war für die Familien der 15 Erstkonmunikanten
ein
würdiger Tag, leider sehr naß und kalt, man konnte kaum eine
Photoaufnahme machen.
Auf 1. Mai kam das Lindenberger Muttergottesbild, restauriert
unter
Aufsicht von Amt für Denkmalpflege durch Firma Geschöll‚ wieder
nach
Eschbach zurück. Mit einem schweren Postament fest verbunden wurde
es
zunächst als Maialtarbild auf dem Annaaltar aufgestellt, ab l.
Juni
wurde ihm der Platz an der rechten Seitenwand - Richtung
Lindenberg
beim Hl. Familienaltar zugewiesen. Die Figur ist vermutlich um
l720 für
den Lindenberg im Stil "des frühen Bauernbarock" (Geschöll)
geschaffen
und in Farbe einfach gefaßt worden. Vermutlich um 1762 beim Neubau
der
Lindenbergkirche - unsere Pfarrkirche - bekam sie das Barockkleid
(siehe Bild von Göser 1794 im Pfarrhaus)‚ welches sie in jeweils
geänderter Form bis zur Restaurierung unter Pfr. Gustenhofer
behielt.
Bei jener Rest. wurde die Figur neugefaßt im Stil jener Zeit. Die
Frisur wurde durch Gipsaufsatz geändert und vor allem dem Gesicht
reichlich Farbe aufgetragen. Ihr Platz war nach wie vor der
Hochaltar
wie auf dem Lindenberg. Durch die damalige Beseitigung des
Kreuzaltars
von Mathias Faller wurde das Bild besser sichtbar. Vermutlich bei
der
kleinen Restaurierung unter Pfr. Mattes kam eine Beleuchtung mit
e1. Birnchen in Kranzform dazu. Bei der Restaurierung l967
wurde
die Figur vom Hochaltar entfernt und vorläufig weggestellt. Ende
April
1948 kam sie wieder in die Kirche, diente als Maialtarfigur,
erlitt
weitere Beschädigungen, wurde etwas ausgebessert‚und als dann das
Kerzenopfer eingerichtet wurde, kamen die Mittel zusammen, um sie
restaurieren zu lassen. In Zusammenarbeit mit der staatl.
Denkmalpflege
wurde sie im Jan. 69 der Firma Geschöll übergeben. Das
farbige
Fassen alter Figuren ist nun auch heute von den Fertigkeiten und
dem
Kunstsinn der betr. Kunstmaler abhängig, man hält sich
jedoch an
die guten Vorbilder aus der Vergangenheit der betr. Kunstepoche.
Im
Sinne des heutigen Wohlstandes verwendet man gern viel Gold, was
sich
dann auch in der Höhe der Rechnung (1182.- DM)
niederschlägt. Das
Amt für Denkmalpflege zahlte daran 800.DM und vergütete
zugleich
an den Kosten für die wertvollere Pieta (1092.-) 400.
Zusammengenommen kamen wir damit auf einen Zuschuß für beide
Figuren
von fast 50%. Die Mühe hat sich gelohnt, die Sorge, daß uns
die
wertvollen Stücke nicht gestohlen werden ist zur Zeit groß, da die
Neureichen unserer Tage den Dieben und Händlern jeden Preis ( bis
zu 40
000.- in einem solchen Falle) zahlen.
Restaurator Bauernfeind bekam 2 von den alten Altarleuchtern‚
welche
auf dem Speicher geruht hatten zur Versilberung; Kosten: 409.-
Somit
war für die Kunst auch 1969 etwas getan.
Die Fronleichnamsprozession 1969 hatte in Eschbach noch Glück mit
dem
Wetter, wir hielten sie zum Beginn des Gottesdienstes, andere
Pfarreien
ließen sie ausfallen, vielfach wurde sie verkürzt oder
vereinfacht, da
ja jetzt die Kritiker das Geheimnis des Glaubens von allen Seiten
angreifen und im Sinne der Anpassung vielfach nachgegeben wird.
Künstlerisch war in Eschbach Gutes geleistet worden.
Pfarrchronik von Eschbach 1969 - Seite 4
Obligaten Ausflüge, welche der Pfarrer zu organisieren hat, machen
manche Arbeit und sind in der Zeit des Wohlstandes auch ein
Problem:
stets neue‚ attraktive Ziele, die zahlreichen Vereine suchen
Konkurenz
zu machen und vor allem in Km-Zahl zu übertreffen.
Frauenausflug ging nach Jddaburg und Fischingen, Haltingen.
Ministrantenausflug mit Oberried: Hochburg, Limburg, Breisach.
Erstkommunikantenausflug: Endingen (Wallfahrtskirche) Kaiserstuhl.
Mädchenchor: Gutach, Kehl Straßburg, Odilienberg, Struthof,
Breisach.
Das Päpstl. Werk f. Priesterberufe, früher hier bestehend und
durch Hr.
Feser eingezogen, war seit 1965 abgestorben. Durch das Kerzenopfer
i.d.
1. Woche d. Mo. wurde es wiedereingeführt.
Schulentlassung war am 15. Juli. Fräßle‚ Gertrud war bereit‚ dabei
Tracht (Schäppel) zu tragen. Mutter u. Mädchen wurden deswegen
von anderen angefeindet! Es waren 9 Schulentlassene.
Jakobusfest war am Sonntag davor, ein schöner und heißer Tag. Man
feierte es am Sonntag vor Jakobus, um auch die Schule noch vor den
Ferien dabei zu haben. Der Pfr. predigte selbst, es ass. P.Hamm v.
Lindenberg, u. Pfr. Schweizer i. R. Die weltliche Feier,
erstmals
als Patr. Feier mit Theaterstück: "Das Hemd des Zufriedenen" war
recht
gut besucht.
Die Lindenberg Wallfahrt am Pfingstmittwoch war gut besucht, auch
von
Unteribental (Zeitungshinweis). Die Schule half durch Oberl. Graf
J mit
(off. war Schultag, z.T. Wandertag! 1.2. Kl. hatte Schule!
In der letzten Juliwoche machte der Pfr. eine Ferienreise durch
Nord-Frankreich- Normandie. Dabei wurde am Jak. Sonntag in Reims
S.
Jak. Paris ebenso S. Jak u. S. Germain, Patron von Wahlwies
besucht. 3 Patr. v. Stegen halfen aus. Allerdings kam der
Termin
der Ew. Anbetung dadurch etwas in Vergessenheit. Sie wurde aber am
betr. Tag nochmal gehalten. Bei deren Neuordnung ist für Eschbach
kein
Antrag zu einer Änderung der Gebetszeit.
Maria Himmelfahrt an einem Freitag, der aber hier Feiertag ist,
predigte der Pfr. Hog in Pfaffenweiler für die Gottesmutter und
gab
dort den Beichttag.
Die Sorgen der Weltkirche und der Diözese werden nun drängender.
In der
Pfarrei Bad Langenbrücken kommt es zur Rebellion des
Pfarrverwesers
Weinschenk gegen den Bischof, ein Teil der Gemeinde demonstriert
in
Freiburg, Weinschenk erhält die Pfarrei nicht, wie das Volk es
verlangt, er gehorcht nicht und wird suspendiert. Er versucht dann
eine
Spaltung der Gemeinde. Mehrere Todesfälle im Klerus ( 5 Tote
Verkehrsunfall!) sind erschütternd. Eine Hetzaktion‚ eingeleitet
durch
den "Spiegel" durchgeführt durch Presse, Rundfunk und Fernsehen
gegen
den Weihbischof von München und Kardinal Döpfner‚ in Gefolge davon
weitere Spannungen: Deutsche Bischöfe – Rom machen viel Sorge.
Die Verteilung der Bauplätze im Neubaugebiet Reckenberg bereitet
eben
Mühe und Sorge, da auch Auswärtige berücksichtigt werden sollen.
Auf die Bundestagswahl l969 hin wird auch hier intensiv
gearbeitet. Die
Wahl selbst ist in Eschbach ruhig und hätte noch bessere
Beteiligung
haben können. Im Bund bringt sie zwar die Mehrheit der CDU/ CSU.
Durch
die Koalition der SPD mit der FDP, die in der Wahl fast die Hälfte
der
Stimmen verloren hatte‚ bahnt sich jedoch der Wechsel in Bonn an.
Der
große Verlierer bestimmt, wer in Deutschland Bundeskanzler wird.
Wieweit das Bündnis: Sozialisten - Liberale nun ein Zurückdrängen
des
Christlichen bringen wird, wird man bald sehen. Presse‚ Rundfunk,
Fernsehen und Meinungsforschungsinstitute (Meinungsmacher)
arbeiten
intensiv in dieser Richtung.
Der Schwabenbaur Läufer erbaut für die hinfällige Kapelle in
Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege eine neue Kapelle. Durch
Fürsprache bei Hr. Hesselbacher versuchte auch da der Pfarrer zu
helfen, ebenso bei der Restaurierung des Dreifaltigkeitsbildes
beim
Scherpeterhof. Bei einem Sonntagsspaziergang suchen wir mit
Oliva
Schuler das Salzbubenkreuz, ein einsames Mahnmal im Walde. Auf
Betreiben des Pfr wurde beim Neubau des Weges im Hummelwald
eine
bisher wenig beachtete Quelle neu gefaßt. Forstmeister Hockenjos
St.
Märgen half prächtig!
Zur Pfarrchronik Eschbach 1969 - Seite 5
Bemerkenswert war der Witterungsablauf 1969 insofern, als im an
sich
schönen Sommer zwei Kälteperioden kamen, die einigen Schaden, auf
dem
Feldberg Schneefall im Juli u. August, brachten, dann folgte ein
ungewöhnlich milder und sonniger Herbst, September und Oktober
meist
sonnig fast kein Regen ( nur 5 % des Durchschnitts). Feldberg im
Sept.
schneefrei im Okt nur ein kleiner Schneefall. So ging es bis 4.
November. Glücklicherweise war eine umfangreiche Quellenfassung am
Winterberg fertiggestellt worden, sodaß man keinen Wassermangel
spürte.
Auch im Pfarrhauskeller wurde es erstmals trocken, die Quelle floß
nichtmehr, was auch damit zusammenhängt, daß in Maiers Wiese
nichtmehr
gewässert wird. Im September tauchten jedoch auch die Schnaken
erstmals
in Eschbach auf und plagten uns bis in den November hinein. Im
Keller
suchten sie massenhaft Winterquartier.
Endlich brachte der Wegebau auf der sog. Winterseite die so nötige
Erschließung des Waldes und einen Zufahrt zum Fußhäusle und im
Spätherbst eine Zufahrt bis zum sog."Vetterhans" Haus - Fam.
Mäder,
einem Haus, das nur auf einen schlechten Fußweg zu erreichen war.
Der
Besitzer dieses Hauses‚ Forstrat Gutzweiler aus Rastatt, gab dazu
wohl
den entscheidenden Anstoß und fin. Beitrag.
Am 4. Nov. wurden an der restaurierten Westseite die Fensterläden
angebracht. Es wirkt natürlich sehr unschön, daß im 2. Stock die
alten
Vorfenster blieben. Beim ersten Herbststurm am 4./ 5. Nov.
versagten alle drei wichtigen Ölofen (Küche, Pfarramt und
Sprechzimmer).
Die Bemühungen um Verbesserung der leidigen Heizungsangelegenheit
hatten insofern einen kleinen Erfolg, als es gelang, den Ofen in
der
Küche an den hinteren Kamin anzuschließen. Dieser Kamin ist in
Ordnung.
Das Hochbauamt war deswegen angegangen worden, hatte Casper damit
beauftragt zugleich mit dem Auftrag, den Kohlenherd anzuschließen,
eine
Forderung, die ich schon als unbedingt beim Einzug gestellt hatte;
denn
bei Versagen der Stromzuleitung, womit bei Sturm oder Streik zu
rechnen
ist, keinerlei Kochmöglichkeit und Heizmöglichkeit in unserer
Wohnung,
ausgenommen im "Theresienflügel", dessen Herrichtung bestimmt
nicht
verkehrt war. Seit Sept 69 ist durch die von Bundeswirtschaftsmin.
Schiller hochgetriebene Konjunktur schuld daran, daß unsereiner
kaum
noch einen Handwerker bekommt, es sei denn er kann gründlich
schmieren,
oder hat Schwarzarbeiter zur Hand. Casper machte also nichts, war
auch
kaum für die Dachrinnen an der Hauswestseite zu bekommen, als das
Gerüst weg sollte. Ende Nov. gelang es, Fischer, Bernhard zu
bekommen,
der zunächst die Pumpe in Ordnung brachte und dann auch die
Umstellung
in der Küche vernahm. Die Ergänzungsarbeiten machte dann der
Pfarrer
selbst (Wandschutzplatten, Reinigung der Öfen, bes. deren Düsen).
Elektro Tritschler ist auch etwas zugänglich und so konnte vom
Boiler
im Bad ein Warmwasserhahn in die Küche angeschlossen werden. In
Jan.69
hatte ich ebenso auf Rat von Tritschler beim Ewerk Freiburg den
Nachtstromtarif für die ganze Wohnung errichten lassen, wodurch
Warmwasserbereitung und Nachtheizung nur noch auf 5,5 Pfg. kommt.
Leider sind die Freiburger nat. auch knauserig und geben erst ab
3/4 10
Uhr Nachtstrom. So muß man alles um diese Zeit einschalten, was
man
benützen möchte zum niederen Tarif. Die ganz automatische
Umstellung
hätte eine entsprechende Installation beim Umbau 2. Stock
erfordert,
die das Bauamt nicht machte und Pfarrer war ja keiner da.
In diesem Zusammenhang wurde auch die Kirchenbeleuchtung im Chor
verbessert, natürlich auf Kosten der Kirchengemeinde.
Am 9. Nov. war erstmals Kirchengemeindeversammlung nachmittags in
der
Turnhalle mit etwa 80 Teilnehmern. Man konnte damit zufrieden
sein.
Ratschreiber Schwär nahm sich sehr darum an. Reinertrag vom Wirten
wurde als Grundstock für Kindergartenneubau angelegt. 45. DM.
Die Stiftungsratswahl mit 8 Kand. und 6 Räten brachte Neuwahl von
Pius
Rombach jun. Maierhof und Alfred Erhard. Leider wurde der so gute
und
verdiente Stiftungsrat Pius Rombach, Mathislebauer sen. nichtmehr
gewählt. Er hat um die Pfarrei bleibende Verdienste und war immer
sehr
hilfsbereit.
Pfarrchronik Eschbach 1969-70 - Seite 6
Am l. Adventsonntag hielt der Pfarrer einen Farblichtbildervortr.
über
die Volkstrachten im Schwarzwald und Diskussion über die
Trachtenfrage
in Eschbach. Das Trachtentragen ist in den letzten 10 Jahren auf
etwa
1/5 zurückgegangen, bes. bei den jüngeren Frauen und fast allen
Mädchen. Für die Tracht ist im Gegensatz zu früher nichts
unternommen
worden. Jetzt ist es fast zu spät. Die Beteiligung am Vortrag war
schlecht (etwa 25 Personen), die Disk. gut. Man war sich einig,
daß man
noch etwas retten kann, jedoch nur wenn man die Tracht sich weiter
entwickeln läßt, was hier die älteren Frauen nicht gelten lassen
wollen.
Die Christmette war erstmals am Vorabend um 1/2 11 Uhr und war
besser
besucht als im Jahre 1967 u. 68, wo sie noch in der Frühe um 5 Uhr
war.
Die Abwanderung nach St. Peter und Stegen unterblieb fast ganz.
Allerdings war durch Erkältungskrankheiten der Ausfall auch
bedeutend.
Zum Jahresende hat das Wetter nochmals seine Eigenart für 1969
bewiesen. Um den 20. Nov. kam Kälte und Schnee bis 1/2 m, der
nichtmehr
wich (Schnee vor Andreas!). Im Dez war es nie über O Grad meist um
6-10
Grad Kälte bis zu 15. Um Neujahr waren die Seitenwege so vereist,
daß
man faßt nichtmehr zu den entlegenen Häusern kam. Die
Veranstaltungen
litten darunter.
Oberlehrer Graf gründete eine Landjugendgruppe‚ wobei ihn der
Pfarrer
und die Gemeinde unterstützte, auch Freiburg war zu Hilfe bereit.
Zur
1. Vers. kamen etwa 50 Burschen und Mädchen ab 15 J. (9.Klasse).
An der Beleuchtung in der Kirche wurde durch Tritschler nochmals
eine kleine Verbesserung der Beleuchtung vorgenommen.
In Pfarrhaus halfen weitere Verbesserungen der Heizung die Kälte
fern
halten, auch im Gang 1. Stock kam man nicht unter + 5 Grad.
In der Statistik ist bemerkenswert: Höhere Zahl der Taufen,
geringe
Totenzahl. Alle 4 Toten des Jahres 1969 waren Frauen, 3 Witwen,
deren
alle 4 Männer Josef hießen, ein Name, der als Vorname z.Z fast
unmöglich ist.
Die Planung des Kindergartenbaues kommt voran. Das Gelände wird
erworben, die Pfarrei stellt im Tausch ein Baugrundstück zur
Verfügung.
1970. Man geht mit Sorge ins neue Jahr. Steigerung der
Genußsucht
und Verschwendungssucht der vielen Reichen, Entchristlichung‚ in
der
Kirche weitere Unruhe, heftige Presse und Fernsehkamp. gegen
Bischöfe,
für Abschaffung des Zölibates‚ gegen die Kirchensteuer, allg.
Entchristlichung.
Zur Neujahrsgratulation in Freiburg ging Bürgermeister und zwei
Frauen
und ein Schäppelmädchen mit dem Pfarrer zu den hohen Herren in die
Stadt. Da man niemand anders fand, mußte der Pfarrer von Eschbach
beim
Bischof die Ansprache für die Trachtenleute Südbadens halten.
In der 2. Januarwoche gab es gleich zwei Todesfälle in der
Pfarrei.
Pfarrchronik Eschbach 1969 / 70 - Seite 7
Im Schwesternhaus gab es eine Wendung zum Guten. Anneliese Thoma
heiratete nach Horben, ihr Zimmer im 3. Stock wurde frei, der 3.
Stock
gehört nun wieder ganz den Schwestern. In Jan 1970 wurde dann,
nachdem
Schw. Salesiana die Erlaubnis dazu gegeben hatte, eine Glastüre
für die
Wohnung im l. Stock angebracht. Die Schwestern haben jedoch einen
Schlüssel und können jederzeit durchgehen in den Keller. Im Dez.
wird
mit den Kanalisationsarbeiten Rathaus / Schwesternhaus / Pfarrhaus
begonnen. Die Gemeinde legt einen Strang bis an die hintere Ecke
des
Pfarrhauses, eine großes Entgegenkommen für uns und die
Staatskasse.
Anfang Dez. kommt strenger Frost mit Schnee und viel Eis. Die Wege
sind bis Mitte Jan. vollständig vereist.
Ein Vortrag des Pfarrers im hiesigen Volksbildungswerk über die
Trachtenfrage ist im Beiblatt behandelt.
70 Der Januar wurde in der 2. Hälfte ungewöhnlich mild, der
Februar brachte Kälte, Schnee und Stürme.
Die Sturmnacht auf Freitag, den 12. Febr. machte uns bange Sorge
um
Kirche und Haus. Es sei seit Menschengedenken der schlimmste Sturm
im
Lande gewesen, wobei aber Eschbach nicht zu stark betroffen
wurde. Es gab 2 Löcher im Dach, die der Pfarrer in 2
stündiger
Arbeit flickte.
Die Kanalisationsarbeiten werde wieder aufgenommen. Es wird eine
teure,
schmutzige und schwierige Arbeit, da der Kanal etwa 3 m tief
liegt.
Zum 30. Jan. wird Stegen zur Pfarrei erhoben, die Mutterpfarrei
gratuliert. In Dez. 69 war dort Firmung gewesen für Curatie und
Colleg.
Leider ließ es sich nicht ermöglichen, daß ich Firmpate sein
konnte,
erst zum Abschluß ging ich hin, konnte aber bei der Audienz mit
Weihbischof Gnädinger dabei sein.
Erschütternd wirkte für die ganze Diözese und für uns als Nachbarn
besonders der Tod des jungen Regens Jörg in St. Peter. Er erhängte
sich
in einer seelischen Depression. Jörg wurde 1936 in Weil geboren,
als
ich dort Vikar war.
In der Diözese und in der ganzen Kirche hat man viele Sorgen. Es
bricht
zunächst ein „Zölibatssturm„ los, der von den Kirchenfeinden, von
Presse, Rundfunk und Fernsehen mächtig unterstützt wird.
Der Pfarrer von Eschbach schrieb, wie viele Mitbrüder‚ einen
scharfen
Brief an die „Bad. Zeitung“ Freiburg, die auf dem Umweg über:
„Leserzuschrift” eine wüste Beleidigung des Erzbischofs wegen
seines
Weihnachtsgottesdienstes gebracht hatte. Es kam zwar keine
Antwort,
aber man spürte: sie habens gelesen.
Am l6. Jan. starb in Freiburg Architekt Franz Bitsch nach langem
schweren Leiden (Darmkrebs). Ich hatte ihn oft besucht, wofür
er
sehr dankbar war, und wodurch er sich auch ganz der Gnade Gottes
öffnete. Seinem Wunsche entsprechend wurde er von mir auf dem
Freib.
Hauptfriedhof beerdigt. Die Kirchenrestaurierung bleibt sein
unvergängliches Verdienst. Es war seine letzte Arbeit. Am
Trauergottesdienst in Eschbach hätten die Leute etwas besser
teilnehmen
sollen. Ohne den Mut und die Fähigkeit von Bitsch wäre die
Kirchenrestaurierung 1967 nicht erfolgt, wobei der andere Helfer
Dr.
Meisner war.
Der Bebauungsplan Reckenberg wird nun durch Beginn der Vermessung
Wirklichkeit. Der Pfarrer hatte sich noch gegen den letzten
Einspruch
bittend wenden müssen. Es scheint‚ daß auch der B. Plan Berlachen,
woran vor allem die Zukunft der Familie Spitz hängt, scheint nun
Aussicht zu haben. Auch da war ein Schreiben des Pfarrers und eine
mündliche Bitte beim Landrat meinerseits eine Hilfe gewesen.
An der Fasnet 1970 machte auch der Pfarrer mit als "Dienstmann"
und
Ackersmann mit einer alten Egge, gezogen von 6 Buben: Moderne
Seelsorge. Leider benutzt man in Eschbach die Fasnacht, um andere
zu
beleidigen, sodaß es fraglich wird, ob man noch mitmachen kann.
Pfarrchronik Eschbach 1970 - Seite 8
Im Febr. wurde mit den Kanalisationsarbeiten auch in Pfarrgarten
begonnen. Hier war kein Maschineneinsatz möglich‚ alles teure
Handarbeit wie auch beim Schwesternhaus. Dort zahlten wir pro
Stunde:
Vorarbeiter 18.50. Maurer l5.- Hilfsarbeiter 11.50. Davon
hat der
Unternehmer die Hälfte, der Arbeiter die andere Hälfte. Der
Unternehmer
hat auch die soz. Lasten, die sehr hoch sind. Das Wetter war sehr
ungünstig. Oft bestand die Arbeit einer Stunde nur darin, die
Sache
anzusehen, zu schimpfen und dann wieder zu gehen. Die Arbeit am
Schwesternhaus kam für nur etwa 5 m Leitung mit l Schacht,
Abort-
und Küchenabwasseranschluß auf 2 500.- DM. Durch Frost nach
den
24. Febr. und auch im März verzögerte sich die Arbeit immer
wieder.
Gräben und alte Dohlen brachen ein, der Dreck wurde immer größer.
Mitte
März wurde die Arbeit dann fertig, auf Ostern war auch Maiers
Matte
wieder aufgeräumt. Nachteilig an der Kanalisationsleitung ist, daß
die
unter den Kanalrohren liegende Dränage nur für die Bauzeit in
Tätigkeit
war, dann wieder still gelegt wurde. Die Rohre stehen also im
Grundwasser. Es wäre also über diese Leitung ein Ableiten des
Grundwassers möglich, es müßte aber von der Schulhausstraße an ein
eigener Kanal in den Bach gelegt werden, bis unterhalb des alten
Stauwehrs zu des Peterbauern Matte. Dieses Stauwehr muß auf
Forderung
des Grundbesitzers bleiben, er will aber kein Wasser für seine
Matte
und auch kein Wasser für die Mühle, wie es früher war. Das
Wasserrecht
aber will er behalten.
Auf Palmsonntag war dann die Leitung in Betrieb, die Gülle des
Pfarrhauses versicherte also nichtmehr, wie schon seit Jahren im
Pfarrgarten und drückte nichtmehr in den Keller. Auf l. April
wurde
unser Strang an die Freiburger Kanalisation angeschlossen. Damit
kommt
nun auch für uns der hohe Wasser- und Abwasserzins wie in
Freiburg.
Noch nicht angeschlossen wurde das Küchenabwasser des 2. Stockes.
Dies
ist jedoch vorgesehen, bedeutet aber ein. en Umbau im Bad. Es war
im
Zusammenhang mit dieser Arbeit auch daran gedacht, die
Wasserzuleitung
zu verbessern, da diese dünne Rohre hat und mit Fesers Zuleitung
zusammenhängt. Immerhin kam der Hauptschieber in Meiers Garten
wieder
in Ordnung.
Die Regenwasserableitung mußte vorerst zurückgestellt werden, da
der
Kanal dafür auf über 5 000.-DM gekommen wäre. Geglückt ist der
Anschluß
der Abortleitung in der sog Theresienwohnung. Es ist die dortige
kleine
Abortgrube direkt an die Kanalisation angeschlossen. Zu danken ist
vor
allen der Gemeindeverwaltung‚ daß der Strang bis zum Pfarrhauseck
gelegt wurde. Hätte das Hochbauamt das ab Friedhofstr. bezahlen
müssen,
so wäre dies vermutlich abgelehnt und auf spätere Zeit verschoben
worden. Nachdem aber die Gemeinde die Anschlußgebühr gefordert
hatte,
gab es kein zurück mehr.
Damit ist eine lange Sorge den Pfarrhaus abgenommen, jedoch nun
auch für die moderne Errungenschaft gründlich zu zahlen.
Der März 1970 wurde ein böser Wintermonat‚ Schnee und Kälte, auf
dem
Feldberg 4,20 m absoluter Rekord! Karfreitag Ostern waren
Wintertage
ebenso der Weiße Sonntag. An diesem Tag war die Kirche Eschbach
seit 5
Jahren zum 1. Mal wieder fast bis auf den letzten Platz besetzt.
Für
den Kommunion Unterricht ab Palmsonntag hatte der Pfarrer einen
Erstkommunikanten der Hilfsschule dauernd zu Gast in Pfarrhaus bis
2
Uhr, am Tage selbst war Familie Faser, die eine sehr enge Wohnung
hat‚
mit den Festmahl bei uns.
Die Zahl der Sänger im Kirchenchor wird immer weniger, so daß kaum
noch
vierstimmig gesungen werden kann. An Weißen Sonntag hatten wir
einen
Studenten aus Kappel als Organist. Die Misereor Kollekte hatte
hier
einen kleinen Zuwachs, wo sonst es weniger war; offenbar waren es
aber
Spenden von Auswärtigen‚ die das bewirkten. Die Umstellung der
Seelsorge auf Gebietsseelsorge und überpfarrliche Zusammenarbeit,
bedingt durch den Priestermangel wird beraten, der Pfr. von
Eschbach
erhält von Dek. den Auftrag zu einem Entwurf. Damit zeichnet sich
das
Ende bisheriger Formen der Pfarrseelsorge für Eschbach deutlich
ab.
Mehrere Pfarreien mit über 1000 Kath. haben keinen eigenen Pfarrer
mehr.
Pfarrchronik Eschbach 1970 - Seite 9
Auch der Monat April ist fast ein Wintermonat. Am 30. liegt bis
ans
Pfarrhaus Schnee, nachdem es vorher viel geregnet hatte. Am l. Mai
ist
Laub und Kischblüte erst zwischen Freiburg und Ebnet.
Ehrend ist Schwester Christine zu erwähnen, die in der
Nachkriegszeit
lange Jahre als Oberin wirkte, danach als Hausschwester‚ so gut es
ging, noch tätig war. An 28. April, ihrem 84. Geburtstag hielten
wir
mit Erlaubnis des Gen. Vikars im Wohnzimmer des Schwesternhauses
die
hl. Messe‚ da sie leider nichtmehr zur Kirche kommen konnte.
Im Schwesternhaus selbst wurde ein Zimmerboden erneuert, im Keller
die el. Beleuchtung verbessert.
Leider sind für 1970 vom staatlichen Hochbauamt nur 5000.- DM für
das Pfarrhaus vorgesehen, für die Kirche ist alles
gestrichen;
beantragt und zugesagt waren für Pfarrhaus bis 20000.- für Kirche
ebenfalls dieser Betrag, nachdem Baudirektor Heine im Okt 69 sogar
35000 in Aussicht gestellt hatte. So ging es vor mir allen
Pfarrern
seit 1806! Die Holzsammlungsaktion für neue Kirchenbänke wird
daher
eingestellt, da wir sehen müssen, wo wir das gesammelte und
gesägte
Holz unterstellen, damit es nicht kaputt geht.
Durch Hilfe des Amtes für Denkmalpflege wird die
Dreifaltigkeitssäule,
auch Gnadenstuhl genannt, die 200 Jahre alt ist‚
restauriert.
Eine kummervolle Situation ensteht dadurch, daß das Landratsamt
Herrn
Bürgermeister Spitz ermutigt hat für den Bereich Berlachen und
Steurental weitere Bebauungspläne aufzustellen, die höhere Stelle
das
dann aber nicht genehmigen will. Der Pfarrer hatte in dieser Sache
schon l966 eine Bittschrift an den Landrat gerichtet und April
1970
einen Bittgang beim Hochbauamt des Reg. Präsidiums unternommen.
Schwester Christina wird ins Mutterhaus geholt und stirbt dort
nach
drei Wochen. Am 4. Juni wird sie auf den Schwesternfriedhof in
Gengenbach begraben. Der Pfarrer von Eschbach hält das Requiem in
der
Klosterkirche. Am 6. Juni führt der Frauenausflug ins Kinzigtal
(Gutach
Alpirsbach, Schenkenzell, Wittichen) und dabei besuchen wir mit 40
Frauen ihr Grab und das Grab von Pfr. Mattes.
Die Bittwoche ist gut und alle Bittgänge werden gehalten.
Fronleichnam
ist ein sehr schöner Tag, hier die Prozession noch mit Altären.
Lindenbergwallfahrt am Mittwoch nach Pfingsten ist ebenfalls schön
unter guter Beteiligung besonders auch wieder der Ibentäler. Meine
Predigt dort oben wird in der Presse mit Schlagzeile etwas
übertrieben
wiedergegeben. Für das Vorbeten und Singen wird ein tragbarer
Lautsprecher angeschafft.
Die Dreifaltigkeitssäule beim Scherpeterhof wird kurz nach
Fronleichnam
fertig. Bei der Restaurierung wurden vier Übermalungen entfernt,
die
Säule auf ein neues Fundament gestellt und im Natursteinton
konserviert. Die edle Form kommt nun zur Geltung, Die Säule ist
ein
Werk das Bildhauers A. X Hauser (IV) von Freiburg. (siehe
Bemerkung im
Katalog der Kunstaustellung 850 Jahre Freiburg S. 557!). Die Säule
in
St. Peter ist eine spätere, kleinere Nachahmung von Knittel. Die
Darstellung des Trinitätsgeheimnisses in dieser Form war vom Papst
Benedikt XIV. empfohlen worden. Die Kosten der Restaurierung
betragen
2527.92 DM. Die Denkmalpflege, welche alles anordnete zahlt 1/3,
die
Pfarrei 1/3 Fam. Hummel 1/3. Es ist zu hoffen, daß das
wertvolle
Kunstwerk noch einige Jahrzehnte am Platz erhalten bleibt. Leider
schreitet an solchen Bildnissen durch den modernen Ölrauch der
Zerfall
nun rascher voran. Letzte Möglichkeit der Erhaltung wäre die
Verbringung des Bildes in die Kirche, sofern die modernen
Bilderstürmer
in der jetzigen kath. Kirche solche Dinge überhaupt noch dulden.
In
dieser Hinsicht leben wir nun in einer traurigen Zeit. Der
Meigernies-Kelch von l385 kommt zur Ausstellung ins
Augustinermuseum
von dort erhält das Pfarrarchiv den Katalog, der auch für uns
wertvoll
ist. Zum Text ist zu bemerken, daß der Kelch über den Lindenberg
nach
Eschbach kam und rechtmäßig zum hiesigen Inventar gehört.
Das bisher hier in der Sakristei stehende Kreuz aus dem letzten
Jahrhundert, das Graf v. Kageneck der Sebastian Kapelle aus
Palästina
gebracht hatte, wurde an Stegen zurückgegeben, es wird wohl kaum
in die
Kapelle kommen, sondern den Tisch eines Paters zieren.
Pfarrchronik Eschbach 1970 - Seite 10
Am Jakobusfest‚ das bei schönem Wetter gefeiert wird, predigt G.R.
Pfarrer J. Reichenbach aus Siegelau. Abends ist in der Turnhalle
eine
Kirchengemeindefeier. Noch ist auch in Eschbach nicht alles Heu
daheim,
wo man sonst um diese Zeit mitten in der Ernte ist. Im
Neubaugelände
beginnen die Arbeiten für die neuen Straßen.
Das Umlegungsverfahren zieht sich mehr in die Länge. Am 2. Oktober
kann
jedoch der erste Baubewerber seinen Neubau auf dem Pfründegelände
beginnen.
Sorgenvoll wird die Angelegenheit Schwesternstation. Das
Mutterhaus
will die Station Eschbach aufheben. Versorgung in Krankenpflege
soll
von Kirchzarten aus geschehen. Am 10. Okt. wird Schwester
Salesiana als
Oberin nach Höchenschwand versetzt, das Schwesternhaus ist leer.
(Siehe
Akten Schwesternstation!) Es wird in Aussicht gestellt, daß in
etwa 2
Monaten wieder zwei ältere Schwestern kommen.
Für den Kindergartenneubau wird ein Fußballturnier veranstaltet an
einen schönen Sonntag Nachmittag‚ wobei der Pfarrer Photoreporter
macht.
Die jungen Landjugendgruppe, welche Lehrer Graf gegründet und ein
Jahr
betreut hat, soll nun selbstständig weiter arbeiten. Etwa 30
Jugendliche machen mit und wählen Manfred Gimbel als
Hauptverantwortlichen. Im Schulhaus wird von der Jugend ein Raum
eigens
für diese Arbeit eingerichtet.
Altoberlehrer Lulius Wörner kann noch den 70. Geburtstag feiern‚
wird
dann schwer krank und stirbt an Allerheiligen. Er hat 20 Jahre
lang gut
und nach gediegener alter Art hier gelehrt und die früher sehr
verlotterte Schule in Ordnung gebracht, zuletzt den Neubau noch
einrichten helfen. Er wird in der Heimat seiner Frau in Öhringen
bei
Heilbronn beerdigt. In unserem Schulhaus sind nun von der
Hauptschule
Stegen die Klassen 5 und 6 untergebracht. Die Schüler aus Ebnet‚
Zarten, Stegen; Attental werden mit Omnibus hierher gebracht.
zur
Chronik 1970
Der Umbau der Straße von Stegen nach St. Peter.
Der
Verlauf der alten Straßen spielte für die Entwicklung einer
Gemeinde eine große Rolle. Die sog. alte Villinger Straße !
Ebnet- Breitehof-Schloß Weiler Stegen, dann Wagensteigtal, hatte
in Stegen die Abzweigung nach St.Peter. Diese Straße richtete
sich nach dem Bachlauf, schlängelte sich durch das Tal, ging am
„Engel" vorbei, wand sich dort nochmals. Beim Hause Kollmer auf
der jetzigen Trasse, am "Löwen"- Schmiede, dann die Brücke beim
Hause Gabler-Bäckerei, dann die bisherige Trasse, Brücke unter
dem Fußhof bis zum Hugmichelhof, dann den Berg hinauf zum Lindenberg.
Noch in unserer Zeit sprachen die ganz Alten von der " alten"
Straße. An der Lindenberg-Kapelle vorbei nannte man sie
„Abtsweg. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die
"neuer "Straße ab Hugmichels Mühle - Schwörerhof Oberbauernhof -
2 Haarnadelkurven - Kühhof- Steighof gebaut. Gefährliche Stellen
waren die drei gewölbten Brücken mit engen Durchfahrten.
Bis
zum Dorf wurde schon in den Jahren 1960 begradigt. 1967 begann
man von St.Peter her mit dem Umbau des schwierigeren und engen
Stückes. Wir wundern uns heute, wie man immer ,mit den großen
Omnibussen der Post und den Lastwagen so gut durch die Enge
dieser Bergstrecke durchgekommen war mit nur wenigen Unfällen.
Mit
den mod. Maschinen wurde nun Berge abgetragen und Täler
aufgefüllt, durch ganz gleichmäßige Führung die Steigung
gemildert, die tiefen Wunden im Hang rasch wieder verbaut.
Im
Winter 1969 wurde die Brücke beim Staßenwartshaus neu gebaut und
damit die Straße dort ganz verlegt. Die alte Brücke weiter
unten, blieb für den Feldweg. Beim Scherlehof war bisher die
Enge am schlimmsten gewesen, die Büsche immer wieder in die
Straße hineingewachsen, viele kleine Kurven. 1970 ging nun die
Begradigung rasch voran, allerdings mit hohen Kosten. Die Brücke
unter den Fuihof wurde abgebrochen und neu aufgebaut fast an der
gleichen Stelle.
Als
diese fertig war, begann man mit dem Neubau der Brücke im Dorf
unterhalb Gablers Haus. Dort war ursprünglich eine großzügigere
Verlegung vorgesehen, dann wurde aber gespart und die neue
Brücke nur etwa 40 m weiter nord-westl. verlegt. An der alten
Brücke mit der engen Brüstung hatte! es viele Zusammenstöße
gegeben, da kaum zwei PKW aneinander vorbeikamen.
Auch
hatte das Gewölbe Schäden. Als im Herbst 1970 das Geld knapp
wurde, hörte man beim Scherlenzenhof auf und bauten schnell die
neue Brücke im Dorf. Am 30. Nov. wurde wurde sie befahren. Von
da an ist die Bestrahlung des Pfarrhauses durch die talwärts
fahrenden Autos anders und stärker. Auch fällt der
von der Straße her das alte Pfarrhaus, an dessen Ostseite seit
1790 nichts mehr gemacht worden ist, stärker auf. Zudem hatte
man die alten Bäume, die den Makel noch etwas verdeckten,
gerodet, um etwas mehr Sonne und damit auch mehr Sicht in den
Garten zu bekommen.
So
besteht die stille Hoffung, daß das Bauamt 1971
die Ostseite machen läßt.
Nachdem
die alte gewölbte Brücke etwas über 175 Jahre gedient hatte, kam
nun ihr Ende. Ich habe noch versucht, sie im Foto festzuhalten.
Die Straßenführung in der Enge bei der Schmiede machte etwas
Sorge. Ein Abbruch des Hauses Feser war früher vorgesehen und
von den Bewohnern erhofft. Darum wurde auch nichts mehr daran
gemacht. Es machte einen sehr schlechten Eindruck. Wegen der
hohen Kosten verzichtete man auf den Abbruch, lieber geht
man etwas weiter in den Berg hinein. Das alte Haus bleibt
also stehen.
Ich
hatte, als noch vorgesehen war, die Straße weiter nördlich zu
führen, einen Fußweg weiter nördlich des Baches an der Kirche
herunter zu führen, um dadurch die Leute von der Gefahr der
Straße weg zu bringen. Fam. Feser-Schweizer war scharf
dagegen. Sie wollen hinter dem Haus niemand haben, auch
die Pfarrhausleute sollen die dortige Brücke benutzen ! Das
kircheneigene Gelände am Bach herunter wird ohne Anfrage nach
Willkür benutzt. 1969 zahlte Adeline Feser 5 DM Pacht, 1970 gab
es einen Hasenbraten. Die Fertigstellung der Straße wird
hoffentlich 1971 erfolgen, dann auch mit Gehweg mindestens ab
Hummelhof bei Kollmer auf beiden Seiten und vernünftigen
Halteplatz für den Omnibus.
Pfarrchronik Eschbach 1970/71 - Seite 11
Das freudigste Ereignis zum Jahresende war zweifellos die
Wiederbesetzung der Schwesternstation am 12. Nov. durch die beiden
Schwestern Apronia und Irmbertina. Beide sind im Ruhenstandsalter
aber
gerne bereit, unserer Gemeinde nach Kräften zu dienen. Viel Bangen
und
Sorgen, aber auch Beten vor allem auf den Lindenberg fand sein
Erfüllung.
Für 1971 bemüht sich der Pfarrer, das staatl. Hochbauamt zu
einigen
Leistungen zu bewegen. Ein Besuch bei Herrn Gottlieb –
Oberfinanzdirektion, verspricht Erfolg und bringt den Kirchenfond
auch
eine Mehrleistung des Staates von 2000.- DM. Bei Baudirektor Heine
komme ich leider nicht gut an. Die Koksbeschaffung war für 1970
sehr
schwierig geworien; dreifacher Preis gegen 1968! Anlieferung am
Freitag
von meist betrunkenen Leuten. Daher das Bemühen, die Umstellung
auf
Ölfeuerung zu erreichen. Baudir. Heine lehnt zunächst ab, muß aber
zugeben, daß er sich in der Beurteilung der Leistungen des Amtes
für
Eschbach verrechnet hat. Ich versuche auch die Erneurung der Bänke
in
diesen Zusammenhang zu bringen. Es wird nun etwas in Aussicht
gestellt.
Da aber für 1970 an der Kirche außer Rep. der Lautsprecheranlage
nichts
erreicht worden war, lassen wir durch Zipfel 6 Bänke auf der
Männerseite auf unsere Kosten machen, dazu den Boden auf der
Männerseite. Damit werden die Männer, welche 30 fm Holz gestiftet
hatten vorerst mal zufrieden gestellt. Um Dreikönig war es elend
kalt
und zog, vor allem in den hinteren Winkeln, wo eben die Leute an
liebsten sind‚ sehr. Die sonntägliche Kirchenbesucherzahl geht um
rund
50 zurück. Wir hatten noch knapp 5 Grad hinten. Die Bauamtsherren
meinen, das gesehene ja den Eschbachern recht, wenn sie nicht
besser
vor gingen. Da noch zwei Bänke hinten weg bleiben sollten,
gibt
es Mißstimmungen. Ich erreiche, daß nur eine Bank wegbleibt was
aber
doch die bisherigen Inhaber dieser Leute verstimmt und zum
Wegbleiben verführt. Schleunigst beschaffe ich 8 Stühle für
hinten‚ die
leicht weggeräumt werden können.
Architekt Vökt plant nun zunächst die Umstellung auf Ölheizung,
muß
aber bald zugeben, daß die Mittel dafür vorerst nicht genehmigt
werden.
Wegen des Vorhabens in der Kirche ist für das Pfarrhaus nichts zu
erwarten, obwohl die Gartenseite des Hauses, an welcher seit 1790
nichts mehr gemacht worden war, daran wäre. So kann es kommen, daß
1971
weder am Haus noch an der Kirche etwas gemacht wird und die Leute
dafür‚ wie hier meist, dem Pfarrer die Schuld geben. Eine
Verbesserung
der Heizung im Haus brachte die Umstellung des Ofens im
Pfarramtszimmer
an den besseren Kamin, ganz in Ordnung kam die Sache jedoch nicht.
So
beschaffte ich aus privatem Geld einen Propangasofen, der bei
Versagen
der Ölheizung im Falle von Westwind den Raum rasch wärmt, teuer
ist und
auch, da ohne Kamin‚ auch wieder stinkt. Für das Gastzimmer
beschafft
die Kirchengemeinde aus ihren Mitteln einen el.
Nachtstromspeicherofen.
Nicht leicht zu tragen war die scharfe Kritik an der Predigt des
Pfarrers welche seitens der Jugend über das Konradsblatt erfolgte.
Im
Rahmen aller Kritik in der Kirche, die sich fast ausschließlich
hart
gegen den Priester richtet, der eine traditionelle Haltung zeigt
und
sich etwa noch getraut 20 Minuten zu predigen und dabei
Überliefertes
zu loben, ist diese Aktion zu Verstehen, die auch ihr Gutes hatte
und
doch auch positive Seiten zeigte. Sehr zu bemerken war dabei die
Hilfe
von Oberlehrer Graf.
Die Aufteilung der Bauplätze auf Kirchengelände macht viel Arbeit
und
manchen Kummer. Auf Neujahr hat Ketterer von Kirchzarten seinen
Keller
fertig und auf Ende März beginnt Forstdir. Volk seinen Bau.
Auf Ostern kommt der Straßenumbau bis zur „Löwen“. Es gelingt, die
alten guten Brunnenstuben der Pfarrhauswasserleitung zu erhalten.
Die
Verbundenheit mit dem Lindenberg kommt durch Mithilfe des Pfarrers
bei
der Anbetung der Männer zum Ausdruck. Josef Gabler wird auf
Dreikönig
von seinem Dienst als Dirigent des Kirchenchores entbunden, den
er 48 Jahre treu ausgeführt hat, leider in letzter Zeit fast
nur
mit letzter Anstrengung und wenig Echo bei der Gemeinde. Seraphin
Kollmer, zugezogen aus Sulz b. Lahr versucht das Amt
weiterzufuhren.
Mit etwa l2 Sängern und Sängerinnen ist leider die Arbeit schwer.
Zur Pfarrchronik Eschbach 1971 - Seite.11. 2.
Auf Ostern kann der Kirchenchor unter Leitung von Seraphim
Kollmer, die
Eschbacher "etwas komisch" nennen, doch ein Amt singen und führt
sich
gut ein. Erstkommunion mit 22 Erstkommunikanten war recht schön,
ein
Komm. Georg Scherer, konnte wegen Krankheit nicht mitmachen und
holte
am Pfingstsonntag nach. April und Mai waren sehr sonnige, warme
Monate,
dafür Juni dann kalt und ganz verregnet. Die Bittwoche war sehr
schön,
alle Bittgänge wurden hier noch gehalten, nur ins Steurental ging
man
nichtmehr; man ging zum „unteren Wagner“.
Auch die Lindenberg Fußwallfahrt, zwar recht beschwerlich, wurde
bei
guter Beteiligung gehalten. Man betete um Regen, was man an sich
nicht
tun soll, da es hier doch meist zu viel regnet. Traurig ist; daß
die
sog. fortschrittlichen Geistlichen auch in Dekanat Kirchzarten,
nur
noch wenig Bittprozessionen halten, die Freiburger Herren sind in
öffentlicher Aussprache der Meinung, beim heutigen
naturwissenschaftliche Denken sei ja sowieso kein Platz mehr für
ein
Wirken Gottes im Wetter. Fronleichnam wird hier in der bisher
üblichen
Form mit 4 Stationen gehalten. Die Straße ist bis zum „Löwen“
fertig,
auf Jakobi ist sie ganz fertig. Man wird sich bald das enge
Sträßchen
nichtmehr vorstellen können. Auch die Telephonleitungen werde neu
gelegt.
Die vier obligatorischen Ausflüge‚ für die der Pfarrer zu sorgen
hat,
hatten folgende Ziele: Erstkommunikanten: Breisach, Kaiserstuhl,
Frauen: Elsaß, Thann‚ Eremitage Frère Josef, Belfort, Maria
Stein: Kirchenchor: Berner Oberland (Lauterbrunnen-Müren)
Diesen
Ausflug hat Kollmer organisiert und mir die Arbeit abgenommen.
Ministranten mit Oberried zus. Flugplatz Kloten.
Im Baugebiet beginnt nun ein Bau nach dem anderen, die
Notariatsarbeit
ist dabei die schwierigste. Aufgerichtet werden im Mai: Volk
und
Ketterer, bald kommt Rees, Haid und Feser, dann Riesterer. Die
Grundstückspreise steigen rasch. Wir schleißen noch mit 25.- DM /
qm
ab, bald bezahlt man privat bis zu 60.- DM.
Am heißesten Tag des Jahres, am 27. Juli wird in Freiburg von der
Kirchengemeinde Gelände im Wert von 85.000 DM unentgeltlich an die
Gemeinde abgegeben, damit diese den Kindergartenbauplatz vom
Peterbauern bezahlen kann. Dieser kostet 51.000 DM. Am gleichen
Tag
werden die Plätze an Frau Hauri in Ebnet und
Wiederkehr-Schneideraus Freiburg verkauft. So geht fast die
Hälfte der sog. „Organistenmatte“, die einst Pfarrer Othmar
Broggle mit
seinem Geld gekauft und der Kirche geschenkt hatte, als Geschenk
an die
Gemeinde.
Meinerseits war beim Gemeinderat vorgeschlagen worden, die kleine
Nebenstraße dort (1972 „Im Grün) „Othmar Broggle-Str. zu nennen.
Der
Vorschlag wurde einstimmig abgelehnt. Sie heißt: „Wiesenweg“.
Bisher
hatte der Organist für diese Matte 100.- DM Pacht erhalten, was
bei
seinem Gehalt eingerechnet wurde.
An der Schule werden die Verhältnisse durch das Kommen junger
Lehrerinnen nicht leichter, vor allem rel. weltanschaulich. Man
ist
meist „antiautoritär“, areligiös, z.T unverheiratet mit Freund und
Kind
usw. Josefstag, Peter und Paul sind nun auch keine Schulfeiertage
mehr,
die Schüler können in den Gottesdienst wenn sie wollen. Z.B ist
man
gerne bereit in dieser Zeit die kath. Kinder mit Spielen zu
beschäftigen, was die Schüler dann lieber tun als Beten.
Auf Jakobusfest ist nur sehr schwer ein Prediger zu finden,
zuletzt ist
mein Schulfreund Domkaplan. Schäuble zu diesem Dienst bereit, dann
gesundheitlich fast nicht zum Dienst fähig. Er kann sich nur mit
Not
bei der Predigt auf den Beinen halten. Nachher wird es ihm dann
wieder
besser. Es gelingt die Abendfeier in der Turnhalle doch recht
ansprechend zu machen. Der Saal ist fast besetzt.
Am 11. Juli Kirchen- und Pfarrvisitation durch H.H. Dekan Wenger,
die
nach den alten Regeln korrekt durchgeführt wird, sie ist ja im
Wes.
Eine Prüfung des Pfarrers und seiner Amtsführung. Da ich bisher
auf
allen meinen Pfarrstellen jeweils jedes 5. Jahr streng visitiert
wurde,
hat mich das nichtmehr so erschüttert. Hier war die letzte
Visitation
1956 gewesen.
Zur Pfarrchronik Eschbach 1971 3 - Seite 12.
Am Liobatag, 28. September feiert Esther Rombach bei den
Vinzentius-
Schwestern in Freiburg Profeß‚ für die Pfarrei eine große Ehre und
Freude. Die Eltern sind inzwischen nach Freiburg verzogen.
Erntedank 1971 ist sehr schön, da wir seit Juni fast
ununterbrochen nun
schönes Wetter haben, gibt es eine reiche Obsternte und die Sorge,
alles Obst aus dem Pfarrgarten unterzubringen. Die verjüngte
Hausrebe
trägt nur wenige Früchte, aber sie hat sich gut entwickelt.
Bauarbeiten werden seitens des Hochbauamtes 1971 keine ausgeführt.
Es
gelingt nur mit Mühe, den Küchenablauf‚ der noch durchs
Dachkandelrohr
ins Freie ging durch das Bad in die Kanalisation zu bringen. Firma
Kasper Kirchzarten macht diese Arbeit, die l970 in Auftrag gegeben
war
im Dez. 71‚ verrechnet wird dann 1972. Trotzdem beantrage ich im
November wiederum Umstellung der Kirchenheizung auf Öl, Erneuerung
der
Bänke und Außenrestauration der Ostseite des Pfarrhauses.
An Martini gibts einen schönen Martinsumzug unter Führung durch
den
Pfarrer. Die Lehrerinnen Frau Erhart und Frau Boeck nahmen sich
der
Sache mit Liebe an. Im Spätherbst ist es sehr trocken‚ in Ebnet
hat der
Eschbach kein Wasser mehr. Mitte November fällt glücklicherweise
doch
ein schöner Schnee und bringt wieder etwas Wasser.
Das kath. Volksbildungswerk gibt Herr Graf ab, Herr Dr. Stein
übernimmt
es. Unter Führung des Pfarrers war im Herbst eine heimatkundliche
Wanderung auf den Steinberg bei Waldau angesagt, die gute
Beteiligung
fand (etwa 90 Personen) Vom Steinberg stammen die Steine
unserer
Kirchenfasade.
Im September zieht im Neubaugebiet Herr Forstdirekter Karl Volk
ein, im Dezember Fam. Ketterer. Im Kirchengelände wird der
letzte
Bauplatz an Baudirektor Geiger vergeben. Nachwievor viel
Verwaltungsarbeit in den Grundstückssachen.
Am l5. November verunglückt der Jungmann Leo Dold im Langenbach
mit dem Traktor tödlich. Er war offenbar zu schnell gefahren.
Weihnachten 1971 ist ohne Schnee, der Gottesdienst stark
besucht, Großteil besonders
der jüngeren Pfarrangehörigen geht zur hl. Kommunion,
war
jedoch nicht bei der Einzelbeicht sondern bei den Bußandachten in
St.
Peter oder Kirchzarten. Die Adveniatkollekte bringt fast 900.- DM
mehr
als 1970.
Die Jahresstatistik ist insofern nett: es sind nur 4 Beerdigungen
und l7 Taufen, alle Eltern bei Taufe und Trauungen kk.
1972
Bei der Neujahrsgratulation in Freiburg ist Eschbach mit einer
Schäppelträgerin und zwei Frauen mit Kappe vertreten. Der
Regierungspräsident und der Landrat bekommen von der Gemeinde je
ein
"Schäufele"‚ der Erzbischof von der Pfarrei einen Budel Schnaps
aus dem
Pfarrgarten. Auch l971 hatte man wieder, wie 68 und 70‚ je etwa 10
L.
Zwetschgenschnaps aus dem Pfarrgelände "geerntet"‚Domilibauer
Schuler
hat ihn gebrannt. Tagsüber muß die Kirche geschlossen bleiben weil
Kirchendiebstahl immer mehr überhand nimmt. Hier war ein
Mikrophon, ein
Kabel, ein Lavabogefäß gestohlen worden.
In Gegnbach starb Schwester Gudwala, die 1940-52 hier als
Krankenschwester tätig war und in guter Erinnerung ist. Ab
Dreikönigstag ist auf dem Lindenberg die Anbetung der Männer, wozu
der
Eschbacher Pfarrer jede Woche einen Abend zu einem kl. Vortrag
kommt.
dieses Jahr soll jeweils auch ein Mann aus der Pfarrei mitgehen.
Bei
der Gemeinderatswahl l971 war Altmathislebauer Pius Rombach, der
sich
wie auch im Stiftungsrat sehr verdient gemacht hatte, recht
lieblos
abserviert worden. Durch eine "wilde"Liste“ kam dann doch sein
Sohn
Karl hinein. Um die Jahreswende kommt das Kindergartenbauverhaben
gut
voran. Die Planung wird im Gemeinderat durchberaten, der Vertrag
mit
der Kirchengemeinde wird gebilligt und wird wirksam.
Zur Pfarrchronik Eschbach 1972 2 - Seite 13
Der Winter 1971/72 wird ungewöhnlich milde, wenig Schnee, viel
Sonnenschein, wenig Wasser. Es ist sicher einmalig, daß man im
März
buchstäblich um Regen beten muß.
Unter Mithilfe von Forstdirektor Volk wird der obere Teil des
Pfarrackers am Reckenberg‚ der verwildert ist, d.h. mit
undurchdringlichem Dickicht aus Schwarzdorn Ginster und Brombeer
bewachsen ist, gereinigt und wieder kultiviert, eine Arbeit,
die
der Pfarrer als Ersatz für sonst heute auch bei Geistlichen
üblichen
Besuchen eines Hallenbades oder einer Saune zur Förderung der
Gesundheit bei schönem Wetter ausführt. Leider ist schon Mitte
März ein
Abbrennen der anfallenden Holz-und Reisigmengen wegen Trockenheit
unmöglich. Der untere Teil des Ackers wird z.T. als
Kleingartengelände
an Nachbarn verpachtet. Zuletzt hatte nur noch eine Kuh den Acker
abgeweidet. Am 26. Februar wird das alte Schuchristenhaus im
Steurental
von der Feuerwehr abgebrannt, da ein Abbruch sich nichtmehr lohnt.
Das
einst schöne Schwarzwaldhäuschen war zuletzt unbewohnt, nachdem
auch
die letzte Ziege dort mit Gift aus der Welt geschafft worden war.
Fam.
Hug erweitert den dortigen Bebauungsplan sehr stark. Die
Bautätigkeit
im Neubaugebiet geht flott weiter, Bauplatzpreis z.Z 65 DM qm.
Am 14. März ist für unsere Pfarrei in St.Peter Firmung durch den
H.
Weihbischof Gnädinger. Zur Vorbereitung wird an 4 Sonntagen und
zwei
Werktagen besonderer Firmunterricht gehalten. Gefirmt werden 3
Jahrgänge: 6.7.8.Schulj. Erstmals haben alle Firmlinge ihre
eigenen
Firmpaten. Für 5 Pfarreien ist damit auch in St. Peter der
Platz
etwas knapp. Eschbach muß in jeder Form überall vor den anderen
zurückstehen. Erfreulich war, daß alle Firmlinge zum Unterricht
kamen.
In Bausachen lassen leider auch die einheimischen Handwerker die
Pfarrei im Stich. Schon oft war vom Maurer versprochen, die Lücke
in
der Brandmauer Pfarrhaus - Kirche zu schließen und die Löcher im
Kirchenboden zuzumachen, eine Arbeit, die schon 1971 vom
Hochbauamt
genehmigt und finanziert war. Ebenso war für Winter die
Herstellung
eines neuen Bodens im sog. Gartenkämmerchen genehmigt und ein
Fenster
in Glasabschluß versprochen‚ jedoch nicht ausgeführt. 8 neue
Kirchenbänke machten wir auf eigene Faust, damit auch auf der
Frauenseite etwas geschah.
Wiederum durch kluge Mithilfe von Forstdirektor Volk kamen wir zu
einer Holzspende von Gutzweiler und vom Scherlenzenwald.
Die Umstellung der Kirchenheizung auf Ölfeuerung wird wiederum auf
2.
Jahreshälfte zurückgestellt, der Außenputz Pfarrhaus Ostseite wird
in
Aussicht gestellt. Überraschend wird im Mai die Renovation der
Ostseite
des Pfarrhauses begonnen. Die Preissteigerung erschwert jedoch die
Arbeit sehr. Für qm Außenputz 1970 noch 17.- DM jetzt 30.-
Man
muß froh sein, daß ein Gipser die Arbeit übernimmt: Strecker in
Glottertal, der aber bei jeder Gel. meint, wenn es nicht passe,
soll
man einen anderen suchen! Es werden 12. Fenster genehmigt,
ein
13. läßt die Pfarrei im Seitenflügel machen d. Schreiner Rombach
St.
Peter. Die Malerarbeiten der St.Märgener Franz Faller. Schwere
Unwetter
machen in der 2. Julihälfte manche Sorge. Die Zimmerleute Zipfel
arbeiten nun rasch und gut. Das Dachs ist nicht leicht in Ordnung
zu
bringen, da eben früher elend gelottert worden war bes. d. Schäden
an
der Dachrinne. Der Boden im Gartenkämmerchen wird nun doch
gemacht, dabei der Geheimkeller darunter inspiziert und ein Foto
davon
gemacht. Siehe bes. Akt darüber!
Freude macht die Wahl von Oskar Saier zum Weihbischof. O. S. ist
mit
mir im 4. Grad verwandt, wie er auch verwandt ist mit dem bed.
St.Märgener Lorenz Saier. Ich nütze die Situation jedoch bewußt
nicht
aus. Bei der Bischofsweihe bin ich als Pilger in Altötting.
Großen Schmerz bereitet der Tod von Josef Gabler, Organist, den
wir am
Herz-Jesu- Fest begraben müssen. Er war ein Mann von einmaliger
Treue.
Siehe bes. Akts. m. Foto.
Ein Leichenaufbewahrungsraum soll rasch geschaffen werden. Der
Gem.rat
ist in dieser Sache einmütig. Die Pfarrei wird die zur Hälfte leer
stehende Pfarrscheuer zur Verfügung stellen. Wie rasch die Sache
geht,
ist Aufgabe der Gem.verwaltung.
Zur Pfarrchronik Eschbach Fr.
1972 3 - Seite 14
Im Seitenbau des Pfarrhauses - wir nennen ihn Theresienbau‚ wegen
der
letzten Mieterin‚ Theresia Scherer - Armleutewohnung - wo wir
schon
1970 u.71 Gastzimmer und Bügelzimmer eingerichtet hatten. Zuerst
in
aller Stille der übelste Raum, die Küche, umgebaut. Stiftungsrat
Zipfel
vermacht der Sache zwar nicht viel, ist aber zur Hilfe bereit.
Näheres
siehe Bauakten Pfarrhaus. Über Peter und Paul ist der Pfarrer mit
Krankenschwester und Haushälterin bei der Caritaspilgerfahrt Bb.
in
Altötting, Ende Juli soll ich eine Omnibuspilgerfahrt nach
Banneux in Belgien leiten. Die Sache wird recht gut, einige
Eschbacher gehen erstmals mit mir. Der Frauenausflug, welcher
anfangs
auszufallen schien wegen geringer Beteiligung führt nach
Bickesheim‚
Favoritte, Grab v. Pfr. Gärtner u. Ettenheimmünster.
Auf Ende Juli kommt ein franz. Jugendpfarrer aus der Vendee und
bittet
um Zeltplatz für seine Jugend. Die Leute werden angenommen und
zelten 3 Tage vor dem Pfarrhaus im Hof unter sehr guter
Ordnung.
2 Jugendgruppen aus dem Allgäu sind bei uns zu Besuch mit
Jugendgottesdienst am Sonntag.
Die Gemeinde Eschbach beteiligt sich gern‚ auch finanziell‚ am
Ausbau
des Lindenbergsträßchens; den ersten Ausbau dieses ehem. Feldweges
hatte Vater Hog als Straßenwart 1927 mitgemacht. So gut ich im
Stillen
kann, versuche ich zu helfen, daß auf dem Lindenberg etwas
geschieht.
Bei unserer Fußwallfahrt hatte der Kaplan und der Knecht uns noch
mit
Getränken versorgt, da Schw. Oberin das Wirten abgelehnt
hatte.
Die weltliche Schulentlassungsfeier in Stegen wird jedes Jahr
dünner,
1972 hat man nur zu verzehren was angeboten wird, auch wenn man es
nicht gut vertragen kann. Oberlehrer Koch dort versucht noch
rasch, uns
einen Teil der Grundschule zu nehmen und dafür die Hauptschüler zu
schicken, die man dort nichtmehr zwingt. Oberlehrer Graf kann sich
dieser Aktion mit den Eltern zusammen noch erwehren. Wir bekommen
drei
Klassen der Hauptschule Stegen; wegen Raummangel muß teilweise der
ReligionsUnterricht im Probelokal des Rathauses gehalten werden.
Im Neubaugebiet wird feste gebaut Ende 1972 stehen auf
Kirchengelände
von 11 Häusern 10. Die Bauenden sind gute Leute, auch für die
Pfarrfamilie; Forstdir. Volk für forstl. Belange; Herr Rees für
Kirchengem. -rechnerposten und Ordinariat. Baudir. Geiger ist
Choralsänger in St. Barbara, Herr Hügl ist an der Teleph.Zentrale
im
Freiburger Rathaus. Zum Jahresende kann mit dem Kindergartenneubau
begonnen werden.
Die Bundestagswahl am Volkstrauertag bewegt auch hier die Gemüter.
Die
Wahlbeteiligung ist sehr gut; nur dafür hat der Pfarrer geworben.
Die
Wahlpropagenda für die SPD wird hier vor allem von den
Lehrerinnen:
Bock, Fremmerei und Dau bzw. ihren Männern betrieben. Nach dem
Sieg
wird Willi Brand im Lehrerzimmer gefeiert, sein Bild ziert die
Wand.
Wahlwrg. siehe Akt.
Anf. November stirbt Wilhelm Feser‚ der letzte Eschbacher
Schmied. Die Feser kamen einst von der Nesselache hierher
und
waren weitbekannt auch als Tierärzte. Wilhelm war zuerst ein
gewaltiger
Recke als Schmied, der die wildesten Rösser und Ochsen bändigte
dann
aber schwer krank wurde und mehrere Jahrzehnte elend leiden mußte.
Er
litt an dem entstellenden Nasenschwamm und konnte sich zuletzt
kaum
noch sehen lassen. Sein letztes Leiden und Sterben war getröstet
durch
den Glauben. Das Seelenamt für ihn war, da die Musik draußen wegen
des
Regens nicht spielen konnte, sehr würdig und ehrenvoll.
Eine ungewöhnliche Beteiligung fand die Beisetzung des auf der
Autobahn
verunglückten Dr. Wolfgang Hahn, Landesgeologe. er war evangel.
Frau u.
Kinder kathol. Die Beerdigung hielt der Schwager, ev. Pfarrer von
Emmendingen. Wir stellten ihnen für die Trauerfeier die Kirche zur
Verfügung, die von der 2. Kinderbank an bis auf den letzten Platz
besetzt war, was die kath. Gemeinde in letzter Zeit nie erreicht
hat.
Auf Weihnachten erhielt ich durch Herrn Hansjörg Volk einen Helfer
bei
der Kommunionspendung und beim Vorlesen, was der
Kirchengemeinderat vor
2. Jahren noch abgelehnt hatte, nun aber billigte. H.J. Volk,
Dipl.
Theol. aus Elzach wohnt hier in Miete und arbeitet in der
Erwachsenenbildung der Erzdiözese.
Die
Brüder-oder Theresienwohnung im Pfarrhaus betreffend.
Umbau für Zwecke der Pfarrwohnung 1970-73.
Als 1738-90 das Klosterpfarrhaus in Eschbach gebaut wurde, fügte
man dem Hauptflügel den Seitenbau an, unten Waschküche und
Backhaus, Holzremiese und Treppenabgang. Im Obergeschoß 2 Zimmer
für die Brüder und ein Werkraum, Gang auf der Innenseite. Die
beiden Zimmer ließen sich nicht gut heizen, das begonnene Kamin
wurde nicht vollendet und stand als Torso da bis 1970..
Das mittlere Zimmer war über ein langes Rohr heizbar. Das
Waschküchenkamin war unter Gustenhofer erneuert worden.
Gustenhofer betrieb noch Landwirtschaft zus. mit den Mesner
Helmle, im Hof hatte man gemeinsam Schweine und Hühner sowie
eine große Miste. Man versuchte zuerst die Schwestern dort
unterzubringen und baute einen Eingang von außen, teilte die
Waschküche und baute eine Stiege, die sehr steil ausfiel.
Jahreszahl an der Türe Waschk. 1898/99. Vers an.d. Treppe:"Das
ist die Stiege zur Ewigkeit, hier schlägt die Uhr immer und
allezeit !
Als
G. 1909 auf d. Lindenberg zog, richtete er für seine Köchin, Eleonore
Maier, diese Wohnung ein. Sie starb dort 1923.
Nachfolgerin wurde Theresia Scherer, die
Trachtennäherin, die bis 1957 ihren Beruf dort ausübte. Wohl
alle Bräute von Eschbach und alle Trachtenmädchen gingen hier
ein und aus. Man ging meist durch die Waschküche und brachte als
Gabe Holz und Wasser. Im mittleren Zimmer war es wohnlich, die
Küche u.d. Abort waren minder. Seit dem Tode von ihr standen die
Räume leer.
Mit
der Außenrest. 1969 kam die Gel. zur Erneuerung der Gangfenster,
denn hier war eine Hauptkältequelle (lottrige Bleiverglasung von
1790 !).
1970 wurde der Kamintorso abgebrochen, die beiden Zimmer bekamen
neue Fenster, die el. Installt. wurde erneuert und die Zimmer
gerichtet, leider nicht so gut isoliert wie später der Werkraun.
In Zimmer 1, das nun als Gastzimmer dienen sollte, kam ein el.
Nachtstromspeicherofen. Zimmer 2 als Näh-und Bügelzimmer erhielt
einen besseren Allesverbrennerofen (Privateigentum Pfr. Hog).
Man gab der Wohnung nun den Namen Theresienwohnung ! 1972 begann
man mit den Umbau der ehem. Küche, el-Anschluß war 1971 gemacht
worden; Abbruch einer WandM; Versetzen der Türe und damit
Einbeziehen des Fensters nach Süden, damit im Winter ein
Raum des Hauses Sonne hat. Zimmermeister Zipfel sagte
Hilfe zu, Stiftungsrat genehmigte die Mittel, wenn auch in
Eschbach die Meinung vorherrscht, der Pfarrer habe Platz
genug, man sollte hier wieder eine Mietwohnung für arme
Leute einrichten. Durch Neuinstallat. der el. Leitungen
ist Beheizung mit Nachtstrom in allen Räumen möglich. Im Febr.
7. war der Werkraum benützbar, auf Mai sollte der erste Gast
einziehen können. Das war Jos. Schröer, Pfarrer i. R. in
Osnabrück. als er am 25.5. abfuhr, kam der Install. Kasper und
begann Wasser und Abort einzurichten. Gipser Fischer St.Märgen,
Maler Spiegelhalder St.Peter machten die entspr. Arbeiten,
Zipfel ein Teil der Zimmerarbeiten. Die Hälfte der Kosten wurde
gespart durch die Eigenarbeit des Pfarrers und seiner Ang. Die
Eigenarb. am El. prüfte El. Meister Tritschler und fand sie in
Ordnung.
Am
23. Juni war die Wohnung fertig bis auf Kleinigkeiten.
Bischof
Dr. Franz Hengsbach von Essen und sein Fahrer, Herr
Stiel, kamen als Gäste von Forstdir. Volk hlerher und weihten
durch Wohnen die Räume ein. Der Bischof segnete sie und gab dem
Gastzimmer St. Franziskus als Patron. Der Bischof fühlte
sich wohl, er lobte vor allem Wasser, Ruhe. Luft und die
Gastlichkeit des Pfarrhause. Für uns alle waren es Ehren-und
Freudentage.
J. H.
Zur Pfarrchronik Eschbach Fr.
1972, Seite 15 wird nachgetragen.
Zur Pfarrchronik Eschbach 1973
16.
Die Gemeinde Eschbach erhält amtlich die Ortsbezeichnung: Eschbach
Schwarzwald, der ganze Ort bekommt Straßennamen mit neuen
Hausnummern.
Kirche und Pfarrhaus kommen noch gut weg. Anfangs schien es, daß
der
Vorschlag: Maierhofweg, sich durchsetzen könnte, meinerseits kam
dann
der Gegenvorschlag: Kirchplatz. Endergebnis ist: Mitteltal‚ wobei
uns
die Hausnummer 23 blieb. In Sachen Gemeindereform wird seitens der
Landesregierung der Schlußpunkt auf 1.Juli für freiwillige
Zusammenschlüsse festgesetzt. Man ist sich hier klar: Stegen
rechnet
fest mit der Eingemeindung von Eschbach. Eschbach will selbständig
bleiben oder sich an liebsten in Verwaltungsgemeinschaft
Kirchzarten
anschließen. Es zeigt sich auch die Möglichkeit, mit St. Peter
eine
Verwaltungsgemeinschaft zu bilden. Das Landratsamt rät zu einer
Abstimmung. Diese wird durchgeführt. Oberlehrer Graf, der bereits
in
St. Peter wohnt, aber Eschbach nicht im Stich lassen will,
arbeitet für
den Vorschlag St. Peter. Gem. Rat Alb. Rombach vor allem für
Kirchzarten. Die Eschbacher, auch Neubürger kommen gut zur
Abstimmung:
56 %. Absol. Mehrheit für Verwg. St. Peter, 1/3 für Verw. mit
Kirchzarten 8 % für Anschluß an Stegen.
Der Pfarrer versuchte beim Mitbruder in Glottertal und bei seinen
Verwandten in St. Märgen in diesen Orten zu werben für die
Verw.Gem.
Der Gem: Glottertal, St.Peter St. Märgen, Eschbach. Diese Verwg‚
alle 4
Orte gleiche Struktur, Landwirtsch‚ Fremdenverkehr, noch nicht
verstädtert. Die Einwohnerzahl würde genügen. Glottertal macht
aber nicht mit. St.Märgen ist unentschlossen, St. Peter. den
die
Mitte in diesem Falle zufallen würde, ist für, will nicht
initiativ werden, Gespräche mit Eschbach bereit, mehr aber nicht.
So
gehen die Bemühungen von Bürgermeister Spitz mit St. Peter weiter.
Um die Schulreform wird erbittert gekämpft. Grundschule soll ganz
weg,
in Stegen eine große Grundschule mit 8 Klassen gebildet werden, in
unser Schulhaus soll dann die ganze Hauptschule Stegen. Auch der
Ki-Gm.Rat wird aktiv, von der Grundschule erhalten, was möglich
ist.
Bei einer vom Ministerium klug aufgezogenen Großversammlung wehren
sich
kleine Gemeinden heftig, bes. der Pfarrer von Waldau, Bürgerm.
Spitz
wird scharf als er gar eine Faust machte, notierte man sich ihn.
Erfolg: 7 Herren kommen nach Eschbach um die Situation anzusehen.
Ergebnis: Die 1. u. 2. Klasse bleibt da‚ 3. u. 4. muß nach Stegen
aber
auch die 2. Klasse von Stegen muß nach Eschbach. Beim Schulbeginne
ist
die Stimmung schlecht. Der Schulbetrieb wird nervös, 5 große
Omnibusse
werden eingesetzt, der Schülergottesdienst hier, bisher für 3.4.
Kl.
recht gut wird hier unmöglich gemacht. Mein Angebot, in Stegen
wenigstens in der 5. Kl. Religion zu halten, um wenigstens die
Erstkomm.klasse noch zu haben wird nur ungern angenommen. Man läßt
mir
ab Okt. noch eine Stunde. Da zugleich die Rel.Stundenzahl auf 2
red.
wird halte ich hier noch beide 2.Kl. und die 5. Kl. u. 6. Kl.
halten
Herr und Frau Graf. Wir sind noch eine der wenigen Pfarreien in
der die
Kl. 2 5 6 alle Schüler jede Woche den Schulgottesdienst besuchen.
Oberl. Graf bekommt die Vollmacht, als Kommunionhelfer tätig zu
sein.
Dieselbe Hilfe geben auch Herr Schulrat Gschwind und Dipl.
Theologe
Werner Rück. Ramon Harder baut hier auf Kirchengelände sein
Haus.
Er ist Volltheologe und als Rel. Lehrer tätig.
An der Aktion gegen die Autobahn am Winterberg mit der 130 m hohen
Brücke über das ganze Tal beim Engel beteiligt sich der Pfarrer
aktiv
durch Dias und Vortrag bei der Versammlung in der Turnhalle, die
ein
voller Erfolg wird. Sie Stadt Freiburg mit Ministerpräs.
Filbinger, der
Gemeinderat von Neustadt und die Handelskammer Freiburg sind die
starken Befürworter. Einerseits große Pläne, andererseits kein
Geld und
Verzögerung der dringendsten Straßenbauten sind typisch. Noch auf
Jahre
hinaus muß sich der ganze Verkehr durch die mittelalterlich
Dorfstraße
von Ebnet quälen, da einige Mächtige die neue Bundestraße ab
Freiburg
unmöglich machen.
Durch den Nahostkrieg beg. am 6. Okt. werden manche Dinge
plötzlich von
einer anderen Seite gesehen: Der Maßlosigkeit vieler wird eine
Grenze
gezeigt.
Zur Pfarrchronik Eschbach 1973,
Seite 17
Bauarbeiten 1975. Für die Kirche ist die Umstellung der Heizung
auf
Ölfeuerung in Verbindung mit der Erneuerung von Bänken und Boden
von
Hochbauamt geplant. Die Erneuerung der Bänke ist dringend, die
Verbesserung der Heizung ebenso notwendig. Der Steinboden im Gang
wäre
nicht so dringend, im Chor wäre der glasierte Boden, wenn auch
künstlerisch nicht gut, nicht notwendig. Das kirchliche Bauamt
würde
die Heizung so umbauen, daß der Ofen bleibt, also Umstellung auf
Holz
oder Koks in Notzeiten möglich bliebe, ein neuer Kaltluftschacht
mit
Ventilator jedoch in jeden Fall selbstverständlich. Der
Kaltluftschacht
kann in den Hohlraum unter den Bänken gelegt werden. Auf der
"Frauen"seite war das Gebälk unter dem Boden morsch. Das
Hochbauamt hat
mit so umgebauten Heizungen schlechte Erfahrungen gemacht, und
baut
grundsätzlich nur neue Öfen mod. Konstruktion ein. So wird unser
alter
Ofen von Gebr. Gruber ausgebaut und in Ballrechten verändert
wieder
eingebaut. Für 1975 ist also mit umfangreichen Arbeiten zu
rechnen. Wie
immer‚ können erst Ende April Angebote heraus, im Mai wird der
alte
Ofen abgebrochen, die Maurerarbeiten für den Tankraum begonnen, in
August kann der Tank gefüllt werden - wie sich herausstellte‚ zu
unserem Glück. Mitte Okt. ist die Heizung fertig, an manchen
Sonntagen
sah es in der Kirche wüst aus. Zipfel und Scherer arbeiten in
einer
starken Baukonjunktur doch einigermaßen rasch. Firma Kraus/Mühl
übereilt sich jedoch nicht. Ende Okt. kann jedoch kaum richtig
erprobt
werden, wie die Heizung arbeitet. Gut ist an ihr die
Schalldämpfung,
besser, als bei fast allen andern Umluftheizungen, vollkommen ist
ja
nur Fußbodenheizung (elektrisch) wenn Doppelfenster da sind. Dies
aber
ist hier nicht der Fall, es wurde 1966/67 nicht erreicht und
danach
sagte man mir, es sei aus künstlerischen Gründen nicht möglich,
auch
der Stiftungsrat hält es nicht für schön. Allerdings erlaubt Herr
Bertelsmann‚ der in Sachen Bodenplatten (nur Sandstein!) streng
ist,
daß wir auf unsere Kosten Vorfenster machen können, was sich bald
als
notwendig herausstellen wird. Wir mußten auch feststellen, daß das
kleine Fenster hinter dem Hochaltar ein Loch hat und schlecht
schließt,
was man, wie Thoma sagt 1997 zwar gesehen habe, aber zu beheben,
vergessen habe. Bertelsmann wollte auch die schon vorhandene
Chorbogensstufe, von Bitsch 1967 im Hinblick auf Erneuerung des
ganzen
Bodens so angelegt, nochmals um 20 cm verschieben. Merkte aber
nicht,
daß dann der ganze Warmluftschacht anders gelegt werden muß und
eine
ganz andere Führung der Kanäle notwendig gewesen wäre. So bleibt
wiederum manches unvollkommen. Die Verlegung des Bodens und
Herstellung
der neuen Bänke verzögert sich bis nach Allerheiligen und dauert
länger, als gedacht war. Auch wird anfangs Sakristei und Zimmer
darüber
nicht so warm wie früher, da das Kamin sich weniger erwärmt. Beim
alten
Ölpreis wäre die Heizung billiger (nur die Hälfte Kosten), der
Nahostkrieg aber macht auch dadurch einen dicken Strich.
Es zeigt sich auch, daß an den Geräten, wie überall, viel
schlechte
Werkarbeit vorliegt. Der Thermostat hält nur knapp einen Monat,
und
wird dann durch einen einfacheren ersetzt.
Auch die Pfarrhausheizung streikt in Oktober‚ die Pumpe im Keller
versagt. 1965 war sie von einer Firma eingebaut worden, die bald
danach
pleite gegangen war. So muß man hier wie auch etwa beim Auto damit
rechnen, daß ein Gerät nach 5 Jahren wegen einer schwachen Stelle
unbrauchbar wird, es gibt auch da keine Stetigkeit und Sicherheit.
So sind wir in Nov. 1973 noch froh, daß wir in Pfarrhaus noch zwei
Stellen haben, wo wir mit Holz feuern können, in der Küche und im
neu
eingerichteten Werkraum des Pfarrers- Brüderwohnung hinten. Man
ist
wieder froh um Holz von den Eschbacher Bergen!
Der Kindegartenneubau macht gute Fortschritte, Ende Juli
Richtfest‚ in
Bauangelegenheiten keinerlei Mitsprache der Pfarrei, Genugtuung
darüber, daß auch das Untergeschoß ausgebaut werden kann. In der
geistigen Vorbereitung des Kindergartens Mitarbeit durch ein
Elternseminar‚ veranstaltet von kath. Volksbildungswerk Eschbach,
jetzt
geleitet von Ob.Studienrat Fr. Stein, durch Werbung für
Kindergartenleiterin in den von Herder herausgegebenen
Fachzeitschrift.
Der KiGem.Rat benennt eine Sachkommission für Kindergarten
mit 2
Frauen u. 1 Mann.
Pfarrchronik Eschbach Schw. 1973
Seite 18
Ein Ehrentag des Pfarrhauses in Eschbach besonderer Art war der
Besuch
des Bischofs von Essen, Franz Hengsbach‚ der anläßlich des 100
jährigen
der Stiftungenfestes der CV.Corp. Hercynia in Freiburg am 24. Juni
das
Pontifikalamt zu halten hatte. Dr. Hengsbach ist Leibfuchs von
Forstdir. Karl Volk. Gleichzeitig hielt Erzb. Hermann in Bonn das
Pontif. Hochamt anläßlich des 10. Krönungstages von Papst Paul
VI.‚ das
wohl wegen des Konfliktes mit Nuntius Erzb. Bafile wegen Bischof
Kempf
und der Progressisten in Frankfurt niemand halten wollte. Hermann
u.
Franz machten beide ihre Sache auf ihre Art sehr gut. Der Bischof
hatte
durch Volk Unterkunft im Pfarrhaus erbeten. Die Theresienwohnung
war
gerade fertig (s. Akten darüberl), auch der bischöfl. Chauffeur
Herr
Stiel, bekam dort Quartier. Das Wohnen des B. sollte nicht
öffentlich
besonders bekannt werden. Der Bischof kam am Samstag, weihte in
Stegen
das Haus des Herrn Gumbel, früher Staatssekretär von Adenauer; am
Montag hielt er hier mit Fam. Volk und Gumbel die hl. Messe. Für
Eschbach gab es beinahe eine böse Blamage, als Sa/So. Nacht um 1/2
12
Uhr einige besoffene aus dem "Löwen" mit Herrn Stiel vors
Pfarrhaus
kamen, weil sie nicht glauben wollten, daß dieser "Bandit" in
kirchl.
Diensten sei und beim Pfarrer wohne. Der Bischof war Zeuge der
lustigen
Szene vor der Pfarrhaustüre. Dem Bischof gefiel besonders die
Ruhe, das
Wasser und die Luft in Eschbach. Verpflegung durch Frl. Rosalia
nahm er
dankbar an.
In der Vorbereitung des neuen Kindergartens bemühte sich die
Pfarrei
auch um die geistige Einführung der neuen Einrichtung. Es zeigen
sich
aber auch gleich die Quellen von Spannungen, da Frauen wie auch
Gemeinderäte hier die Mitarbeit des Pfarrers mit Mißtrauen sehen,
die
Dienste zwar als selbstverständlich hinnehmen, sofort aber jede
Regung
von Einfluß des Pfarrers scharf angreifen, derselbe Vorgang wie in
Schluchsee und Wahlwies‚ wo an beiden Orten die Reue über blödes
Verhalten zum Pfarrer zu spät kam.
Die Ölkrise in Zusammenhang mit dem Krieg Israel gegen Araber
brachte
Autofahrverbot an 4 Sonntagen. Der Gottesdienstbesuch litt nicht
darunter. Der Pfarrer bekam Sondergenehmigung‚ benutzte sie aber
nicht.
Zugleich brachte der 1. Advent eine scharfe Kälte von - 21 Grad,
für
das Pfarrhaus Kältealarm Stufe 2, Abort im Seitenbau fror trotz
Heizung
ein. Schaden gab es keinen, Holzfeuerung in Küche u.
Theresien-Wohnung
trat in Aktion. Neue Kirchenheizung bewährte sich mit einigem
Stottern
(Materialfehler und schlechte Arbeit) die Fenster so schwitzten
so, daß
das Wasser innen herunter lief - Vor Weihnachten kam jedoch für
mehrere
Wochen mildes Wetter.
Im Advent verunglückte unser Ratsschreiber, Heinrich Schwär,
zugleich
bester Helfer in der Pfarrei, sehr schwer, daß man um sein Leben
Sorge
hatte. Er wurde von einem Autofahrer abends auf die Wiese
geschleudert, als er mit dem Fahrrad noch zum Rathaus wollte. Der
Täter
beging Fahrerflucht, wurde am anderen Tag, als der Alkohol
nichtmehr festgestellt werden konnte, auf der Heimfahrt
geschnappt. Der
Polizist von St.Peter leistete Meisterarbeit. Der Täter ist eine
von
den berüchtigten "BMW Sauen" von St.Peter, die für ihre Raserei
bekannt
und gefürchtet sind. Es ist der Maler, welcher 1967/ 68 auch im
Pfarrhaus Eschbach gestohlen hatte und wegen anderer Diebereien
vom
Meister entlassen wurde.
In der Kirche wurden nun auch alle Bänke erneuert, die
Steinplatten neu
verlegt. Der Pfarrer mußte für Unterbringung der Facharbeiter
sorgen.
Sie kamen aus der Gegend von Freudenstadt, waren abends meist
betrunken, einer war Bettnässer und wurde deswegen in der 2. Woche
nichtmehr hergeschickt. So mußte man, auch der Staat‚ auch da
schlechte
Arbeit teuer bezahlen.
Fam. K. Scherer, die die Leute beherbergte, war großmütig, sodaß
alles doch noch ohne Krach ablief.
Auf Weihnachten ist damit die Kirche endlich bis auf
Kleinigkeiten‚ die
der kritische Katholizismus natürlich deutlich sieht und
feststellt
fertig restauriert. Traurig ist zum Jahresende die geringe Zahl
der
Taufen in Eschbach. 7, darunter 2 aus dem Neubaugebiet. Seit
Bestehen
der Pfarrei 1790 die niedrigste Zahl bei der Hälfte Einwohner!
1917
waren es 9.
Die „Pille", Sexwelle‚ Kampf gegen § 218 wirken auch hier,
besonders
seit die sogenannten fortschrittlichen Kreise in der Kirche -
Professoren, "Laien" antiautoritäre Geistliche gegen Papst,
Bischöfe
und ältere Pfarrer schrankenlos hetzen und in der Kirche
viel
zerstören.
Pfarrchronik Eschbach Schw. 1974.
S.19
Das bedeutendste Ereignis im Jahre 1974 ist die Einweihung und
Ingebrauchnahme des Kindergartens: 1. Mai. Weihefest am
Dreifaltigkeitssonntag‚
9. Juni. Die Pfarrei leistete einen wesentlichen Beitrag bei
allem, siehe Akten.
Beim Weihefest wurden durch den Bazar rund 5000 DM
zusammengebracht.
Die Anstellung der Kindergartenleiterin und der anderen Kräfte
erfolgte
im Einvernehmen und Mitarbeit des Pfarrers.
Das für das religiöse Leben bedeutendste Ereignis war die Firmung
am 5.
Juli in St.Märgen durch Weihbischof Oskar Saier. Wir waren, wie in
den
letzten Jahren, zusammen mit St.Peter u. St.Märgen. Ich erhielt
von
Weihbischof Saier die sichere Zusage, daß auf Antrag die nächste
Firmung für Eschbach allein in Eschbach sein wird. Es wird nötig
sein,
Firmung an anderen Orten besonders Stegen für unsere Kinder nicht
zuzulassen. Firmung aller in der eigenen Pfarrei!
Das dritte Ereignis ist der Beschluß des Landtages nach hartem
Ringen, die Gemeinde Eschbach aufzulösen und mit Wittental
und
Stegen eine neue Gemeinde Stegen zu bilden. Wir wollten
Verwaltungsgemeinschaft mit St.Märgen, St.Peter, Glottertal, Sitz
St.Peter.
Die Planung der Autobahn an Winterberg und über das Tal beim
„Engel"
scheint zu scheitern am Widerstand vieler Bürger, auch des
Pfarrers.
Wir schlossen uns der Aktionsgemeinschaft Unteribental in dieser
Suche
an. Sehr aktiv war in dieser Sache Herr Rübsam, neuzugezogen in
der
Reckenbergstraße, sowie Herr Architekt Weiner und Herr
Rechtsanwalt
Hess.
Die Feuerwehr bekam zum Schluß der Eigengemeindlichkeit eine neues
Feuerwehrauto; Kosten fast 100.000. Einweihung am 29.9.74
Aus demselben Grund wurde das Rathaus außen erneuert.
Die Einrichtung eines Leichenraumes im der Pfarrscheuer und deren
Innenumbau wurde bearbeitet, jedoch praktisch nicht begonnen.
Stegen
genehmigte dieses Vorhaben; somit ist der Bestand des eigenen
Friedhofs
für die nächste Zeit gesichert.
Für die Kirche wurde uns Freiheit gelassen, Vorfenster anzubringen
und
damit die Wärmehaltung bedeutend zu verbessern. Kosten etwa 10.000
aus
eigene Mitteln.
Im Pfarrhaus sollte die Heizung verbessert werden durch einen
Wärmespeicherofen im 1. Stock, der vom Pfarrhaus Buchenbach
erworben
wurde. Leider lehnte der Gemeinderat die von E-Werk vorgesehene
Trafostation wegen der geplanten Hochspannungsleitung, die einigen
Gemeinderäten nicht gefiel, ab. Darauf hin lehnte das E-Werk
diesen
Anschluß für uns ab. Der Pfarrer mußte das zu recht als
unfreundlichen
Akt der betr. Gemeinderäte ansehen. Die anderen Gem. räte wagten
es
nicht sich entsprechend zu wehren. So bleibt das Haus weiterhin
kalt
und unfreundlich, vor allem wenn man das Haus betritt.
Am 15. Februar starb in Karlsruhe Stadtpfarrer Heinz Kleinwagen,
der
hier vor 27 Jahren Primiz gefeiert hatte. Seine Mutter, hier
begraben,
hatte im Pfarrhaus damals Zuflucht gefunden. Ursprünglich wollte
er
sich hier begraben lassen, die Pfarrei Daxlanden wollte ihn jedoch
bei
sich behalten. Erschütternd war auch der plötzliche Tod von Leo
Helmle,
Briefträger, der im Mesnerhaus ursprünglich daheim, sich als sehr
guter
Helfer in allem erwiesen hatte. Vor Allerheiligen starb Frl. Marg.
Gärtner, Haushälterin hier 1950-65 bei ihrem Bruder, Pfr. Wilh.
Gärtner
und wurde in Hockenheim begraben.
Das Priestergrab auf dem Friedhof hier - Pfr. Broggle u.
Gustenhofer
wurde umgestaltet‚ das hohe Kreuz abgetragen und durch Vertrag mit
der
Gem. das Begräbnis für weitere Priester dort gesichert. Ein dazu
passender Stein ist bei Steinmetz Kleiner in Kirchzarten gerichtet
und
steht dort.
Die Bebauung des Neubaugebietes geht nun langsam zu Ende, macht
der
Gem. aber viel Kummer und Kosten. Die Häuser werden sehr stark
belegt
und enge gebaut um mehr Mieteinnahmen zu bekommen. Es kommen
manche
recht gute Leute hierher auch in die Pfarrei, unter den Mietern
jedoch
auch andere. Von der Erlaubnis der Laienpredigt wird Gebrauch
gemacht:
Herr Rück und Herr H.J. Volk übernehmen diesen Dienst als Hilfe
für den
Pfarrer.
In Schuljahr 1974/75 haben wir wieder alle Grundschüler hier: die
Mühe
darum hat sich gelohnt. Herr Kreisschulrat Selb hat uns dazu im
Stillen
sehr geholfen. Er ist ein tapferer kath. Mann und war mir ein
treuer
Lehrer seinerzeit in Aha. So hielt ich nun in Stegen kein
Unterricht
mehr wie 1973, auch wurde durch Herrn Graf mir der Unterricht doch
recht erleichtert. Erstmals seit 1935 habe ich den Montag frei!
Zur Pfarrchronik 1975 Seite
20
Arbeiten in Feld und Flur » Pfarrpfründegelände Reckenberg.
Das Pfarrpfründegelände Reckenberg hat, über den Neubaugebiet
gelegen,
eine wichtige Funktion in der Erholungslandschaft bekommen.
Körperliche
Arbeit an frischer Luft und sonnigen Gelände ist gesund und
nützlich
zugleich. Mitarbeiter sind dafür zu finden. Forstdir. Karl Volk,
seit
seinen Hiersein der verständlichste Helfer war 1975 rege tätig. Es
gelang Familie Hug zu bewegen, daß sie den Pfarracker von der
Beweidung
durch ihre Kuh und ihr Rind nach 10 Jahren z.T. schlechter
Bewirtschaftung frei gaben. In den oberen zwei Streifen wurden
weiterhin Nüsse und Kastanien gepflanzt, den Forstleute
Gelegenheit zu
besonderen Studien und Versuchen gegeben, das Gelände weiter
eingezäunt. Im unteren Teil erhielt das Ehepaar Josef Feser ein
weiteres Gartenstück. Stefan Ketterer konnte den 2. u.3. Acker als
Schafweide übernehmen. Volk leistete die Vorarbeit, besorgte etwa
120
Pfähle und lmprägniermaterial 300 m. gebrauchten Zaun, 100 m
Schafzaun
(140 DM) wurden neu geschafft. Ketterer erstellte die Hütte.
Vorsicht
wegen Bauvorschriften geboten nur 10 cbm umbauter Raum. Im Febr.
bei
mildesten Wetter‚ kamen die Schafe, 2 Mutterschafe und 5 Lämmer.
Fam.
Gschwind, die den Nordteil von Bugs Acker für Pferdeweide
gepachtet
hatten erfuhren unsere und Volks Hilfe. Von dem neuen Weg zum
Sender
konnte ein Brunnen zum Pferdestall gebaut, auch für Hugs und
Maiers
Weide damit Trinkwasser besorgt werden. Einer half dem anderen.
Volk,
der geleichzeitig auch die Umzäunungen, Kinderspielplatz,
Bepflanzung
des Geländes um das Gasthaus Reckenberg besorgte, besorgte für
geringes
Geld auch die Hilfe der Forstleute.
Am 17. April holte der Pfarrer beim Lindlehof (Fam. Wehrle) eine
junge
etwa 12 jährige Linde, die von der alten Hauslinde dort stammt.
Zusammen mit Herrn Willmann‚ unserem Pfarrhausnachbarn, und weisen
Naturgärtner, aus dem dortigen Garten. Die Forstleute schafften
sie
nach Eschbach‚ am 19. April, Tag vor der heftig erkämpften
GemWahl,
pflanzten wir: Karl Volk, Stefan Ketterer und ich an der Ecke
Steutental- Reckenbergstraße diesen Baum als Zeichen des Friedens.
Möge
er mit Gottes Segen Jahrhunderte überdauern wie seine Mutter!
Anderen Wanderwege bereiten, allen mit den oft schwierigen
Grundbesitzern verhandeln, sah ich als eine gute Aufgabe, auch für
die
Neubürger an. Hilfe fand ich dabei wiederum bei K. Volk und Herrn
Braß‚
der leider durch Krankheit nichtmehr wie in Vorjahr so viel
leisten
konnte. Mit Herrn Lücke‚ pens. Postbeamter. So wurde auf 1. Mai
der Weg
Reckenberg Engelberg hergerichtet und markiert. In Stegen machten
wir
einen Vorstoß zur Gründung einer Ortsgruppe des
Schwarznaldvereines und
Vorschläge zur Zusammenarbeit. In Stegen war auf diesem Bereich
bisher
nicht viel los.
Ausflüge 1975: Erstkomm. fuhren nach St.Trudpert u. Heitersheim.
Frauenausflug mit 76 Personen führte erstmals auf den Gubel b. Zug
,
wobei die Beziehungen Lindenberg - Gubel kenntlich gemacht wurden.
Meine private wissenschaftliche Arbeit sollte nicht ganz
verheimlicht werden.
Bischofsmesse in Eschbach: bei Fam. Wiederkehr wohnte 1.-11. Mai
ein
Bischof aus Peru, der wegen Krankheit in Europa weilte -
Wiederkehr hatte als Caritasangesteilter in Entwicklungshilfe dort
gearbeitet. Am 4. Mai hielt der Bischof eine Messe im privaten
Krels
"Junge Fam.“ im Kindergarten ein h. Messe‚ am 11. Mai war es dann
möglich, daß er die Messe in der Kirche um 9.00 Uhr mit meiner
Ass.
halten konnte.
Damit ist nun in letzter Zeit Eschbach zum zweiten mal geehrt
durch
einen Bischof (1972 Bischof Hengsbach)‚ hoffentlich kommt auch mal
ein
Freiburger Bischof hierher - sie fahren sonst immer vorbei -
Erzbischof Herrmann war da bei der Trauerf. Für Pfarrer Gärtner‚
besichtigte dann das Pfarrhaus und war böse‚ daß es so schlecht
imstand
war. Er beschwerte sich dann beim Hochbauamt, woraufhin die Ölofen
kamen.
Pfarrchronik Eschbach 1975 II.
Bl. Seite 21
Im Jan. wird der Fernsehzwischensender "Reckenberg" errichtet. Er
sollte urspr. auf Engelwirts Acker kommen: Fam. Dold machte jedoch
törichterweise Schwierigkeiten, wie bei fast allen Vorhaben. So
kam er
auf Fam. Hugs Feld. Dafür wurde auf Kosten der Post ein tadelloser
Weg
bis zum Sender gebaut. Bes. Verdienste um alles hatte auch da
Forstdir
Karl Volk. Die Aufstellung des Senders fiel zeitlich zusammen mit
der
Eröffnung des Gasthofes "Reckenberg" Besitzerin: Frau Hug. Der
Wunsch
nach diesem Haus war allgemein, jedoch zuletzt heftiger Widerstand
vor
allem der Fam. F.J. Rübsam, der sich in seiner Ruhe gestört sieht.
Die Bürgermeisterwahl im März verlief erwartungsgemäß ruhig, da
nur
Birkenmaier kandidierte, Spitz bekam jedoch nicht wenige Stimmen!
Die Gemeinderatswahl am 20. April wurde jedoch eine böse
Angelegenheit,
auch für den Pfarrer. Es war klar, daß die bisherigen
Gemeinderäte‚ auf
einer freien Wählerliste kandidieren würden und man keine pol.
Parteien
wollte. Die Neubürger von Stegen erzwangen jedoch eine CDU Liste.
Da
sich Spitz wegen der gehässigen Haltung der CDU in der
Eingemeindungssache nicht zur Verfügung stellte, wurde heftig
gegen ihn
agiert. Man holte mich zu einer ersten Besprechung in den "Löwen".
Dort
setzte man mir übel zu, seitens einiger Stegener und anderer
Zechkumpanen, auch der SPD-Späher (Gem.Rat Dischinger Stegen).
Bei einer weiteren Sitzung dort ging ich wieder als einziger CDU
Mann
hin und erklärte, warum sonst niemand komme, und daß ich in Kand.
Aufstellung neutral bleibe. Zu dieser Sitzung kamen nun auch Herr
Weiner und Herr Rübsam, die bei keiner anderen Partei Möglichkeit
für
eine Kandidatur sahen und boten sich an. Bei einem früheren
Gespräch in
dieser Frage hatte ich erklärt: Es wäre gut, wenn das Neubaugebiet
genügend Kand. aufstellt, auch Frauen und Evangelische. Weiner
hatte
nun Sorge wegen seines Kirchenaustrittes (Grund Kirchensteuer -
siehe
Akten!). Er hatte zugesagt, zu bekennen, daß er kein CDU-Anhänger
sei,
aber nur hier kandidieren könne. Die Stegener CDU nahm ihn und
Rübsam
an: diese stellten sich als Spitzenkandidaten auf und mindestens
Weiner
hatte damit einen sicheren Sitz gewiß. Mit allen Mitteln suchte er
nun
zu unterdrücken, daß sein Kirchenaustritt ins Spiel kam. Ich
schwieg,
alle Stiftungsräte wußten es aber. Weiner suchte durch
telefonische
Drohung mich zu erpressen, ebenso den Ratschreiber Schwär. Ich
erklärte, daß dienstlich es auch andere wüßten‚ zudem bei
Auflegung der
Kirchengem.Liste es jeder lesen könne. Ich schwieg jedoch in der
Öffentlichkeit. Wurde ich über die zu empfehlenden Kandidaten
befragt,
gab ich den Alteschbachern keine Antwort ab. Die hiesigen
Kandidaten,
da sie jeder kennt, über die Stegener und Wittentäler jedoch sagte
ich,
was ich wußte‚ den Neubürgern gegenüber, die vertrauenswürdig
waren und
mich frugen‚ gab ich Auskunft. Ich meinte, wir müssen den
Kandidaten
des Kolleg S. Sebastian unterstützen und die Landwirte in Stegen,
Rechtenbach und Wittental; denn die Neubürger unten hatten sich
genügend vorgedrängt‚ spürten aber nicht, wie unbeliebt viele von
ihnen
wegen ihrer Arroganz sind. Der Wahlkampf wurde heftig, vor allem
gegen
Weiner und Rübsam. Als ich beide bat, wenigstens die Sache:
Gasthaus
Reckenberg aus dem Spiel zu lassen wurde ich heftig angebrüllt.
Daß die CDU-Liste dann schlecht abschnitt, ist durch die Kand.
Weiner
und Rübsam verursacht gewesen; daß vor allem die sehr
aufdringliche
Frau Bläser und andere so wenig Stimmen bekamen und Spitz so
viele, war für viele eine Überraschung, für uns jedoch eine
Freude. Die
Jugend beteiligte sich schlecht an der Wahl, wenn nur drei Freunde
von
Bernhard Schuler zur Wahl gegangen wären, wäre dieser sicher in
der
Ortschaftsrat, vielleicht sogar in den Gemeinderat gekommen, so
fiel er
durch, da Weiner bei Stimmengleichheit eben an der Spitze stand.
Mathislebauer K. Rombach hatte mehr Stimmen, kam aber nicht
hinein, da
Weiner eben die Parteistimmen zufielen. Immerhin haben wir
Eschbacher
erreicht , daß eine Frau und eine Evangelin, erstmals in dem
Gemeindrat
kam, was Stegen bisher nicht fertig brachte!
Pfarrchronik Eschbach 1975 III.
Seite 22.
Jakobusfest 1975 - Aktion der Sonmerbergbewohner gegen die
Veranstaltungen in der Halle.
Nach der Heuernte begann das El.Werk mit dem Bau der Trafostation
Eschbach Mitte. Die Landwirtschaft sollte möglichst geschont
werden.
Der Antrag des Pfarrers 1974, für einen Nachtspeicherofen genügend
Strom zu bekommen, war für das EWerk Grund, die Entscheidung über
die
seit 3 Jahren fällige Trafostation und damit Stromzuleitung
herbeizuführen? Fast alle Grundstücksbesitzer lehnten die Leitung
und
die Trafostation ab. Besonders heftig: Peterbauer, Läufer und
Altlöwenwirt Rombach, da auch beide ja genügend Strom hatten
(Rombach
von Trafo Hummelhof, Läufer von Trafo Neubaugebiet, der neu und
sehr
stark ausgestattet ist. Auch die Neubaubesitzer wollten unter
keinen
Umständen irgendwelche Drähte vor der Aussicht ihres Hauses haben.
1 u.
1/2 Jahre wurde im Gem.Rat verhandelt, eine Verkabelung wurde
abgelehnt, ebenso, wie auch ich vorgeschlagen hatte, ein
Stichleitung
vom Winterberg her. Außer den Pfarrhauskeller als Trafoort, wenn
verkabelt konnte die Pfarrei nichts anbieten, der Trafo mußte auf
Maiers Feld. So wurden als Kompromiß nur 5 sehr hohe Masten
aufgestellt, immer an der Grenze, Peterbauer und Altlöwenwirt
wurden
umgangen, Dieser duldete erst nach langem Zögern, daß Drähte über
sein
Feld gezogen werden. Den Vorteil, daß über zwanzig Holzmasten
verschwinden, wollte man nicht sehen. So wurde zu meinem Bedauern
und
Erstaunen unter der Hand behauptet, der Pfarrer brauche eben mehr
Strom, darum die neue Leitung. Gute Leute suchten diese Argumente
zu
unterdrücken besonders Ratschreiber Schwär und Bürgermeister
Spitz.
Auf Jakobi kam nun die böse Angelegenheit - Aktion der
Sommerbergbewohner gegen Veranstaltungen in der Halle. Die
übertrieben
lauten Tanzveranstaltungen in früheren Jahren, wogegen jeder
vernünftige Mitbewohner - auch ich, sich gewendet hatte, waren
Anfang
des Streites, als dann die Musikproben in den neuen Kindergarten
verlegt wurden, kam neuer Anlaß, vollends, als geplant wurde, die
Halle
durch eine Bühne zu erweitern. Die Aktionsgemeinschaft ist
offenbar
geführt von Arch. Weiner, finanziert von Baumat. Großhändler
Oesterle
und Herrn Birsner‚ sehr rege tätig im Beobachten aller
Veranstaltungen
Frau Haberland. Zudem waren fast alle Neubaubesitzer in irgend
einer
Form mit der bisherigen Gem.-Verwaltung unzufrieden, besonders mit
Ortsvorst. Spitz, dieser, der eifrigste Verteidiger der
Veranstaltungen
in der Halle, sie ist ja hauptsächlich sein Werk, das Vereinsleben
in
Eschbach ist seine Freude und sein Betätigungsfeld. Ende 74 hatte
man
nochmals miteinander verhandelt, wobei vereinbart wurde, daß jeder
Verein 2 Tanzveranstaltungen machen darf. Nun wurden alle 4
Weihnachtsfeier als solche gezählt, dazu eine Bezirks-Tagung der
kath.
Landjugend und die Fasnacht, somit war nach Meinung vor allem von
Fr.
Haberland und Herrn Weiner, das mögliche Soll erfüllt und gegen
jede
weitere Veranstaltung sollten durch die Rechtsanwälte die Gerichte
bemüht werden.
Tragischerweise traf das nun die Veranstaltung der Pfarrei an
Jakobi
zuerst. Seit meinem Hiersein war diese Abendveranstaltung im Saal,
1968
war es meine Investitur‚ Frau Haberland hatte festgestellt, daß
wir
1974, weil in den Ferien wir nur ein Konzert vor der Kirche, und
weil
es regnete in der Kirche gehabt hatten. Sie war nun der Meinug,
man
könne 1975 die Veranstaltung im Saal verhindern. Man verpaßte aber
den
Termin für gerichtliches Vorgehen, so wurde durch die
Rechtsanwälte an
Freitag vor Jakobi die Maßnahme angekündigt und sollte auf die
nächste
Veranstaltung, das Sommerfest für Peruhilfe, eine Aktion die
hauptsächlich kirchlich sozial gedacht war, angewendet werden. Das
brachte die Sache in Wallung. Die neuzugezogenen
Sonmerbergbewohner
mieden schon immer die Veranstaltungen der Pfarrei in der Halle,
ausgenommen Fam Erhard und Herr Erbe, auch Fam. Scherer Strecker
kamen
zu den Veranstaltungen. Josef Scherer versuchte sich auch
herauszuhalten, wenigstens mir gegenüber. Ihm scheint die
Musikprobe
den größten Kummer zu machen, da diese ja jede Woche, manchmal 2
mal
ist, und vor allem in seine Richtung hallt. Sie
Jakobusveranstaltung
blieb praktisch unbehelligt, für mich aber eine schwere Belastung,
da
besonders auch Fam. Rück sich sehr hart gegen unsere
Veranstaltungen in
der Halle stellte.
Pfarrchronik Eschbach 1975 IV.
Seite 23
Das Jakobusfest verlief trotz der Anfeindung durch die Aktion der
Sommerbergbewohner friedlich und festlich. Dompräp. Gabel war
bereit
zur Predigthilfe. Er, wie auch Domkap. Schäuble deutete an, daß
man mir
dankbar wäre, wenn ich nochmals, wenn auch als "Altpfarrer" in
eine
andere Gemeinde weiter weg von dem an Klerus aller Art
überfließenden
Gebiet um Freiburg unmittelbar gehen würde, um der schon hinter
Neustadt beginnenden großen Priesternot vernünftig zu wehren. Die
Verantwortlichen im Ordinariat drängen keinen unseres Alters, sind
aber
sehr froh, wenn jemand noch beweglich und hilfsbereit ist.
Neuestens
wird nun zusätzlich in der Vaterunserkapelle in Unteribental ein
weiterer Spezial-Sonntagsgottesdienst für anspruchsvolle vor allem
Akademiker eingerichtet. Meine Bedingungen waren immer klar: Ich
möchte‚ wenn möglich 10 Jahre in Eschbach aushalten und erst
gehen,
wenn ich sicher bin, daß wieder ein Priester ins Pfarrhaus
einzieht.
Eschbach soll unter keine Umständen eine Filiale von Stegen
werden, es
will eine selbständige Gemeinde bleiben und kann es auch in der
Zeit
der Priesternot unserer Tage.
Das im August fällige Dorffest für Peru war ein voller Erfolg für
alle
(1000 DM). Genau so besuchten auch wir eifrig die Veranstaltung in
Stegen.
Großes Leid traf die Pfarrei durch den Tod von Forstdir. Karl
Volk, der
sich in geistiger Umnachtung erschossen hat. Daß bei ihm in dieser
Richtung Gefahr war‚ merkte ich leider nicht deutlich genug.
Medizinisch ist jetzt klar, daß ihm nichtmehr zu helfen war. Seine
überwältigende Güte und Hilfsbereitschaft in der Pfarrei,
besonders im
Neubaugebiet war ein Gegengewicht gegen die schweren Depressionen,
unter denen er litt. Ich bin froh, daß ich ihm in den letzten vier
Jahren viel Freude gemacht habe und ihn gegen manche ungerechte
Kritik
verteidigt habe. So hielt ich auch mit wehem Herzen die Beerdigung
in
Freiburg.
Schade, daß er nicht hier gegraben ist. Ich bemühte mich mit
Leuten aus
dem Neubaugebiet, ihm irgendwie ein Zeichen des Dankes und des
Gedenkens zu setzen, fand leider im Kirchengemeinderat dafür wenig
Verständnis. Im Naturpark am Reckenberg-Pfarracker bin ich nun
allein.
Die Zusammenarbeit mit den Gemeindeteilen Stegen und Wittental
entwickelt sich gut. Ich bot meine Hilfe an für die Herrichtung
von
Wanderwegen, wofür Verständnis, in Eschbach auch Hilfe für die
praktische Arbeit zu haben ist. In Stegen mangelt es dagegen sehr
bei
der praktischen Hilfe, vor allem findet man bei den Lehrern wenig
Verständnis. Eine von mir mit viel Geduld angeregte Besprechung
dort
unten brachte nur 14 Besucher, gleichzeitig war überraschend von
Oberl.
Koch eine Elternversammlung angesetzt worden. Die Absicht, eine
Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins als Wandergemeinschaft in allen
drei
Ortsteilen zu gründen ist damit aufgegeben. Zudem möchten auch die
Alteschbacher keinen neuen Verein, man hat an den bestehenden
Vereinen
Mühe genug.
Im Oktober war die fällige Kirchengemeindeversammlung, die einen
guten
Besuch aufwies. Es gab rege Diskussion, Ieider hörte man aus
meinen
Worten mehr das Negative als das Positive und die Bereitschaft die
Pfarrangehörigen anzuhören und Wünsche nach Möglichkeit zu
erfüllen.
Jeder Mensch hat aber seine Grenzen, auch ich, und ich muß vor
allem
gegen so manchen sehr wohlhabenden und anspruchsvollen Neubürger
meine
guten Eschbacher Bauersleute in Schutz nehmen, die sich nicht so
wehren
können. Wunsch im Neubaugebiet ist: städtische Gottesdienstzeiten:
Vorabend und etwa 10 oder 1/2 11 Uhr. Frühmesse ja, wenn die
Alteschbacher sie brauchen. Zum Jahresende bescherte mir meine
Gutmütigkeit für die armen Polen (Max Kolbe-Werk; einen Besuch des
ZDF„Tagebuch
aus der kath. Kirche). Am 4. Adventsonntag wurde der
Gottesdienst
inspiziert und danach der Pfarrer befragt. Ich versuchte im
Gespräch
danach in der Pfarrhausküche bei einem Schnaps - es war draußen
sehr
kalt gewesen - meine Mitbrüder zu verteidigen, wußte aber erst am
4.
Jan., daß ich mit meinen kurzen Fernsehauftritt gut wegkam. Leider
erlitt Schwester Apronia im Dezember zwei leichte Schlaganfälle,
wovon
Folgen im Gemüt zurückblieben, die ihr Verbringen nach Emmendingen
erforderlich machten. Wieder einmal Gefahr für die
Schwesternstation.
Im Pfarrhaus war es eine Erleichterung, daß durch den neuen
(alten) Nachtspeicherofen der Hausgang unten nun etwas warm ist.
Pfarrchronik Eschbach Schw 1975
V. Seiten 24
Bautätigkeit 75
In der Kirche wurde der z.T. mangelhaft verlegte neue
Sandsteinboden
von Firma Schuler ausgebessert, die Treppe vor der Kirche z.T.
erneuert. Maler Spiegelhalter S.Peter vollendete die
Malerarbeiten.
Leider haben die Buben 5.u.6. Kl. die neuen Bänke verkratzt. Man
läßt
nun alle Bänke natürlich nachdunkeln, sie sind ja in der Zeit
vonc1969
- 1974 gemacht worden. Das Holz ist von Eschbacher Bauern
gestiftet,
auch vom Seminarfondwald (durch Volk). Es ist nach Vorschrift, wie
früher auf dem Lindenberg, alles Weißtannenholz. Nach etwa 5
Jahren
haben alle Bänke die gleiche Tönung, dann wäre ein Anstrich der
Bankoberseite mit hartem Lack angebracht. Im etwas kalten Winter
75/76
bewährt sich die neue Heizung sehr gut. Aber mäßig bleiben.
Betr. Orgel steht das Gutachten da, daß sie nicht verändert werden
darf. Sie steht unter Denkmalschutz.
Die Bauarbeiten in der Pfarrscheuer beginnen im November. Die
Planung
war sehr wirr, mit manchem Fehler, da der zuständige Architekt
öfter
wechselte, typisch Hochbauamt. Eine jungen Architektin zeichnete
immer
wieder und machte praktische Fehler. So wurde das Bodenniveu
um
mind. 10 cm zu hoch. Wegen Verlierens des Planes durch J. Scherer
wurde
gedankenlos ein falscher Plan kopiert und so stimmten die Maße bei
dem
neuen Sandsteingewänd nicht, es wurde angestückelt! Bei der
eingebauten
Autogarage mußte ich mich hart durchsetzen, da die Abtrennung des
Rückteiles für Thomas Hasen weder beim Bauamt noch bei den
Eschbachern
Zustimmung fand. Mir war daran gelegen, daß der Mieter und
irgendwie
Helfer der Pfarrei im Schwesternhaus dieses Plätzchen bekommt.
Sollte
mein Nachfolger als Auto einen „langen Schlitten" bringen, kann er
die
Hasen hinauswerfen. Ich bin dann bereit, die Kosten für den
Abbruch der
Zwischenwand zu bezahlen. Beim Leichenhallenteil bemühte ich mich,
weitere Fehler fernzuhalten und keine Kostenüberschreitung
zuzulassen.
Da das Denkmalamt kein Geld hat, bleibt der Ausbau des 2. und des
Dachgeschosses der Scheuer unvollendet. Die dort gelagerte Kanzel
von
Günterstal, früher Tennenbach; wird weiterhin verwurmen.
Im Pfarrhaus wurden außer der Aufstellung des
Nachtstromspeicherofens
im 1. Stock auf Kosten der Pfarrei und Installation der eigenen
Nachtstromleitung keine weitere Arbeit durchgeführt. Der Ofen
braucht
bei starker Kälte und vollem Einsatz pro Nacht etwa 50 KWst und
wird
mit Strom Kirche verrechnet. Das Treppenhaus einschl. Aborte
bekommt so
die nötige Wärme ab. Bei -15 außen kann; innen 15 + gehalten
werden.
Die Statistik 1975 ist nicht ungünstig. Erstmals sind wieder fast
die meisten Trauungen in der eigenen Pfarrkirche; 5 alle kk.
Bei den Taufen 14 dar 1 unehel. sind 4 nachgeholte Taufen einer
zugezogenen Fam. tatsächlich wären es also 10, davon die Hälfte
aus dem
Neubaugebiet. Unter den Todesfällen sind bei 6 - 2 sehr tragisch:
Brunh. Schefbeck-Kult und Karl Volk.
Sei der Kirchenbesucherzahl ist ein Durchschnitt der
Sonntage mit
5 Gottesdiensten und gewöhnliche Sonntags angegeben, also keine
Festtage, wie sonst „kluge“ Pfarrer es machene
Die Einwohnerzahl kann in der neuen Gemeinde Stegen nicht
genau
angegeben werden, da deren Kartei nicht auf dem Laufenden ist. In
der
Pfarrkartei sind vorerst nur die Neuzuzüge eingetragen, die auf
dem
hiesigen Rathaus gemeldet sind.
Durch den beginnenden Verkauf des Salzhofes und die Unterbringung
der
dortigen Leute z.T. im Altersheim, verliert‚ wie jedes Jahr,
Alteschbach laufend treue zuverlässige Kirchenbesucher. Auch die
Butter- und Eierlieferung, die gegen ein gutes Entgeld gern
angenommen
wurde, hörte auf. Bei durchschnittlich 500.- DM angebotener Miete
wird
auch in ein solches Haus nur eine reiche Fam. scheinbar einziehen,
in
Wirklichkeit sich eine feudale Zweitwohnung in freier Natur
sichern.
Schade!
Ich suchte in dieser Sache Fam. Striebel u. Oehler zu
helfen‚ mußte aber sagen, daß ich keinen Einfluß habe.
Pfarrchronik Eschbach 1976 I
Seite 25.
Am 4. Jan 76 kam Eschbach im ZDF Tagebuch aus d. kath.
Kirche um
18.00 in Bild und Wort des Pfarrers in eine weite Öffentlichkeit.
Der
Erfolg für das Max-Kolbe-Werk war gut. Der Altbammertbauer in
schöner
Aufnahme als Vertreter unserer Männer ein prächtiges Bild! In den
früheren Pfarreien, die ich benachrichtigt hatte, war das Echo
gut, in
kirchl. Kreisen wenig beachtet. Es besteht eine Tonbandaufnahme
davon.
In Freiburg erfuhr ich später, daß man bewußt eine konservative
Pfarrei
herausgemacht habe. Am Dreikönigstag wurde nachm. ein Tag der
offen Tür
im Pfarrhaus gehalten. Die Leute durften unser Haus eingehend
besichtigen, besonds für die Alteschbacher war die ehem.
Theresienwohnung interessant. Die Sternsingerbuben‚ bes. durch
Fam.
Gschwind betreut, brachten 716.- DM zusammen, für die Dözese
Cajamarka
sind im Ganzen 20.000 DM gesammelt worden.
In St.Märgen starb im Alter von 94 Jahren Pfarrvater Hog.
Das
langsame Ableben war für die Angehörigen keine leichte Bürde.
Am. 1. Fastensonntag wurde das neue Missale praktisch
verpflichtend,
das dazu gehörige Gesangbuch „Gotteslob“ konnte noch nicht sofort
eingeführt werden, da das Orgelbuch am 1. Fa. noch fehlte. Der
Abschied
vom alten Miss. Rom ist nicht so schwer wie der Abschied vom
Diozes.
Gesangbuch „Magnifikat“‚ das in den Ausgaben 1929 u. 1960 ein ganz
ausgezeichnetes Buch und Hilfsmittel war. Das neue „Gottteslob“
erreicht das bei weitem nicht. Die „Großdeutsche” Generalregelung
des
Betens und Singens ist keine ganz gute Sache, es gehen viele gute
Werte
verloren und die ältere Generation wird rücksichtslos Überfahren.
Für
einfache Orga- nisten und uns Pfarrer ist die Arbeit nun sehr
schwer,
da man sich in fast allem umstellen muß. Der Textteil hat viel
Gutes,
die Bevorzugung moderner Musiker einer bestimmten Richtung ist
sicher
die schwächste Seite.
Am 3. Fastensonntag fuhren wir "Gotteslob" ein. Am 4. Fa. ist
wiederum
ein von 'Müttern gestalteter „Kindergottesdienst“. Die Hauptarbeit
leistete allerdings Oberlehrer Norb. Graf. Der z.Z. in
Diakonieausbildung steht und für die Pfarrei sehr viel tut. Eine
Kirchenbesucherzählung ergibt folgendes Bild: Vorabendmesse 84,
Frühmesse 92, Hg 162 zus. 338 - 36 % der Gesamtzahl der
Katholiken.
Wenn man die regulär entschuldigten abzieht, ist die Beteiligung
nicht
so schlecht wie anderwärts. Am Palmsonntag zählen wir 7 Palmen.
Man muß
immer dafür werben! Seit Januar 76 kündet sich eine
außergewöhnliche
Trockenheit an, im Juli der Höhepunkt der Hitze mit
Absterben
mehrerer Bäume. Im Pfarrkeller fast vollständiges Vertrocknen der
Quellen. Durch prov. Zusammenschluß der Wasserversorgung Stegen
und
Eschbach gelingt es, Wassernot zu bewältigen.
Bei 26 Erstkomm. (Kalt und Regenwetter) war die Kirche erstmals
übervoll.
Ausflug der EK zum Tuniberg, Breisach, Merdingen. Frauenausfluch
führte
nach St.Odielien und KZ Struthof, Soldatenfriedhof Bergheim. Die
Ministranten fuhren zum „Tell“ nach Ötigheim, eine schöne Sache.
Durch
Bemühungen von Graf entstehen Kindergruppen, schon vorher eine
Pfadfindergruppe (Geschwind – Zipfel Wilhelm). Auf unsere Anregung
und
manches Drängen kam eine Maiandacht bei der Schlangenkapelle
zustande,
veranstaltet durch Stegen-Herz-Jesu. Dabei weihte ich das neue
Feldkreuz auf Hinterbauers Weideberg (hauptsächlich gespendet von
den
Wochenendleuten am Giersberg, die in der 3. Generation dort sind.
Am
Reckeberg war die Fruchtbarkeit der Bäume, besonders Kirschen,
einmalig. Der Baum im Pfarrhof spendet uns seine Gabe fast vier
Wochen
lang. Der notwendige Regen kam zu uns fast wie auf Wunsch. Es
wurde
aber auch gut darum gebetet, trotz des Spottes der Atheisten und
der
rel. Modernisten. Das Jakobusfest mitten in den Ferien wurde doch
würdig gefeiert, wobei Musik und Jugendgruppe zur weltlichen Feier
gut
mithalfen. Das Hansjakob-Zitat: Eschbach, der tristeste Ort im
ganzen
Schwarzwald“ wurde literaturgeschichtlich dargestellt und etwas
zurechtgerückt.
Das Dorffest am 29. August verlief recht gut, der
Hauptgottesdienst in
der Halle kam gut an und war würdig gestaltet. Die Bauarbeiten an
der
Leichenhalle gehen nur ganz schleppend weiter, kein Ruhmesblatt
für das
Hochbauamt, selten einmal an einem Bau so viele Architektenfehler
wie
hier, wobei Her Vökt nicht der Hauptschuldige ist, sondern vom
allem
die sog. jungen Kräfte bes. auch Damen die nichts können.
Typisches
Beispiel: Staat-rot, bürokratisch, lieblos, herrschsüchtig. In der
Wirtschaft wäre so ein Unternehmen in einem Jahr erledigt.
Pfarrchronik Eschbach 1976 II
Seite 26
Erstmals kamen Pfarrgemeonderat Stegen und Eschbach zusammen auf
unsere
Einladung hin. Ergebnis: gemeins. Begrüßungsbrief für
Neuzugezogene und
zugleich Prospekt der drei Pfarreien, auch der ev. Gemeinde
Kirchzarten, die nun eine neue Pfarrei Stegen aufbaut. Eine
Pfarrvikarin‚ Fr. Pitzke‚ aus Hildeshein,stammend,tritt ihren
Dienst
an. Der gemeinsame Schülergottesdienst im Advent war zugleich der
erste
auftritt der ev. Pfarrvikarin in unserer Kirche.
Am 31. Okt konnte die Leichenhalle eingeweiht werden. Leider
verstarb eine Woche vorher unser Totengräber Lambert Vogt; er
starb an
Herzversagen vor Löwenwirts Scheuer, mußte dann tot in die
Leichenhalle
Stegen gebracht und von dort wieder zurückgeholt werden. Er bekam
von
der Gemeinde ein Ehrengrab auf den Friedhof. Er hatte seinen
Dienst
immer gut und würdig versehen. Ebenso überraschend war im
Frühsommer
Kaufmann Wilhelm Scherer an Herzversagen gestorben. Er hatte
1967/68
sein Geschäft neu aufgebaut und tat als Kaufmann etwas schwer, in
seiner rel. Haltung war er jedoch sehr treu und opferbereit. Nach
längerer Krankheit starb im Herbst Altlöwenwirt Otto Scherer,
Maurermeister, lange Jahre Stiftungsrat und GemeindeRat. Aus dem
schlichten Haus Untertal 7„Bachmurers“ stammend, Familie mit 10
Kindern, ein sehr tüchtiger Maurermeister, der seine große Zeit
nach
dem 2. Weltkrieg hatte, dabei reich geworden ist. Als Löwenwirt
brachte
er das Gasthaus zu großer Blüte und Eschbach zu Ehren (”der Löwen
in
Eschbach ist die beste Wirtschaft von St.Peter"). Seine
Geschäftstüchtigkeit hat für später tiefgreifende Folgen:
Neubaugebiet
Sommerberg. Aus dem Verkauf des Schulhausplatzes machte er ein
gutes
Geschäft, man billigte ihm zuerst den Verkauf von 4 Bauplätzen
über der
Schule, daraus wurde mehr und mehr, dann brannte das Berghäusle ab
(wie?), (genau wie Engelwirts Stöckle). Zuletzt wurde dann der
Schulhausplatz wieder verkleinert und es nochmal zwei Bauplätze.
Dazu
kam der Pacht des Scherlenzenhofes‚ manch anderer Hauskauf, so daß
jedes der Kinder zu einem eigenen Haus kam. Daß er mit der Abgabe
des
„Löwen“ lange zögerte, hatte zur Folge, daß der jüngste Sohn
Wendelin
ihn übernehmen mußte, was weder sein Wunsch, noch die Veranlagung
seiner Frau war. Am Löwen selbst wurde ständig umgebaut (Zimmer
für
Gastarbeiter, Studenten, Jäger usw., Kegelbahn. Ueotweise wollte
man
die Viehwirtschaft aufgeben, daher Aufforstungen, die für die
Zukunft
von Eschbach schlimme Folgen haben werden – weniger Sonne auch für
das
Pfarrhaus, keine Baumöglichkeiten im Scherlenzengelände. Für die
Kirche
hat Otto Scherer gern und gut gesorgt und beim Gottesdienst kaum
gefehlt. Daß ihn sein Vorgänger, Altlöwenwirt Otto Rombach noch
überleben würde, hat er aber wohl auch nie gedacht. Die längere
Leidenszeit vor seinem Tode war für ihn eine Zeit der Läuterung.
Am 2. Advent wurde auf mein Betreiben am Reckenberg auf Pfarrfeld
ein
Bildstöckchen für Karl Volk errichtet, von Nachbarn und
Forstleuten die
Kosten dafür größtenteils (800 DM) aufgebracht. Die große Lücke
durch
den Tod von Karl Volk wird leider nie ganz zu schließen sein. In
einem
ersten Gespräch mit Rechtsanwalt Hess konnten einige
Schwierigkeiten
Bauersleute – Neubürger etwas gemindert werden. Sehr großen Kummer
machte das Auftreten des Neubürgers Hauser, der rasch den
„Saustall
Schule Eschbach mit Graf usw“ aufräumen wollte und anfangs Beifall
fand. Ein dickes Aktenbündel ist bei der Schule darüber
entstanden, es
ging bis Stuttgart. Kirchenaustritt vor der Wahl, Beschwerde, weil
der
Pfarrer ständig in allen Häusern herumläuft usw. kamen dazu. Die
parteipolitische Tätigkeit war jedoch ohne großen Erfolg. Kluge
Leute
wunderten sich dann, daß bei der Bundestagswahl trotz der vielen
„roten
Lehrerinnen und Lehrer“ usw. im Neubaugebiet nicht mehr Stimmen
der SPD
herauskamen.
Für Wanderwege in der Großgemeinde Stegen konnte der Pfarrer
manches
tun. Gute Helfer waren dabei Herr Brass, Herr Lüke, Herr Rohl, in
Wittental Herr Göppentin (siehe auch Artikel im "Schwarzwald“ und
im
„Dreisamtal.
Die kleine Wanderkarte für alle ist auch ein Ergebnis dieser
Arbeit,
die mir Kontakte, Erholung und Freude brachte. Persönlich hatte
der
Pfarrer kein leichtes Jahr, Todesfälle in der Familie, heftige
Kritik
wegen der „nicht zusagende Predigtweise, nicht zeitgemäßer
Gottesdienstgestaltung“ usw. machten es nicht leichter, gute Leute
halfen dann wieder weiter, bes. Fam. GeigerGeschwind, Graf. Als
Kirchenputzerin fanden wir eine ev. Frau, für das Pfarrhaus wurde
eine
Schreib- und Rechenhilfe für zwei Halbtage angestellt.
Pfarrchronik Eschbach 1976/77 1
Seite 27
Das Jahresende 1976 brachte auch das Ende des Dekanates
Kirchzarten und
unsere Zuteilung zu Neustadt. Dort ließ man uns wissen: „Wir
brauchen
euch nicht“, beim Stadtdek. Freiburg hieß es: „wir wollen euch
nicht“.
So sind wir praktisch arme Leute, die niemand will. Dek. Wenger,
der
also 9 Jahere Dekan gewesen war, zudem schwer krank. Zunächst war
die
PfarrGemeinderatswahl Thema I. Dem Pfarrer machte dies viel
Arbeit. 14
Aktionen waren vorgesehen und wurden hier durchgeführt. Bei der
Kandidatenaufstellung ließ ich dem bisherigen PfGR ganz freie
Hand. Ich
regte dann persönlich an, daß die etwa bei den Neubürgern
besonders
tätigen und gegen Alteschbach kritischen Pfarrangehörigen sich
Bewerber
finden mögen. Diese waren jedoch klug genug und ließen sich nicht
aufstellen, suchten andere, die dazu bereit waren. So kam eine
Liste
von 13 Kandidaten zustanden. Man sah dann auch Leute in der
Kirche, die
nie am Sonntag sonst zu sehen sind. Es wurde an alle
Wahlberechtigten
ein persönlicher Aufruf verteilt. Durch die Wahlliste aus dem
Gemeindezentrum war auch deutlich, wer hier besonders unter den
Neuzugezogenen katholisch ist. Am Wahltag erreichten wir etwas
mehr als
den Durchschnitt im Lande, jedoch nicht die gute Zahl von 1973.
Der
gute Stimmanteil von Dr. Stein war erfreulich. Der Rat entspricht
nun
auch ganz der Situation in der Gemeinde. Die Bemerkungen auf einem
Stimmzettel und ähnliche mündliche Bemerkungen zeigen die Stimmung
gegen die moderne Theologie "wie sie hier vor allem durch Rück und
Volk
vertreten ist.
Zum Beginn der Fastenzeit beginnt Oberlehrer N. Graf hier das
Praktikum
als Diakonatsbewerber, für den Pfarrer eine Hilfe und Aufgabe
zugleich.
Das Bemühen, daß wir 1977 Firmung in Eschbach bekommen, hat
Erfolg, wir
haben die Zusage. Leider ist das Frühjahr sehr ungünstig.
Febr./März zu
warm, dann kalt und naß. Es wird ganz wenig Obst geben, nur die
Pfarrhausrebe setzt prächtig an. Die Arbeiten vor der Leichenhalle
werden abgeschlossen, für die Nordseite Pfarrhaus außen ist das
Geld
genehmigt, die Arbeit beginnt aber leider nicht: "Wir haben keine
Zeit", Wenn wir den Pfr. von Eschbach sehen, haben wir ein
schlechtes
Gewissen" aber dabei bleibt es. Die Aktionsgemeinschaft
"Sommerberg
gegen die Turnhalle" als Gemeindehalle bringt es zum Prozeß vor
das
Verwaltungsgericht: Ziel: Verbot aller Veranstaltungen über 10 Uhr
hinaus und aller Dorffeste auf dem Platz. Ein großes Ärgernis in
der
Gemeinde ist der Umstand, daß Fam. Rück dort Mitglied ist, obwohl
sie
zuletzt bauten und am wenigsten gestört sein können, bisher nie an
einer Veranstaltung in der Halle teilgenommen haben. So mußte ich
ihm
zu Ostern sagen, daß sein Auftreten in der Kirche als
Kommunionshelfer
und Lektor z.Z. unmöglich ist, da mit Zwischenrufen zu
rechnen
sei. In einer ernsten Aussprache mußte er zugeben, daß er nicht
weiß,
welche Funktion der Krankenpflegeverein in der Pfarrei hat, und
das der
Diözes. Fachreferent für Gemeindepastoral. Immerhin sah er ein,
daß man
nun nicht auch noch äußerlich gegen die Pfarrei durch Fernbleiben
vom
Gottesdienst auffallen dürfe, wie das andere tun, wenn der Pfarrer
nicht ganz nach ihren Wünschen ist. Das Urteil des
Verwaltungsgerichtes
ist zwiespältig, gibt beiden recht, ob nun Berufung eingelegt
wird,
wozu bei den 7 sehr vermögenden Leuten Sommerberg die Lust wohl da
ist,
steht noch nicht fest.
Die Wahlen im Dekanat sind kummervoll: Wenger bekommt 2
Stimmen
Mehrheit, kann aber die Wahl aus gesundheitlichen Gründen nicht
annehmen, jüngere Mitbrüder, die fähig wären‚ lehnen ab, nur
Litterst
in Unadingen ist zur Annahme bereit, bei allen anderen Wahlen
fällt
Eschbach immer mit 2 Stimmen gegen die Gegenkandidaten durch. Der
Frauenausflug nach Hergiswald b. Luzern und anschl. Harpolingen
(früherer Kreuzalter von Eschbach) und Blasiwald wird sehr schön.
Das
Seniorenwerk, von mir schon immer gewünscht und vorgeschlagen,
kommt
zum Zu, arbeitet mit eigenen Kräften gut, auch da die akt. Arbeit
von
N.Graf. Die Beteiligung an den Prozessionen ist nicht sehr gut, es
ist
auch meine 10. auf den Lindenberg. Das 10. Jubiläum des
Sportvereins
mit Gottesdienst am Dreifaltigkeitssonntag und Diakonspredigt von
Graf
wird ein voller Erfolg, genau so, wie die Volkswanderung am 1. Mai
-
rund um Stegen — 90 % rund um Eschbach auf den Wegen, die unsere
Wegbaugemeinschaft bereitet hat. Die Rest. der Schlangenkapelle
wird
auch von uns gefördert.
Pfarrchronik Eschbach 1977 II.
Seite 28
Im Leben des Dorfes entsteht ein Verlust, dadurch, daß nach
Schließung
des Ladens im Hause Feser nun auch der Laden Scherer wegen
Krankheit
der Frau Scherer zu machen muß. Wir haben keinen Kaufladen mehr.
Nach
einigen Verhandlungen gelang es Frau Scherer, in Herrn Kaiser aus
Ebnet
einen Pächter zu finden, der 1.9. wieder als Edeka-Laden eröffnet
als
Filiale seines Geschäftes in Freiburg / Littenweiler. Pfarrer,
Lehrer
u. Ortsvorsteher bitten ihn, keine Schundliteratur offen feil zu
bieten. Kummer und Leid bringt der plötzliche Tod von Erzb.
Hermann II.
für Eschbach besonders weil er hier hatte firmen wollen, auf die
Pfingstwoche den Termin angeboten hatte, den ich annehmen wollte‚
den
aber die anderen Pfarreien und die Laiengremien ablehnten.
Erzbischof
Hermann hatte einen klaren Kurs gesteuert, eine ungeheure
Arbeitsleistung vollbracht, außerhalb‚ vor allem bei den Armen in
der
Welt‚ großes Ansehen. Er hatte auch Gegner im Klerus, als früherer
Konvdir. kannte er zu viele zu persönlich. "Er hat uns gefordert,
wir
haben uns an ihm gerieben" so schrieb die Diözesanjugendführung.
Unser
Weihejahrgang stand mit ihm sehr gut.
Die Jugendgruppe Landjugend Eschbach veranstaltete eine
Frankreichfahrt, die nicht ohne Probleme verlief. Als Gegengabe
wurde
eine Pfarrjugendgruppe aus der Gegend von Lourdes eingeladen.
Zuerst
kam in den Ferien eine Schülergruppe‚ der Pfarrer durfte dabei den
Schwarzwald zeigen helfen, die Gruppe der Großen zeltete im
Pfarrhof,
wofür das Pfarrhaus einige Opfer zu bringen hatte. Am Sonntag
gingen
die Jugendlichen sogar in die Kirche, was sie daheim sonst nicht
tun,
wie der Pfarrer, ein sehr lieber‚ fleißiger Mitbruder‚
sagte.
Ab Sept. geht die Vorbereitung der Firmung sehr intensiv, die 65
Firmbewerber werden in 8 Gruppen eingeteilt, die von 16 Katecheten
unterrichtet werden. Bei der Schulung der Kathechten hilft auch
Herr
Rück mit, Herr Graf leitet die Arbeit, der Pfarrer arbeitet mit
bei der
Schulung und hält die schwierigen Katechesen: Anfang, Mitte
(Beichte)
und Schluß selbst, eben so die Wallfahrt auf den Ohmen bei
St.Märgen.
Beim Mühen um den günstigen Termin haben wir insofern als kleine
Gemeinde Glück, daß wir den Samstag-Abend bekommen, die kleinste
Pfr.
Hofsgrund erhält den ungünstigsten Termin, Buchenbach holt sich
einen
eigenen Bischof und hat damit Firmung am Sonntag. Die Firmung am
19.
XI. ist ein großes, eindrucksvolles Ereignis, seit 1880 u. L.
Kübel zum
ersten Mal wieder hier.
In zwei Pfarrgemeinderatssitzungen gab es für den Pfarrer wenig
erfreuliche Auseinandersetzungen über das Inventar, weil ich dem
Lindenberg angeboten hatte, das von Abt Steyrer der Muttergottes
auf
dem Lindenberg gestiftete Szepter, das hier nicht in der Kirche
gelassen werden konnte wegen Diebstahlgefahrt (In Kirchhofen waren
Szepter und Krone gestohlen worden), wieder zurückgeben wollte.
Pfarrer
Blank hatte seinerzeit, als unter Regens Lender die Wallfahrt oben
blühte, auf dessen Bitte das Wallfahrtszeichlein zurückgegeben.
Über
mein Vorhaben hatte ich die Pfarrangestellten unterrichtet, der
Rat
glaubte jedoch seine Genehmigung sei erforderlich. Es wurde
beschlossen, daß für das Inventar zwei Pfleger zu bestellen sind,
die
rechtliche Lage wurde klar gemacht, der Pfarrer hatte sich zu
entschuldigen. Nicht alle Mitglieder des Rates waren mit dieser
Art des
Vorgehens einverstanden. Herr Dr. Stein suchte zu vermitteln und
er
bemühte sich vor allem als Gegenleistung des Rates darum, daß ich
beim
Hochbauamt etwas Hilfe in der Sorge um Restaurierung des
Pfarrhauses
bekam, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Das Hochbauamt sagte zu,
einen
Privatarchitekten zuzuziehen, wir schlugen Herrn Fehr vor, gegen
ihn
aber wurden wieder Bedenken seitens der Architektenkammer
angemeldet.
Wie es weitergeht, wird sich 1978 erweisen. Mit der Jugend wurde
auch
wie 1976 eine Diskussion veranstaltet, die etwas Besser verlief
wie
1976. Im Dez. war dann offene Tür bei der Jugend. Unter Alfred
Scherer
als Hauptverantwortlichem wurde gute Arbeit geleistet.
Martinsumzug
wurde 1977 doppelt gemacht, Kleinkinder und Schüler getrennt. Bei
der
Erntedankfeier wirkte auf meine Bitten der Kindergarten wieder am
Sonntag mit. In der Statistik 1977 stehen wir gut da betr. Taufen:
18;
Tote: 4;
Pfarrchronik Eschbach 1977/ 78
Seite 29
Nicht erfreulich in der Statistik ist die Tatsache, daß die Zahl
der
regelm. Kirchenbesucher an den gewöhnlichen Sonntagen
zurückgegangen
ist, vor allem fehlen die Schulkinder mehr und mehr. Der
Kindergottesdienst einmal im Monat bringt die Meinung mit, das
genüge.
Erfreulich 1977 war auch, daß Eschbach Station einmal der
Studentenwallfahrt auf 2.Juli (Nachtwallfahrt Freiburg-Lindenberg)
war.
Leider ließen sich die Herrn nicht gerne über den besten Weg
belehren,
so daß die Teilnehmer morgens um 5 Uhr in Eschbach total k.o.
waren und
einige bei der Pfarrköchin einen stärkenden Kaffee erhalten haben.
Zur Familienwallfahrt des Dek. Freib u. Umgeb. nach St.Peter sah
Eschbach eine der stärksten Gruppen hier am Ausgangspunkt (etwa
300)‚
wobei unser Lindenbergwallfahrtsweg gute Dienste tat. Beim großen
Gottesdienst oben in St.Peter konnte ich mit dabei sein.
Eine große Freude war auch die Diakonatsweihe am 4. Advent oben i.
SP
aus meiner entfernteren Verwandtschaft waren es drei, dazu die
zwei
Probeprediger‚ darunter Herr Appel, dessen Mutter zu meiner
Kaplanszeit
in Daxlanden bei der Jugendgruppe dabei war.
Für den Pfarrer von Eschbach war es auch eine Freude, daß meine
kirchengesch. Arbeit über die "Mägde vom Lindenberg" im FDA
Aufnahme
fand. Es ist damit diese so opfervolle Klostergemeinschaft dem
Vergessen entrissen. Es war eine Fügung wohl der Gottesmutter, daß
ich
vor 8 Jahren anl. eines Besuches in Einsiedeln den Weg auf den
Gubel
fand und damit eine Geschichtsquelle für den Lindenberg wieder
entdeckt
wurde.
1978
Der Jahreswechsel wurde im Gemeindeleben reichlich gefeiert. Es
wurden
4 Weihnachtsfeiern bzw. Vereinsfeiern veranstaltet jeweils mit
Gabenverlosung usw. wobei der Pfarrer immer erwartet wurde und
jeweils
etwa 5 Stunden blieb und dafür am Morgen Kopfweh hatte. So etwa
20-30
DM legt man dabei an. Die Vereine haben meist einen Reingewinn von
etwa
2.000 - 3.000 DM, also dieselbe Summe‚ die der Pfarrer für
„Adveniat“
erhält, wobei das gute Ergebnis bes. Leistung einiger guter
Familen
sind. Auch die Sternsinger gingen wieder tapfer durch die
Gemeinde;
1976 waren wir im Dreisamtal die einzige Pfarrei gewesen, die im
Sinne
der Jugendorg. die Sache so machte und das Geld restlos an die
Diöz.
Jugendführung ablieferte. Eine Sonderaktion machte der Frauenkreis
unter Leitung von Frau Gschwind für die Caritas in Rhuanda, wo
Fam.
Wiederkehr von hier tätig ist.
Auch Bischof Dammert von Peru war wieder da und erhielt eine
Gabe.
Ein sehr freudiges Ereignis war am 10. Jan. die Goldene Hochzeit
der
Familie L. Hummel‚ Altscherpeters. Trotz schwerer Krankheit beider
Eheleute konnte im Hause eine schöne Feier mit Hausmesse gehalten
werden.
In Bausachen Kirche Pfarrhaus geschieht 78 doch etwas.
Der jetzige Leiter des Staatl. Hochbauamtes erscheint mit seinem
Abt.leiter und teilt mit: 1. Man möchte bestimmt etwas tun, der
Chef
möchte alles sehen, man kann auch die Mängel bei der Leichenhalle
nennen. Prof. Dr. Büttner bemerkt, daß er ja in Wittental wohne,
nun
nach Weggang von Dr. Betelsmann zuständig sei und helfen werde,
daß
etwas geschieht. Herr Hillenbrand bemerkt, daß man leider Arch:
Fehr
nicht anerkennen könne (Neid der Archit.).
Man werde Arch.Büro Wopperer beauftragen, ob mir dieser recht sei.
Ja
gerne, da ich Vater Wopperer gut kenne (Caritas‚ im Krieg u.
danach in
St.Märgen). Absprache mit W. gleich dir. vermittelt weiter. Am
15.2.
kommt Hillenbrand mit Wopperer u. Bauleiter Armbruster um
praktisch die
Art des Vorgegens zu besprechen.
Auch die große Orgelreparatur soll gemacht werden. Geld sei
da!
Als Vorhaben der KiGem melde ich sogleich an: Herrichten des
Ganges in
der Ther.wohnung ob der Windfang unten verbessert und neu
gestrichen
werden könnte wird zugestanden jedoch auf Kosten der KiGm.
Pfarrchronik Eschbach 1978 II
Seite 30
Katholikentag Freiburg.
2/3 des Jahres 1978 waren auch in der Seelsorgsarbeit überlagert
von
dem großen Vorhaben Katholikentag. Schon 1977, kaum die Firmung
vorbei,
kamen die Besprechungen „Katholikentag“. Die Pfarreien in der Nähe
Freiburg bekommen die Auflage Freiquartiere zur Verfügung zu
stellen.
Man erwartet pro 10 Kath. 1 Quartier. Eschbach also 100. In diesem
Falle wird ja immer aufgerundet, wenn es um Vorteile geht wird
abgerundet. Der Pfarrer bemüht sich zuerst durch Hinweise dann
durch
Umfragen. Fam. Graf bemüht sich auch. Bestimmt Gruppen werden
zugeteilt, die großen Pfr bekommen prominente Gruppen, die 5
kleinen
die anderen; Eschbach das Bildungswerk Saarbrücken mit 1 Omnibus:
Das
Pfarrhaus und die Schwestern melden je 2 Einzelzimmer. Saarbrücken
kommt dann nicht. Die Zentralen in Freiburg murren zuerst, man
habe für
die Ferien zu sorgen. Man geht dann doch feste ans organisieren
und
verschickt Fluten von Drucksachen. Der Bischof, eben erst auf den
Stuhl
erhoben, muß sehen wie er zurecht kommt und Gutes herausholt, wie
beim
Konzil: innere Erneuerung. Was wird daraus werden. Mit einiger
Mühe
erreichen wir 74 Quartierangeboten. Das Bildungswerk Saarbrücken
meldet
sich nichtmehr. 14 Tage vor Beginn wird mitgeteilt, es würden nur
34
benötigt, am Samstag vor Beginn ruft Reg. Dekan Ruf an, ich möge
den
Leuten mitteilen, daß die anderen Quartiere nicht benötigt werden,
die
Leute mögen anders vergeben. Durch R. Harder erfahre ich die
wirklich
Lage; am Montag eilige weitere Quartiersuche, Doppelmeldungen usw.
die
Pfarrer lauften bald wieder herum usw. Für des Pfarrhaus war ein
Geistlicher vorgesehen, kommt aber nicht, dafür ein Jugendlicher,
in
das 2. Quartier ebenfalls ein Jungmann. Es wird ein
Kinderkatholikentag
angekündigt, geworben, ich tue es zurückhaltend, als die Schulen
merkten es gibt Schulferien, ist man für Kinderkath.tag und wirbt.
Schreiben von Freiburg man soll doch nicht kommen, man habe nur
für
8000 Platz und das sei ja alles aus Freiburg. lch lese das
Schreibe
nicht vor und lasse das Lehrer machen. Es geht dann eine Gruppe
nach
Freiburg mit bestem Erfolg. Also wirre Organisation. Es wird also
voraus mies gemacht, vor allen von den Zentralen. Ruhe und
gläubiges
Gebet ist die Antwort der Praktiker. Zitat aus Freiburg: wenn nur
der
“Scheißkatholikentag rum ist". Handwerker und Behörden reden sich
in
allen Dingen aus: Nach dem Katholikentag. Meine Hinweise auf
unseren
Kath. Tag 1929 werden mitleidig belächelt.
Baulich und finanziell wird hineingebuttert in St.Peter, auf dem
Lindenberg. Die etwas hämische Frage: was machen Sie Herr Pfarrer
mit
Ihren Kath. Tag wenn es regnet? Die guten Leute in der Diözese
schweigen und beten, wir bitten vor allem um des Bischofs willen
um
Hilfe von oben.
Praktisch wird es dann so: Wir halben Kollekte für die
Organisation.
kaufen gegen Vorauszahlung Programme, Plaketten usw, für etwa 240
DM,
bringen also etwa 500.- DE auf.
Verlauf: Besser als alle erwartet, befürchtet und geunkt hatten.
Schon
bei der Eröffnung an Mittwoch ist der Münsterplatz zu klein. Möge
doch
das Wetter für die Kinder und die Jugend Do. gut sein. Es ist so,
gegen
alle Wetterberichte. Wir organisieren Omnibus für die
Seniorenveranstaltung, anfangs wenig Meldung dann doch genug.
Steffater mahnt und bittet, 8000 melden sich, 15 werden erhofft,
etwa
25.000 kamen, ich war als Kommunionspendender Priester dabei. Am
Donnerstag hatte ich mit Rosalia die Situation erkundet. Alle
Organisationen klappten gut. Der Geist der Brüderlichkeit war
wohltuend
zu spüren, die frostige Menschenfreundlichkeit der Neufreiburger
wurde
durch die herkommenden Katholiken vor allem aus andern Teilen des
Landes ganz überdeckt; Das Abteichen des Kath.Tg. war eine Ehre
und
Werbung‚ man spürte nur da und dort die Wut der Kirchenfeinde. Vor
allem die Bad. Zeit. konnte ihre bekannte lieblose Einstellung zur
Amtskirche nicht verbergen. Samstag und Sonntag wurden Höhepunkte.
Am
Samstag Besuch des Bischofs Fr. Hengsbach hier im Pfarrhaus, sehr
schon
und erfreulich.
Pfarrchronik Eschbach 1978 II
Seite 31
Im Jahre 1978 habe ich, da nun 10 Jahre Dienstzeit in Eschbach
zuende
sind, dreimal sehr deutlich im Mitteilungsblatt geschrieben, daß
man
sich um die Zukunft der Pfarrei Sorge machen müsse. Das hört man
nicht
gern. Die tatsächliche Planung von Freiburg hat man mir erst auf
eine
dringende Anfrage mündlich mitgeteilt. Auch dort die Bitte, ich
solle,
solang ich kann hier bleiben, danach wird Eschbach Stegen H.J
angeschlossen. Es ist sehr schwer, sich dazu zu entschließen, die
eigentliche Last der Seelsorge mit dem ständigen Alltag, den immer
höhergespannten Erwartungen bezüglich Gottesdienst zu entsprechen,
die
schönen und geistig ansprechenden Dinge anderen zu überlassen. Vor
allem ist es mir von Jahr zu Jahr schwerer, die langen
Abendsitzungen,
bei denen man auf den Pfarrer keine Rücksicht nimmt,
durchzustehen.
Dazu kommt der Trinkzwang für Alkohol in der mod.
Wohlstandsgesellschaft auch im kath. Beriech. Die Folgen meiner
Magenoperation, machen mir das stundenlange Sitzen in tiefen
Sesseln
sehr schwer, dazu viel essen und trinken müssen, um nicht
unangenehm
aufzufallen, daß ich nun am Montag keine verkündete hl. Messe‚
also
keine Zeitbindung mehr eingehen wollte, hat man angenommen,
Sitzungen
am Abend und lange Sonntagabendveranstaltungen bleiben mir jedoch
nicht
erspart.
Bei der Erstkommunion 1978 hatten die Neubürger mit 2/3 die
absolute
Mehrheit und versuchten ihre Vorstellungen durchzusetzen, mußten
dann
doch aber etwas zurückstecken. Der pflichtgemäße Erstkomm. Ausflug
wurde nun vom Montag wegverlegt, was auch mir recht war. Die
anderen
Ausflüge waren so: Ministranten ganztätig auf den Fürstenberg,
Fahrt
mit der Sauschwänzlebahn. Kirchenchor hat ihn selbständig gemacht,
nach
dem Vorbild der anderen Vereine: 2 Tage, Übernachten im Hotel, um
Sonntagsgottesdienst sorgt man sich auch da nichtmehr.
Frauenausflug
ging nach Bruchsal und Maulbronn, wobei man für das Kloster dort
kein
Interesse hatte. Ein freudiges Ereignis war die Gold. Hochzeit von
Altscherpeters mit Hausmesse, sehr traurig war Leiden und Sterben
der
Frau Anna Scherer, die an Rückenmarkkrebs 2 Jahre nach ihrem Mann
starb; der Kaufladen hatte nur mit Mühe einen Pächter gefunden,
das
Ladenlokal in der Schmiede nebenan hatte auch nur 1/2 Jahr wieder
einen
Pächter (Uhren). Die Möglichkeit für Neubauten einheimischer Leute
sind
endgültig geschwunden, da auch das Bauen auf dem kirchl. Gelände
Scherlenzenhof - in Erbpacht nun endgültig verhindert ist.
Eschbacher
Familien bekommen auch kaum noch eine Mietwohnung. Man verbessert
die
Wohnungen und verlangt Mieten von über 500.- DM, man baut
Kleinwohnungen, die von Studenten und Freundeskreise sehr gesucht
sind
und für die jedes geforderte Geld bezahlt wird. Am 1. Juli war mir
eine
Lourdes-Wallfahrt mit Omnibus Hummel möglich, es konnten auch
einige
Eschbacher mitfahren bes. unsere Putzfrauen, Pauline und Fr.
Rombach.
Mir zeigte aber diese Fahrt die Grenzen meiner gesundheitlichen
Möglichkeiten. Bei der Pilgerfahrt nach Maria Zell war ich allein,
fand
aber unter Mitpilgern viele Bekannte und kam so auch nach Wien, wo
ich
am Grab Josefs II. in der Habsburger Gruft stand! Dort bekamen wir
auch
die Nachricht vom Todes des lächelnden Papstes Johannes Paul I.
Über
die Wahl des Polen J.-P.II. sind wir sehr glücklich, unsere
deutschen
Modernisten und hochmütigen Professoren weniger. Daß Oskar Saier
aus
Wagensteig Erzbischof wurde war eine Freude ist aber auch eine
Sorge:
Ich sag auf Alemannisch in der Kirchen: Der Oskar tut einem leid,
wenn
man weiß, wie sie mit den Geistlichen in Friburg umgeh". gemeint
waren
die linkskath. und Mod. vor allem unter kirchl. Angestellten usw.
Am Passionssonntag hatten wir eine schöne Erstkommunionsfeier der
Gehörlosenschule Stegen, die sich bes. durch Fam. Gschwind hier
sehr
wohl fühlten. Die Lindenbergwallfahrt mußte, da der Lindenberg
geschlossen war, ausfallen, nur der Pfarrer und die Köchin gingen
zu
Fuß hinauf. Schade, daß der 100. Todestag der Veronika Benitz so
mager
begangen wurde. Die Wiedereinweihung am 8. September war sehr
schön,
Beteiligung von hier sehr gering. Aus dem Parrhaus gab ich das
Kreuz
als Leihgabe für die Kirche, wozu auch der Pfarrgem.rat die
Zustimmung
gab. Im Stillen habe ich auch sonst etwas nachgeschoben bei der
Austattung oben.
Ein großes Ereignis wurde für uns die Diakonatsweihe unseres
Oberlehrers Norbert Graf am 10.12.78. Durch sein Bemühen
hauptsächlich
hat Eschbach 1968 nochmals einen Pfarrer bekommen, sein Streben
zum
Diakonat habe ich stark gefordert, obwohl es mich viel Opfer und
Verzicht erforderte.
Pfarrchronik Eschbach 1978 3.
Seite 32
Auch 1978 wurde versucht, beim staatl. Hochbauamt bezügl. baul.
Erneuerung etwas zu erreichen leider mit geringem Erfolg. Die
Abrechnung der Leichenhalle (1976/775 konnte nicht fertiggestellt
werden. Beim Bauamt ist personell wieder Mangel, wie sie sagen.
Vökt
hat Eschbach nichtmehr. Bau-Dir Berthelsmann fällt auch aus. Prof.
Otto
Büttner, wohnh. Wittental Eichbühl 12‚ wird Oberbaudir. und
verspricht,
Eschbach bestimmt zu helfen. Eine Kommission mit 10 Personen, 5
Dienstwagen war wieder einmal da. Man habe das Geld jetzt, man
mache
auch die Orgel, man habe keine Leute. Unser Vorschlag: priv. Arch.
einschalten wird angenommen, aber hingezogen, jetzt wird Arch.
Wopperer
bestellt, man macht ihm jedoch Schwierigkeiten, unterrichtet ihn
nicht
genau und sagt zuletzt, die Ausschreibungen seien nicht richtig
gemacht
gewesen, zudem gab es Verzögerung durch den Kath. Tag. Meine
ständige
Bitte und Mahnung war erfolglos. Mitte Okt. wurde mitgeteilt, nun
sei
es zu spät.
Da die Herrichtung des Ganges anfangs auf Kosten der Ki.gem,
angeboten war
und Wopperer darin daher frei war, wurde der Gang im Seitenbau
rasch
und gut gemacht und war auf den Kath. Tag fertig, bis jetzt die
einzige
Arbeit wo ich mitbestimmen konnte und es so gemacht wurde, wie ich
wollte. Zuletzt mußten die Herrn zugeben, daß sie auch diese
Arbeit
bezahlen müssen.
So hätte auch der Eingang vor allem der Windfang gut gemacht
werden können und Zipfel hat den Auftrag, kam aber nicht dazu.
Anlässlich der Herrichtung des Seitenganges konnte ich die
Isolierung
des Seitenbaues von unten durchdrücken, es kostete aber reichlich
Geld,
ist jedoch für die Wärmehaltung entscheidend wichtig. Eine
ähnliche
Außenisolierung der Nordseite wurde jedoch vom Denkmalamt
abgelehnt.
Die Doppelverglasung der letzten vier Fenster der Kirche wurde
wiederum angemahnt, jedoch nicht ausgeführt.
Für den Organisten wurde ein neuer Zahlengeber beschafft und vom
Kifo bezahlt 1400.-
Da durch die niederen Zinssätze die Ersparnisse praktisch
abnehmen,
beantragte ich beim Pf.gmrat, daß wenigstens von den Ersparnissen
Kirchenrest. Klig. etwas an den Figuren gemacht werden dürfe. Die
schönen Putten v. Mathias Faller auf dem Kanzeldeckel, vor allem
soweit
sie ungünstig sitzen holte ich herunter (2 St.) mit der Absicht
Kopien
eventuell auf die Seitenaltäre zu tun, da sie auf dem Lindenbg.
wohl
dort waren.
Später waren sie an versch Stellen des Hochaltars (s. Foto) . Bei
der
Rest. 67 gab man ihnen endgültig den Platz auf dem Kanzeldeckel,
da sie
dort vor Diebstahl noch am sichersten sind. Die Originale kamen zu
Bauernfeind mit dem Auftrag Gipsabgüsse herzustellen. Nach manchen
Mahnungen wurde dieser Auftrag ausgeführt und auf den 17. Dez.
waren
sie wieder da, die Orginale wieder am Platz und je eine Kopie an
jedem
Seitenaltar.
Weitere Kopien sind nun möglich.
Genaue Nachschau durch Statiker bei Firma Wopperer ergab, daß bei
einer
stärkeren Schneelast mit dem Zusammenbruch der Scheuer zu rechnen
ist,
Winter 77/78 war am Westgiebel zwei Balken angebrochen und über
dem
Eingang zur Leichenhalle ein bedenklich Buckel sichtbar geworden.
Der
Statiker hatte Angst und wollte den Platz sperren, er sagte, bei
einem
Sturm darf niemand mehr in die Scheuer! Er meldete den Zustand
beim
Hochbauamt und so mußte Zipfel rasch eine innere, teuere
Abstützung
vornehnen. Soweit ist es nun gekommen! Meine Drohung, ich werde an
die
Presse gehen, habe ich zweimal deutlich gemacht.
So hatte Dr. Meisner 1966 die lnnenrestaurierung der Kirche aber
damit
einen Aufschub des Pfarrhauses durchgesetzt, indem er ankündigte,
daß
er diese Zustände wie in Rußland öffentlich anprangern
werde.
Kirchlicherseits wußte man immer nur zu fragen, ob ich frieren
müsse.
Es gehört schon viel Demut dazu, diese Zurücksetzung immer still
zu
ertragen. 1977 u. 78 bekam jeder Pfarrer für sein Haus mehrere
100.000
DM für sein Pfarrhaus etwa in St.Märgen u. auf dem Lindenberg
wurde
über 1/2 Million ausgegeben. Daher habe ich 1978 manchmal nach
einem
netten, praktischen Pfarrhäuschen ausgeschaut. Auf 1. Sept war nun
auch
meine eigene „Libdingwohnung" im Elternhaus in St.Märgen fertig
und ist
sehr wohnlich und praktisch, jedoch nur jeweils für 2-3 Tage zu
gebrauchen.
Pfarrchronik Eschbach 1978/79
Seite 33
Die Weihnachtszeit 1978 brachte einen Rekord an Gottesdiensten, da
der
4. Advent auf den Sonntag fiel, erstmals am hl. Abend eine
Kinder-u.
Familienchristmette nachmittags um 5 Uhr gefordert wurde. Diakon
Graf war zur Organisation dieses Gottesdienstes bereit,
sodaß mir
nur die hl. Messe dabei zukam, jedoch eben manche Vorbereitung und
Anspannung gefordert war. Von den zahlreichen Priestern von
anderer Stellung in und um Freiburg war keiner zu bekommen. Der
vor dem
4. Advent übliche und gut genutzte Beichttag, ich in Kappel ab 1/2
3
mit Abendmesse, der Pfarrer von Kappel hier, beide hatten
reichlich zu
tun. So waren von Sa.-abend bis Di-Vormittag 9 Messen zu halten
dabei 6
Predigten, bis einschl. So. nach Dreikönig 18
Sonntagsgottesdienste; in
5 Gottesd. übernahm der Diakon die Predigt. Am Stefanstag predigte
Diakon Graf in St.Peter. Zum Jahresende kam ein gründlicher Winter
mit
Kälte und Schnee, wobei Eschbach am Bach wieder den Kälterekord im
Dreisamtal hielt.
Am Kirchturm war Anfang Dez. durch die Gem. Erneuerung der
Zifferblätter bestellt, die alten abmontiert, die neuen kamen
nicht -
erst am 15. Jan. bei tiefem Schnee; etwa 14 Tage Iief auch die Uhr
nichtmehr und so wurde wieder Gebetzeit vom Pfarrhauspersonal von
Hand
geläutet‚ Pfarrköchin jeweils morgens 6 Uhr.
Die Jahresstatistik 1978 ist nicht bes. erfreulich: Taufen 10,
Eheschl.
10, eine ganze Anzahl Paare lebt - auch Alteschbacher-
ehelich
zusammen ohne kirchl. u. staatl. Trauung. Die Aussichten auf
Erhaltung
der Grundschule hier werden damit weiterhin wieder schlechter
nachdem
1977 eine Besserung sich abzuzeichnen schien. Die Zahl der
Todesfälle
war wiederum gering, kein Unglücksfall – Gott sei Dank. 2
Kirchenaustritte von Neubürgern erfolgten anläßlich des Umzugs,
wie man
es gern macht. Grund: Kirchensteuer. Man kann dann ja eine Spende
geben
und eine Bescheinigung für das Finanzamt dafür von der Kirche
verlangen. Die Zahl der Kirchenbesucher an den gewöhnlichen
Sonntagen
ist auch hier rückläufig: Ausreden, schlechtes Beispiel mod. kath.
Familien, viele Feste, schöneres Gottesdienstangebot in schöneren
Kirchen usw. werden als Grunde genannt; an Weihnachten dagegen
sind
etwa 4/5 aller Kath. hier im Gottesdienst.
Die im Nov. bestellten Arbeiten am Schwesternhaus wurden leider
1978 nicht begonnen: Dachrinnen, neue Doppelfenster.
Die Finanzen der Pfarrei zeigen höhere Zahlen wie 1977 bes. bei
Aktionen in die 3. Welt. Unter den Pfarrangehörigen, die unbedingt
zur
Weihnachtskommunion in die Pfarrkirche wollten, womöglich auch mit
Beicht darf rühmend genannt werden: Linus Hummel, Altscherpeter im
85.Lebensjahr und Albertine Helmle im 93. Lebensjahr‚ diese auch
zur
Beicht zu Fuß vom Untertal!
Die neuen Zifferblätter wurden am 17. Jan. bei einem schönen
Schneepolster und 10 Grad Kälte mit Hilfe der Feuerwehrleiter
verhältnismäßig leicht auf den Turm gebracht, über das
schneebedeckte
Ziegeldach geschoben!
Was Eschbach kann und sich von der Gemeinde Stegen bezahlen lassen
tut,
das hat auch Zarten gemerkt und bekommt so eine neue
Kapellenuhr.
Der etwas geschichts-und heimatkundige Pfarrer von Eschbach gab
den
leisen Wink‚ man solle doch die alte Kapellenuhr - Schmiedearbeit
bester Art und hohen Alters nicht für 1500 Mark nach auswärts
verkaufen. In Zarten sei der bedeutendste Turmuhrenschmied der
alten
Zeit gewesen.
Die Einrichtung der Sozialstation Dreisamtal geht gut voran‚ d.h.
die
bisherigen Krankenschwesternstationen werden mehr
zusammengeschlossen,
es kommt etwas mehr Bürokratie, aber auch mehr gegenseitige
Aushilfe.
Auch aus diesem Grund wurde für das Schwesternhaus jetzt ein
eigener
Telefonanschluß eingerichtet. Schon seit zwei Jahren ist das
Pfarrhaus
und das Schwesternhaus mit Haustel. verbunden.
Am 23. Jan. Gründungsversammlung für den E.V. Sozialstation
Dreisamtal.
Hofsgrund u. Eschbach haben 2 Stimmen, Kirchz. 6; Stegen 4, die
and.
3.
Wir hatten beantragt jede Pfr. 2 St. Die absol. Mehrheit der
Großen
lehnte diesen Vorschlag ab. Die Mitbestimmung ist sehr stark, die
Mitarbeit angeboten, die Hauptlast 1.Vorstand‚ will niemand
leisten von
den Laien. So erklärt sich in der Not Pfr. Läufer v. St.Peter zum
Dienst 1.Vorst. auf ein Jahr bereit. Schwierig war auch, daß der
Initiator, Pfr. Wenger‚ nichtmehr in Kirchz. ist und der
Nachfolger
noch neu, nicht viel tun kann.
Pfarrchronik Eschbach 1979 Seite
34.
Wiederum werden Hoffnungen gemacht, daß die Restaurierung der
Nordseite
mit Abbruch der Scheuer 2.St. in diesem Jahr durchgeführt wird.
Auch
wird die gründl. Erneuerung der Orgel in Aussicht gestellt. Nur
die von
uns selbst betriebene Veränderung des Windfangs kann durchgeführt
werden. Zimmermeister Zipfel geht auf meine Vorschläge ein, Maler
Spiegelhalder macht die Malerarbeiten; soweit möglich wurde die
el.
Install. verbessert. Im Schwesternhaus können alle Fenster
erneuert
werden (rd 12000.-). Da in der KiGemkasse nach wie vor die Mittel
für
die Norderneuerung da sind, jedoch nicht ausgegeben werden können,
beschließt der Stiftungsrat, im Schwesternhaus nun auch eine
Zentralheizung einzubauen und Zimmern. Fehr Stegen mit der
Bauleitung
zu beauftragen. Dadurch soll das Schwesternhaus an Wert gewinnen
im
Hinblick auf die Sozialstation. Die starke Verteuerung des Heizöls
legt
eine kombinierte Öl-Holz-Kohlenheizung nahe. Der mittelstrenge‚
lange
Winter legt Sparsamkeit und Klugheit nahe. Im Pfarrhaus Oberried
hat
man in über 2 Jahren die Innenrest des Pfarrhauses nicht fertig
gebracht und kaum noch eine andere Heizmöglichkeit als mit Öl
gelassen.
Darum scheint Vorsicht mit Totalmodernisierung geboten. Holz aus
dem
Wald kommt wieder zu Ehren‚ wohl dem ders zu gebrauchen versteht !
In Freiburg stirbt Lambert Müller der Älteste der Gemeinde und
wird
hier begraben. In der pol. Geschichte bedeutet er einmal viel und
hat
in seiner ehrlichen Bescheidenheit gut nachgedacht, sogar seine
Lebenserfahrung schriftlich hinterlassen {siehe Pfarrachrchiv!}‚
womit
er sich vor manchen Modernen sehen lassen kann. Als Seelsorger
habe ich
ihn und die Ang. gerne geschützt.
Der Erstkommunionsunterricht machte einigen Kummer. Es war schon
im
Vorjahr auf Betreiben von Neubürgern viel Änderung gegen früher
durchgesetzt worden. Z.T. zum Guten. z.T. im Übermaß. Darum
Beratung im
PfarrGemRat und Beschluß: keine weiteren Änderungen mehr. Nun war
dem
Diakon Norb. Graf eine bes. Mitarbeit als Diakonsaufgabe
zugeteilt. Er
wollte in seiner flotten Art den schon begonnen Unterricht in
anderer
Form gehalten sehen: nichtmehr durch den Pfarrer allein, sondern
mit
sog. Tischgruppen, wofür er 4 Frauen gewann. Für mich bedeutete
das
viel Umstellung, zumal auch Stegen keinerlei Bereitschaft zur
Zusammenarbeit im RU 3. Klasse möglich machte. Trotz Bitten bekam
ich
das Stegener Werkheft, leider dann auch das Eschbacher nie zu
sehen. So
entstanden manche Spannungen zw. Alteschbachern und Neubürgern.
Zudem
war in der Erstkomm.gruppe der Anteil Alteschb Fam. stark u.a.
Kinder
aus 6 Fam. mit je 5 Kindern, die schon bisher mit meinem
Erstkomm.Unt.
sehr zufrieden waren. Von dem bald 70 jähr. Pfarrer wird erwartet,
sich
rasch auf neue Formen mod. Päd u. Kathech. und
Gottesdienstgestaltung
umzustellen, d.h. allen stets entgegen zu kommen, dazu keine
Möglichkeit sich gut zu unterrichten. Es waren in diesen Wochen
großer
Opfer an Demut, Geduld und Nachsicht zu bringen. Für Diakon Graf
nahte
die Entscheidung seiner endgültigen Anstellung. Daß er nicht in
Eschbach für die Pfarrei bleiben würde, war klar. Er bat darum,
noch
einmal ganz Osterferien zu haben, die er zu einer Romfahrt mit der
Fam.
nutzen wollte. So war die Schlußphase des Komm.unt wieder mir ganz
überlassen. Es mußte sich auch zeigen, daß die begonnenen Aktionen
auch
so durchgeführt werden. Das ist auch gelungen. Die Erstkomm.Feier
verlief gut. Das Störenden und Nebensächliche konnten zurück
gedrängt
werden.
Leider waren es zum Palmsonntag nur noch drei große Palmen,
nachdem
mich die Fam. Hinterbauer‚ Mathisle und Erhard bes. gebeten
hatte.
Die Schola‚ nun ein Jahr in Tätigkeit neben dem Kirchenchor
bewährte
sich‚ Klaus Geiger übte ein und Vater Gschwind machte dann den
Vorsänger, wenn Geiger in Littenweiler Dienst tat: So konnten die
Ostergottesdienste würdig gefeiert werden. Hill und Moder bekamen
vom
Erzb. die Bevollmächtigung als Kommunionhelfer. Auf diesem Bereich
ist
Eschbach nun mit 6 Mann gut versorgt.
Pfarrchronik Eschbach 1979
III, Seite 35
Zu Pfingsten feierten die Patres in Stegen das 100 jährige
Bestehen
ihrer Gemeinschaft und das 50. ihrer Tätigkeit in Stegen. Eine
gute
Festschrift wird verfaßt von Herrn Breckel. Leider wird der
Kontakt mit
der Mutterpfarrei kaum gepflegt. Der Frauenausflug im Mai fuhrt
zum
Palmbühl bei Rottweil, Ministranten nach Ötigheim, Kirchenchor zu
Lehrer Graf nach Arlen. Mit dem Weggang von Lehrer Graf Ende des
Schuljahrs endet dessen 22 jährige Tätigkeit hier. Seine Leistung
als
Lehrer war bedeutend, sein impulsives Schaffen wirkungsvoll,
allerdings
daneben nur ein sehr demütiger und bescheidener Pfarrer denkbar.
Im
Juni konnten die Eheleute Karl Maier, Steurental Gold. Hochzeit
feiern,
wie 1948 schon ihre 9 Eltern. Auf Anregung von Frau Gschwind im
Frauenkreis konnte ich einen Diavortrag über die Trachten halten,
wobei
herauskam, daß die Mädchen doch wieder zur Tracht bereit wären.
Ich
griff die Initiative auf. Von Herrn Steurer‚ Fin.Ref. des
Reg.Präs, der
hier wohnt erhielt ich Hilfe, so wurden auf Pfarreikosten 4 neue
Schäppel in St. Peter bestellt. Ein früherer Versuch meinerseits
war
auch von Graf nicht gefördert worden. Im Pfarrgem.Rat nicht auf
Hilfe
gestoßen und vor allem von den jüngeren Frauen, die die Tracht
wegen
der Frisur aufgegeben hatten, abgelehnt worden. Hoffentlich
gelingt es
diesmal wieder. Am Jakobusfest war abends Abschiedsfeier für Herrn
Graf. Meine Bitte in der Pfarrei um Mithilfe in seiner Nachfolge
blieb
leider vorerst ohne Erfolg. Nur die Schola arbeitet mit Erfolg.
Leider
sehen nun einige Kirchenchormitglieder die Gelegenheit, sich still
wegzuschleichen und Org. Kollmer allein zu lassen. Es wäre damit
der
Ausflug die letzte Tätigkeit gewesen!
Auch 1979 wurde ein recht nettes Dorffest gefeiert, auch mit
Beteil.
des Pfarrers. Am Vinzentiustag 1979 war gold-Profeß der leider
kränklichen Schwester Appronia; die Krankenschwester Irmbertina
mußte
an Brustkrebs operiert werden, hofft wieder gesund zu werden,
worum wir
beten. Am Erntedanksonntag feierte die Landjugendgruppe Eschbach
ihr 10
jähriges Bestehen. Es ist mit ihr eine gute Zusammenarbeit vor
allem
durch einige Jugendliche aus guten Fam. wie Scherer‚ Alfons‚ H.
Schwär
usw. Um die Sicherheit der Wertgegenstände im Pfarrhaus und Kirche
muß
man Sorge haben; es wird die Anschaffung eines Tresor beschlossen,
leider lange Lieferfrist.
Bei der Kreistagswahl mache ich einen Hinweis auf die Wahlpflicht.
Unsere Wahlbeteiligung liegt über dem Durchschnitt. Die
Flurbereinigung
kommt hier nicht zum Zug, weil zwei Bauern im Steurental dagegen
sind,
so können leider die Wege etwa zu: Hecklemartinshaus nicht gebaut
werden. Gute Staatszuschüsse gehen der Gem. dadurch verloren.
Bei Besuchen am Sommerberg zeigt es sich, daß dort mit weinigen
Ausnahmen ein tiefer Haß wegen der Halle gegen die
Gemeindeverwaltung
besteht bes. gegen Ortsvorsteher Spitz.
Ein Trauertag war für Eschbach auch der 1. Dez. Die Schließung der
Eschbacher Post und Neueröffnung in Stegen in großzügiger
Form.
Durch eine deutliche Stellungnahme auch in der Kirche konnte der
Kaufladen im Ort noch gehalten werden.
Zu Martini 79 wurde von Erhart und Fam. Gschwind eine nette
Martinsausrüstung beschafft, der Martinsumzug kam auch in die
Kirche,
wobei die Tageslichtprojektion sich neu vorstellte.
Eine Vergrößerung der bescheidenen Weihnachtskrippe ist in Arbeit;
Herr
Thoma, der nun im Ruhestand ist und gern bastelt und Herr Moder
wollen
sich daran verkünsteln. Auf Winter sind nun auch die letzten
Kirchenvorfenster eingebaut, leider die Lüftungsflügel noch nicht.
Bei
der neueren Verteuerung des Heizöls um fast 100% ist das
eine
gute Hilfe. Auch im Pfarrhaus hilft weitere Isolierung von
Fenstern und
sonstigen Stellen.
Durch den hier wohnenden Verlags-Dir. Spörlein von Herderverlag
werde
ich veranlaßt‚ im ”Anzeiger“ für kath. Geistl. jeweils etwas zu
schreiben. Das ist an sich nicht meine Art und auch nicht mein
Talent.
Auch Herr Herder Dorneich sen. lud mich nach Wiesneck zu einem
wissenschaftl. Gesprächskreis ein. Meine Arbeit um die Geschichte
des
Lindenberg war doch etwas bekannt geworden.
Pfarrchronik Eschbach 1980 Seite
37 wird nachgetragen
Pfarrchronik Eschbach 1980/81
Seite 38
Höhepunkt im Jahresgeschehen war das Musikfest
75 Jahre Musikverein Eschbach. Es wurde auf das Wochenende 1
.Aug.-woche 1.-4. gelegt. Termin war schon lange voraus
festgelegt‚ da
ja immer viele Dorffeste sind. Für uns war es auch das Dorffest
des
Jahres. Trotz Schulferien nahmen alle Mitbürger - wenige Ausnahmen
bes.
Sommerbergler - an den Vorbereitungen und am Fest selbst teil. Bei
der
Festschrift (1.Ex. im Pfarrarchiv) war die Mitarbeit des Pfarrers
sehr
erwünscht. Das Titelbild ist eine feine Sache v. Franz Metzger
St.Peter. Mit diesem Motiv wurden auch Trinkgläschen ausgestattet,
die
später noch Kunde vom Fest geben werden. Ein Festzelt wurde auf
der
Matt beim Engel aufgestellt. Höhepunkt des Sonntags war der
Festgottesdienst im Zelt. Die Trachtenmädchen mit Schäppel hatten
einen
hohen Tag. Das Zelt faßte 1000 Personen, beim Gottesdienst waren
es
etwa 700. Thema der Predigt: Dank an die Musik für ihre Treue,
auch in
schwerer Zeit (III.Reich) "Im Takte fest, im Tone rein" Inschrift
der
Fahne war Predigtthema. Da das Wetter gut mitmachte - der Pfarrer
war
dafür um sein Gebet gebeten worden - war das Fest auch finanz. ein
Erfolg für den Verein. Schön war, daß die Ehrung mit dem
Bundesverdienstkreuz für Dirigent Schuler hierbei vorgenommen
werden
konnte.
Nach den Ferien begann die Vorbereitung der Firmung, die auf den
Nikolaustag 6. Dez. angesetzt war. Bischof Kalato als Firmbischof
war
mir recht angenehm, da ich ihn von Grunern her kenne. Bei der
nächsten
Firmung hätten wir dann den Erzbischof zu erwarten. In Gruppen von
je
6-8 wurden die Firmlinge in Tischgruppen vorbereitet. Am Firmtag
war
das Wetter sehr schlecht, sodaß der Stehempfang mit Musik und
Vereinen
im Pfarrhausgang gehalten werden mußte. Für das Pfarrhaus wurde
das
Jahresende durch schwere Krankheit der Pfarrhaushälterin Rosalia
Wehrle
sehr kummervoll. Mein 70. Geburtstag wurde am Stefanstag von der
Pfarrei nach deren Willen etwas nachgefeiert. Den Tag selbst
verbrachte
ich in St.Märgen. Mit dem Gebet ist der Wunsch verbunden, daß ich
noch
den 50.Tag der Priesterweihe im priesterlichen Dienst feiern kann.
Zum
Jahresende habe ich mein Gesuch an den Bischof um Entlassung in
den
Ruhestand eingereicht. Die große staatl. Baukommission (9 Mann mit
5
Dienstwagen) war wieder einmal da im Haus. Man besah die für
700.000.-
DM umgebaute Scheuer und meinte, nun soll auch das Wohnhaus so
werden.
Es wird sie also wie auch anderwärts (Oberried) bewahrheiten, daß
es
beim Staat vom Versprechen einer Restauration bis zur Durchführung
14
Jahre dauert. Daß die Scheuer vorher daran kam, war nur dadurch
verursacht‚ daß sie im nächsten Winter sicher zusammengestürzt
wäre.
Die Tragbalken waren im vorigen Winter schon angebrochen; der
Statiker
des Hochbauamtes traute sich nichtmehr auf den Scheuerspeicher
hinauf.
Es wurde betont, daß man auch die Wohnung des Pfarrers gut machen
solle. Ich möge dann, wenn das Haus 82 vorraussichtl. zeitweise
unbewohnbar wird, von St.Märgen aus darüber wachen. Eine gute
Hilfe
wird es sein, daß von uns der Seitenbau bereits instantgesetzt
ist. Die
Nordseite außen ist nun das Paradestück‚ da die Malereien ganz
nach den
noch vorhandenen Farbresten erneuert wurde. Die Orgelrestaurierung
war
an sich finanziert und eingeplant, jedoch keine Orgelbaufirma zur
Durchführung der Arbeit wegen Arbeitsüberlastung fähig. Meine
Nebenarbeit für den Lindenberg fand ihren Niederschlag im neuen
Kirchenführer bei Schnell u. Steiner: Wallfahrt Maria Lindenberg.
Die
Fotos dafür in der Landschaft mußten an einem Tag mit wenig Sonne
gemacht werden. Die 2. Aufl. nach Verkauf der 1.(10.000) kann dann
etwas besser werden. Auf alle Fälle kam Eschbach gut in den
Kirchenführer hinein!
Weihnachten stand unter dem guten Stern (Konstell. Mars Jupiter
Venus)
von einst. Der Papstbesuch in Deutschland hatte Freude gebracht
.
1981 Im Jan. ein schönes Treffen der Schulkam. 1945 8. Klasse
Schüler.
Pfarrchronik Eschbach 1981
Seite 39
Kirchenchor betr. Mit Trauer muß der Chronist festhalten, daß im
Jahr
1980 beginnend und 81 wohl vollends der Kirchenchor abgestorben
ist.
Schon bei meinen Dienstantritt 1968 war die Krise aktuell, als der
gute
Josef Gabler seinen Dienst kündigte, mit Rücksicht auf den neuen
Pfarrer aber nochmals blieb, bis ihn die Krankheit zur Aufgabe
zwang.
Leider hatte er gegen Ende auch zu sehr geglaubt, er könne es noch
länger machen und gab einem Nachfolger keinen Raum. Seraphim
Kollmer,
von Beruf Buchdrucker beim Verlag Mors in Freiburg, aus Sulz b.
Lahr
kommend ist begeisterter Musiker, in der Blasmusik führend,
Hilfsbereit
und zuverlässig. Die Einheimischen lehnen nun leider fast jeden
Zugezogenen ab. So fand auch Kollmer im Kirchenchor wenig
Sympathie.
Der Kirchenchor in der an sich nicht großen Gemeinde konnte nie
sehr
stark sein und war stark geprägt von der Sippe Läufer,
Peterbauernhof,
wo ein gutes Talent zum Singen da ist. Aber auch eine stark
konservative Haltung, so wie es früher war: 4-stimmig, lat. Amt.
Mein
Bemühen war immer beweglicher zu werden; so dachte auch Kollmer.
Wie in
den anderen Gemeinden ging ich gern in die Chorproben, was hier
aber
nicht so erwünscht ist. Bes. Geschick in der Probendidaktik ist
Kollmer
auch nicht gegeben. Wenn eine Stimme probt, schwätzen die anderen
laut.
Bei den Mädchen kam hinzu, daß Schulentlassene gern zum
Kirchenchor
gingen, mit 16 aber dann zur Jugendgruppe überwechselten oder zur
Blasmusik, die hier die stärkste Organisation ist. So wurde der
Kirchenchor schwächer und schwächer. Als hauptsächlich mit der
Einführung des "Gotteslob" neue Aufgaben kamen und hier eine
Choralschola sich bildete, an sich eine guten Bereicherung, wurde
das
vom Kirchenchor als Konkurrenz empfunden. Zu meinem 70. Geb.tag
sang
der Kirchenchor nochmals in der Halle. Mit dem Neujahr 1981 ging
es
aber dann aus. Obwohl Herr Hill zur Verstärkung aus der Schola zum
Kirchenchor herübergegangen war, war der Tenor und auch der Baß
nicht
mehr singfähig. Kollmer konnte keine Proben mehr halten. Vor allem
Herr
Albert Läufer sagte: jetzt ist Schluß. Auch hatte der treue Helfer
im
Kirchenchor Max Spitz durch die Gemeindereform auch nicht mehr die
Möglichkeit, in die Proben zu kommen, da auf Dienstag, den Tag der
Kirchenchorprobe die Gemeinderatssitzungen gelegt wurden. Eschbach
hatte sich da nach Stegen zu richten und zudem war durch den nun
notwendigen Ortschaftsrat eine Doppelung notwendig geworden.
Zeitgeist
und Gemeindereform sind also mitbeteiligt. Die jungen Familien
wollen
am Wochenende verreisen‚ in St.Peter oder Kirchzarten hört man
schönere
Ämter, dort sind günstige Spätgottesdienste. Eschbach hat leider
es
nicht verstanden, durch Treue und Zusammenhalt seine
Eigenständigkeit
zu erhalten. Was man 1959 mir in Schluchsee bei der Neugründung
der
Pfarrei Stegen sagte, wurde Wirklichkeit: Stegen will wachsen,
Eschbach
muß abnehmen. Nur beim Musikverein war das nicht der Fall, da die
Musik
in Stegen keinen Boden hatte, und die Kuratie sich eben an die
Wittentäler Musik hielt.
So ist nun Kollmer noch Organist und will es bleiben, wofür man
auch
froh sein soll. Wenn mal ein genialer Chorleiter sich zeigt, kann
es
auch wieder einen Kirchenchor geben. Möge durch die Opfer der
früheren
Zeit diese Gnade gegeben sein!
Beim Dienstantritt in Schluchsee gab es dort keinen Organisten und
keinen Kirchenchor mehr, es erstand durch Fam. Killig bald nieder
einer. In Wahlwies kam die Hilfe durch den Organisten aus der
Pestl.
Siedlung. Der Schluchseer Kirchenchor besuchte mich dann in
Wahlwies‚
der Wahlwieser Chor in Eschbach. Meine Haushälterin Rosalia
konnte, da
noch jünger und von St.Märgen her begeisterte Kirchensängerin in
Schluchsee und in Wahlwies noch mitsingen.
Die Eschbacher Orgel als Staatsbesitz seit ihrer Erstellung 1871
nicht
verändert ist ein gutes Stück, leider aber vom Staat wie in der
ganzen
Baupflicht stiefmütterlich behandelt‚ Renovierung immer
versprochen und
bis jetzt nicht gemacht. Die Kirche wartet mit ihrer edlen Akustik
nur
darauf, von der Empore etwas gutes zu hören! J.H.
Pfarrchronik Eschbach 1981/82
Seite 40
Ende 1980 kehrte Kummer und Sorge ins Pfarrhaus ein. Rosalia und
ich,
bis zum 65. Lebensjahr sehr gesund, hatten uns als Blutspender zur
Verfügung stellen können; ich bekam die Goldmedalie mit Lorbeer,
Rosalia die Goldmedalie. Die Berufsarbeit ging jedoch hart weiter
und
wurde mit dem Alter nicht leichter. Nach Weggang von Oberlehrer
Graf
wurde die Situation in der Schule sehr schwierig, da der neue
Schulleiter (Amtseinführung siehe Zeitungsausschnitt in den
Chronikbeilagen) Herr Schröter, nicht zum Kollegium der Damen
paßte.
Mit dem 70. Lebensjahr wollte ich auch um Entlastung vom
Schulunterricht bitte und teilte das der Kirchenbehörde mit. Bei
einer
ärztlichen Untersuchung im November bei Dr. Thies in St.Peter
wurde bei
Rosalia eine Verdächtiger Blutzustand festgesellt, bei mir ein
Beginn
von Herzschwäche; für Rosalia bald Überweisung ins
Josefskrankenhaus,
dort am 22. XII. eine Darmoperation vorgenommen, da Darmkrebs
vorlag.
So richtete ich an das Ordinariat mein Gesuch um Zuruhesetzung.
Rosalia
besorgte sich eine Mietwohnung in St.Märgen. Für sie war es leider
schon zu spät. Man gab ihr noch etwa 2-5 Monate Lebenszet. Im
Januar
kam sie vorerst wieder heim und macht z.T. wieder Hausarbeit im
Mai
wurden die Schmerzen so stark, daß sie wieder ins Krankenhaus
verbracht
werden mußte; anfang Juni kam sie ins Krankenhaus in Vöhrenbach.
Frau
Geiger nahm sich sehr hilfreich ihrer an. Am 26. Juni, einem
Freitag
und Herz-Jesu-Fest war ihr Ende gekommen. Nur tot kam sie hierher
zurück. Ihrem früheren Wunsch entsprechend haben wir sie in
St.Märgen
begraben. In der Grabrede von Dekan Litterst wurden Wort gesagt,
die
selten für eine Frau in der Kirche gesprochen werden. Rosalia hat
sie
verdient. Für die Haushälterinnen sprach Frau Goethe, die
Vorsitzende
der Veronikagemeinschaft.
Am 14. Juli 1984 wurde vom H.H. Erzbischof meine
Zuruhesetzungsgesuch
angenommen und auf 1. Sept. die Pensionierung ausgesprochen,
Pfarrer
Läufer für die nächste Zeit zum Pfarrverweser und zur
Mitversorgung
neben St.Peter ernannt. Am Sonntag danach war meine offizielle
Verabschiedung. Für Dreisamtal-Nord besteht an sich ein
Pfarrverband,
wobei aber nur die Priester in St.Peter und der Kaplan des
Lindenberg
für Eschbach und St.Peter mitsorgen und Gottesdienst halten.
Diakon L.
Maier ist dem Pfarrer von Oberried, meine Freund Th. Vetter, der
wegen
Stimmbandleiden nicht mehr laut sprechen kann zugeteilt. Auch
hilft in
Oberried der Pfarrer von Hofsgrund, der eine Pfarrei mit knapp 400
Seelen hat, dort mit.
So mache ich z.Z. also noch knapp 75 % Seelsorgs- und
Priesterdienst
hier. Der Umbau der Pfarrwohnung soll nun beginnen, damit bald
wieder
ein neuer Pfarrer nach Eschbach zieht, freilich wird nur einer
infrage
kommen, der auch einen Dienst in Freiburg hat.
Auf 1. August bekam ich in der Person von Fr. Irma Seibel, die aus
der
fröhlichen Pfalz kommt, eine Haushälterin. Ich habe beim
Veronikawerk
um Mitberatung gebeten. Irma Seibel‚ seit kurzer Zeit aus dem
Postdienst auf einem Dorfpostamt das aufgehoben wurde, zur Ruhe
gesetzt
möchte noch gerne einige Jahre im Haushalt arbeiten. Sie fährt
auch
gern ein eigenes Auto. So konnte man auch dem Jahresende 1981
wieder
etwas beruhigt entgegensehen und in Gottes Namen das Jahr 1982
beginnen. Im Advent 1981 hatte ich mit Caritasverband Freiburg
Diöz.
noch die Adventswallfahrt nach Altötting mitmachen können und habe
sie
gut durchgehalten.
1982.
Am 11. Jan. 82 hielt ich in St.Märgen bei den Senioren einen
Lichtbilder-Vortrag über St.Märgener in der Ferne und tat damit
meine
Anwesenheit in der Heimatgemeinde kund. St.Märgen ist jetzt mein
1.
Wohnsitz, Eschbach 2. Wohnsitz.
Am 15. Jan. kam wieder die große Baukommission des Staatl.
Hochbauamtes
und legte den Ablauf der Pfarrhausrestaurierung fest. Es wird
erwartet,
daß ich bis nach den Bauferien ganz aus dem Pfarrhaus ausgezogen
bin.
Es gab gleich ein Ringen um den Verbleib der Familie Krone /
Smolski,
unseren guten und hilfsbereiten Hausgenossen seit den ersten
Wochen
hier. Mein Wunsch und Vorschlag, daß sie dann im Seitenbau wohnen
können, auch während der Restaurations-Zeit scheint nun doch
Erfolg zu
haben. Ihre bisherige Wohnung soll zu Räumen der Pfarrei genutzt
werden.
Pfarrchronik Eschbach Schw. Jan.
1982 Seite 41
Leben und Wirken von Rosalia Wehrle , 32 Jahre Pfarrhaushälterin,
haben
es verdient, in der Pfarrchronik festgehalten zu werden, auch in
Eschbach. Am 4. Sept.1909‚ Namenstag ihrer Mutter Rosalia geb.
Rombach,
diese Schwester meiner Mutter: Bibiana, war sie auf dem Birkweghof
geboren.
Schon als Kleinkind hatte sie es im Leben schwer, da ihre Mutter
1912
am letzten Kind starb und der Vater ein harter und strenger Mann
war,
der Hof zudem mühsam mit weiten Wegen bis 1000 Meter ü.M. zu
bearbeiten. Eine Tante vom Dengishof zog die Kinder auf. Rosalia
mußte
mit 5 Jahren schon das Vieh auf dem Kapfenberg, meist barfuß,
hüten.
Wie alle ihre Geschwister war sie gut begabt, nur Adolf machte in
der
Schule Schwierigkeiten, die der Lehrer auf Rosalia ablud. Es war
nicht
daran zu denken, daß sie einen Beruf erlernen konnte. 25 Jahre war
sie
Bauernmagd bei ihrem Vater, dann bei ihrem Bruder. Ihrem Bruder
Albert
(aus 1. Ehe) Dr. Med. in Bannholz, half sie oft aus im Haushalt
(Fahrt
mit dem Fahrrad hin und zurück) da dessen Frau oft weg war.
Haushalt
und Dienst in der Sprechstunde machte sie gerne und gut.
Als ich 1949/50 nach Schluchsee als Pfarrverweser versetzt - kein
anderer wollte dorthin ! - eine Haushälterin brauchte, sagte sie
gerne
zu; denn daheim war sie nach wie vor Feldmagd; ihre Schwester Rosa
war
Küchenchef, Klara besorgte den Stall, Maria machte den Garten. Im
Kirchenchor als gute Sänger waren alle Birkweger gern dabei und
halfen
tüchtig. Ihre echte Frömmigkeit half ihnen über das Schwere im
Leben
hinweg.
In Schluchsee war mein Haushalt noch armselig, das Einkommen
gering.
Rosalia ging gern zu den Bauersleuten, vor allem zu Fam.
Schlachter, wo
wir Milch holten. Sie war auch gleich bereit, die Fam. Wolf - 8
Personen - ‚ als Flüchtlinge ins Haus zu nehmen. Beeren und Holz
aus
dem Wald mußten den Haushalt aufbessern. Leider wurde Rosalia in
Schluchsee krank und mußte dort (im 8. Jahr) ins Krankenhaus zu
einer
Nierenoperation und hatte von da an in diesem Bereich
Schwierigkeiten.
So war sie 1957 mit einem Umzug nach Wahlwies in den schönen Hegau
gern
einverstanden. Dort wieder Verwahrlosung des ganzen Anwesens und
bereits Flüchtlinge im Pfarrhaus. Aber sie ging fest ans Werk. In
2
Jahren war der große Garten ein Musterbetrieb und Rosalia ging nun
zu
den Nachbarn wieder auf Feldarbeit und in den Obstbau (Fam. Abel
u.
Grundler), auch bei andern Fam. half sie in der Not. So kam sie in
der
ganzen Gemarkung Wahlwies herum und war, und ist bis heute dort
sehr
beliebt. Auch war sie bereit, daß wir uns um die arme
Zigeunerfamilie
Berger annahmen.
In der Zwischenzeit machte der Hof daheim viel Sorge (Haus alt,
Bruder
krank). So suchten wir in die Nähe der Heimat zu kommen nach 11
Jahren
in Wahlwies. 1968 sollte zudem Wahlwies die Hauptschule von 5
Gemeinden
bekommen mit der Hauptlast des Religions-Unterricht für mich‚ dazu
das
Pestalozzi-Kinderdorf. Nun war seit einem Jahr Eschbach frei.
Dekan
Müller, mein Freund, hätte mich gern dort gehabt. Die erste
Besichtigung war nicht ermutigend: Haus kalt und feucht. Der
baupflichtige Staat machte Arbeiten nur lässig, zudem war die
Kirchenrestaurierung vorgezogen worden - so wollten es auch die
Eschbacher !
Rosalia sagte ja, da sie dann daheim besser helfen konnte, ich
auch aus
Liebe zur Gottesmutter vom Lindenberg, dem ich seit der Kindheit
verbunden bin. Mein Vater hat 1928 das Sträßchen als Vorarbeiter
gebaut
und meine Schwester wurde bald dort Stall- u. Küchenmagd. Rosalia
konnte dann daheim auf dem Hof helfen. Der Hof wurde saniert,
Rosalia
gab das dabei noch fehlende Geld aus ihren Ersparnissen, zuletzt
finanzierte sie noch mit 55.000 DM den nötigen Geräteschopf. Als
es bei
ihr gegen das 70. Lebensjahr ging, meinet auch ich, wir sollten an
den
Ruhestand denken, hatten wir beide uns doch gerade anfangs fast
kaputt
geschafft. Sie suchte sich eine Wohnung in St.Märgen und fand sie
im
Haus Kandelweg 5. Sie hatte zwar ein Wohnrecht auf dem Hof, als
Lohn
für alle Arbeit dort. Recht auf einen Bauplatz, aber es wurde
keiner
genehmigt; zudem war das Wohnhaus des neuen Hofes schon zu klein
gebaut
worden. Die schöne Mietwohnung haben wir dann einmal 8 Tage
benützt
wobei ich im Sattlerhäusle schlief.
Bis zum 65. Lebensjahr ging Rosalia und ich zum Blutspenden. Sie
war
besonders darum gebeten, da man von der Klinik her die besonders
guten
Eigenschaften ihres Blutes kannte. In den 4 Jahren danach hatte
sie
keine Beschwerden; wir aßen gesund und gut, sie allerdings immer
nach
meiner Meinung zu wenig (still beginnender Krebs) .
Anfang Herbst 1980 kam jedoch eine auffallende Gewichtsabnahme;
wir
gingen zum Arzt; bei mir wurde Herzbeschwerde, bei ihr ein
schlechtes
Blutbild festgestellt, das sich verschlechterte, Vermutung: Leber
arbeitet nicht mehr gut. Weitere Untersuchung und Überweisung ins
Josefshaus noch vor Weihnachten 1980, am 22.XII. Operation am
Dickdarm
mit Seitenausgang. Ihr machte man Hoffnung, mir nannte man noch 2
- 5
Monate Lebenszeit. Nach Neujahr wurde sie wieder aus dem
Krankenhaus
entlassen‚ konnte auch einige Hausarbeit machen. Im Mai kamen
wieder
Schmerzen, und so kündigte sich das Endstadium an. Wieder ins
Krankenhaus, zuletzt nach Vöhrenbach. Frau Geiger, früher selbst
Krankenschwester, hat sich die ganze Zeit besonders liebevoll
ihrer
angenommen. Am 24. Juni konnte ich sie nochmals besuchen; am 25.
war
eine Seniorenfahrt von mir zu leiten. Als ich sie am Freitag früh
besuchen wollte, kam um 10 Uhr die Meldung, daß sie gestorben sei.
Es
war der Tag des Herz-Jesu-Festes auffallend tröstlich‚ da sie
immer den
Herz-Jesu-Freitag gehalten und mitgestaltet hatte. Seit einiger
Zeit
hörte sie auch nicht mehr gut, was sie aber nicht wahrhaben
wollte. So
wurde sie tot nach Eschbach gebracht und in der Leichenhalle
aufgebahrt. Der Rosenkranz war dann hier und in St.Märgen für sie.
Wir
glaubten, in ihrem Sinne zu handeln, daß wir sie im Schatten der
Heimatkirche begraben haben. Die Teilnahme am Begräbnis auch von
hier
war recht groß besonders auch von der Pfarrei Wahlwies. Am Grabe
sprach
für die Haushälterinnen Frau Goethe. Dekan Litterst sprach beim
Gottesdienst in der Kirche Worte, wie sie selten für eine Frau in
der
Kirche gesprochen werden können, und von allen als berechtigt
anerkannt
wurden.
Als ich am 5. Juli ihre Sachen in Föhrenbach holte, merkte ich,
wie gut
sie vorgesorgt und an eine Heimkehr gedacht hatte; Gott hat ihr
den
anderen Weg in die bessere Heimat bestimmt - fiat voluntas
tua!
Was ihr Wirken praktisch bedeutete: In meiner Seelsorge hat sie
durch
ihr kluges und beherrschtes Verhalten besonders an der
Pfarrhaustüre
viel geholfen, ihr Gedächtnis war zugleich ein Gutteil für die
Seelsorge da. Im brüderlich-schwesterlichen Verhältnis gab es nur
wenig
Meinungsverschiedenheiten. Durch ihre Mitgliedschaft beim
Kirchenchor
in Schluchsee und Wahlwies hatte sie guten Kontakt zu den Aktiven
in
der Pfarrei. Oberlehrer Lust betonte beim Abschied in Schluchsee
besonders, daß es nie Pfarrhaustratsch gegeben habe. Daß wir in
den
großen Pfarrhäusern, dann immer auch Mieter d.h. "Hausleute"
hatten‚
tat dem Persönlichen keinen Abbruch, förderte ihn im Gegenteil
recht
gut. In Schluchsee hat sie besonderen Anteil am Kapellenbau in
Faulenfürst, wo die Altardecke von ihr gestickt ist, in Blasiwald
der
Kelch mit dem Ehering ihrer Mutter als Kreuz, in Fischbach
sonstige
Ausstattungsteile zusammen mit Stefanie Baier. In Wahlwies ist ihr
das
Rosenkranzgebet in der Leonhardskapelle eine Freude geworden und
dessen
feste Form ist bis heute geblieben. Auch in Eschbach - Pfarrhaus
an die
Kirche angebaut; gelang sogar der tägliche Rosenkranz der
Pfarrhausfamilie. Als Vorbeterin beim Totenrosenkranz und als
Vorsängerin in der Frühmesse waren ihr die Einheimischen besonders
die
Alteschbacher besonders dankbar. Teilnahme am Kirchenchor war hier
nichtmehr möglich z.T. auch wegen der Schwierigkeiten im Chor und
ihrer
Beanspruchung auf dem Hof daheim. Es ist schade, daß wir die
ungesunde
Lage ihres Schlafzimmers und den Standplatz des Bettes zu spät
merkten.
Der weite Weg von 52 m vom Schlafzimmer zum Abort vor der Glastür
und
die Kälte dort wurden auch vom Arzt getadelt, waren von mir schon
1968
beanstandet gewesen, besonders auch wegen der Nierenkrankheit. Ein
Sturz über die blöde Schwelle zum Seitenbau hat ihr dann in der
Endkrankheit noch sehr geschadet; andererseits liebte sie die Nähe
zur
Kirche und zum Allerheiligsten.
Als ein Zeichen des Trostes sehe ich es auch an, daß das Mariele
Dorrmann in der Nacht vor ihrem Tode im Traum sie gesund vor sich
sah
und die ihr so vertraute Schwester Alexia in Luxemburg (aus
Wahlwies
stammend) sie ihren Namen rufen hörte.
Sicher hat meine gute Mutter einen Anteil am harmonischen
Verhältnis
und der langen Hilfe, da ihr eine gute Haushälterin für mich ein
großes
Anliegen war. Ebenso das Gebet der alten "Gotte" im Sattlerhäusle.
Dankbar gegen den Herrgott darf auch erwähnt sein, daß wir
gemeinsam
manch schöne Ferien und Wallfahrten machen konnten.
Zum Schluß sei das Gedicht des guten Nachbarn hier: K. Theodor
Willmann angeführt:
Für Rosalia ...... 26. Juni 1982:
Was tönt die Glocke ungewöhnlicher Morgenstunde?
Wie deutlich spricht sie helle Kunde wie von versöhnter
Lichterfüllung,
von eines stillen Lebensweges edlem Sinne,
der sich erfüllen will verschönt ?
Wo tönt in weite Morgenrunde der Botschaft tröstliche Enthüllung
hin?
"Ich bin durch meines Heiland Christi Tod
im frühen Morgenrot, da er uns auferstand,
den Pfad geschritten, den Magdalena fand
- nachdem ich ausgelitten.."
Bester Trost des guten Nachbarn!
Rückseite:
Unserem verehrten lieben Nachbarn, Herrn Pfarrer J. Hog in
herzlicher Traueranteilnahme von K. Theodor und Inge
Willmann.
Das Wort: „Pfarrhaushälterin" liest man nicht oft auf Grabsteinen.
Das kleine Symbol auf dem Stein bedeutet: die Tugenden, die die
Verstorbene erstrebt und zu leben suchte:
Glaube‚ Hoffnung‚ Liebe
Starkmut, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Treue,
die 3 göttlichen und die 4 Kardinaltugenden!
Zur
Ortsgeschichte Eschbach, 1982
Das Lindenderger-Muttergotteswallfahrtsbild in Eschbacn.
Das in der Eschdacher Kirche stehende Lindenberger
wallfahrtsbild hat nach meinen Kenntnissen etwar folgende
Geschichte durchgemacht: Nach den Ereignissen auf dem Lindenberg
1490 - 1510 wurde in der Kapelle auch ein Muttergottesbid
aufgestellt, von dessen Gestalt und Kunstart wir nichts
wissen. Um 1700 iieß der Abt von St.Peter auf Bitten der
Ibentäler Bauern ein Wallfahrtsbild anfertigen. Einen besonders
hervorragenden Künstler hatte man nicht. So ist das Bild
in der Art des sog. "Bauernbarock" (Dr. Ginter) hergestellt. Die
ursprünglich hohe Stirn gefiel den Herrn bald nicht mehr, so
wurde durch einen Gipsansatz die Stirn niedriger gemacht. Das
Bild bekam auch ein Tuchkleid (wie St.Märgen, Einsideln,
Altötting usw.) Dafür wurden Stiftungen gemacht, worüber im
Archiv Belege da sind. Um 1750 bekam es vom Abt Steyrer diese
schöne Ausstattung mit Zepter und Krone. Nach Abbruch des
Lindenberg (siehe Göserbilder im Pfarrhaus!) blieben diese
Kleider. Das Bild war auf dem Hochaltar über dem
Aussetzungsthron. Daher dle Konstruktion dieses Bereiches durch
Math. Faller. Bei den Restaurierungen kannte man z.T. wenig
Rücksicht,
Beim
Staatl. Hochbauamt war man 1967 froh, daß kein Geistlicher da
war, der "hineinredet". Arch. Franz Bitsch hatte jedoch
viel Kunstverständnis und fand, das die auf dem .Kirchenspeicher
liegende Tragmadonna eine bessere Form habe und ließ diese
restaurieren. Das alte Wallfahrtsbild stellte er in eine Kammer
des Pfarrhauses. Dort traf ich sie an. Schwester Salesia, die in
dieser Zeit das Pfarrhaus besorgte, hatte auch ihre eigene
Vorstellungen und Wünsche und wollte zunächst eine ganz neue Sakristeieinrichtung
beschaffen. Am "alten Zeug" hatte man wenig Freude.
Zur
Gabler ließ ich, da ich gerade auf l.V. hier angewiesen war, das
Lindenberger Bild auf den Maialtar links aufstellen. Beim
Abräumen gab man nicht gut acht und das Bild erlebte einen
Sturz, glücklicherweise auf den Teppich, so daß der Schaden
nicht sehr groß war. Im Juni bekam das Bild dann seinen Platz
rechts vor dem Seitenaltar und damit in Richtung Lindenberg.
Gerne gingen wir Pfarrhausleute dorthin zum tägl. Rosenkranz und
die Vorsängerin und Beterin Rosalia Wehrle erfreute sich
dieses Dienstes. So kam dann der Kerzenständer auch dazu.
Großbetrieb mit Kerzenopfern und Bechern wollte ich nicht
fördern, da dadurch die Kirchen - siehe Lindenberg und St.Märgen
- bald stark verrust sind. Zudem ist ja hier kein Zulauf zum
Bild. Die Wallfahrt ist auch für die Eschbacher nicht an das
Bild, sondern an den Ort, Lindenberg, gebunden. Nach dem Tod von
R.W. blieb wenigsten der Rosenkranz, am Samstag um 5 Uhr, sonst
ist halt der alte Pfarrer abends dann der einzige Beter, wenn er
nochmals nach der Kirche schaut.
Zur
Pfarrchronik 1984 Umbau des Pfarrhauses.
Der Verzicht auf die Pfarrei Eschbach wurde mir nahe gelegt, um
so den Weg für eine gründliche Pfarrhausrestaurierung vor allem
den Einbau einer gediegenen Zentralheizung möglich zu machen;
denn nach bestehendem Rechtsbrauch ist der baupflichtige Staat
verpfiichtet, in diesem Haus die Wohnung für den Pfarrer instand
zu halten. Kommt kein Pfarrer ins Haus, hat der Staat keine
Baupflicht. Das Haus könnte zerfallen. Ein Grundübel dieses
Hauses war neben der schlechten Stellung zur Sonne (die
Wohraumfeunster alle nach Nordwesten!) - Es de nur selten jemand
in den 190 Jahren gesund aus diesen Haus herausgegangen, fast
ailie tot oder krank. Zur Not habe ich bis 1981
durchgehalten.
Für
die Erneuerungsarbeiten war Grundbedingung, daß außer Büro und
Sakristei das Haus ganz geräumt wird. Diese Forderung wurde
rigoros durchgesetzt. So mußte alles, was sich seit 1790 im Haus
angesammelt hatte, herausgeschafft werden, leider wurden auch
wertvolle Dinge auf den Müll geworfen. Beteiligte haben auch
gründlich für sich herausgeholt, was sie brauchen konnten.
Glücklicherweise hatte ich die wertvolle Bibliothek von Pfarrer
Gustenhofer einmal durchgeschaut und die besten Sachen der Abtei
Beuron gegeben (1972). Ich hatte geglaubt, daß der Raum über dem
Gastflügei (Speicher) sicher sein würde. Auch dort drang
man ein und warf alles hinaus. Nur mit Mühe konnte die sehr
wertvolle Stiftungskiste von 1809 gerettet werden. Der
interessante Hintergrund des Lindenberger Wallfahrtsbildes, als
es noch auf dem Hochaltar war, landete auch auf dem Müll.
Für
das Haus ist nun eine ganz andere Grundeinteilung vorgesehen; im
Erdgeschoß nur Pfarrdiensträume, auch für die Jugend. Im
Obergeschoß Wohnung des Pfarrers. Er wird also auch wieder
allein im Haus sein, besonders die Haushälterin allein, wenn der
Pfarrer dienstlich weg ist. Das ist für die Diebe die günstige
Gelegenheit. Zu meiner Zeit war nach einer Besprechung mit der
Polizei genau vereinbart, wie man sich verhält, und daß man
möglichst dafür sorgt, daß noch jemand im Hause wohnt. So hatten
es meine Vorgänger und waren mit den "Hausleuten" in guter
Hausgemeinschaft sehr glücklich und geborgen, zuletzt ich mit
der Fam. Krone /Slomski. Meine Stiftungsräte beim Einzug rieten
mir dazu, und es ging gut. Pfege und Nutzung des schönen Gartens
machten viel Freude und schenkten Gesundheit und Ertrag der
Arbeit (Das ganze Kern-und Beerenobst brachte so viel
Ertrag, daß man vom Überflusse hergeben konnte. Bei der Übergabe
waren 3/4 aller Bäume im besten Alter.
Bes.
beachtenswert ist die Zweckveränderung des an die Chorwand der
Kirche angrenzenden Gastzimmers. Das Wandgemälde in der Kirche
ist auf die Zweckbestimmung hin dort angebracht worden: Mariä
Heimsuchung - Gastbesucht der Gottesmutter -. Meine Haushälterin
Rosalia W. war auch sehr gern dort, auch wegen der Nähe der
Kirche. Stand dort die Türe offen, dann hörte man jedes Geräusch
in der Kirche. Die früher gefürchtete Geisterei konnte leicht
abgestellt werden, da die Türe zur Kirche hin ohne Futter auf
das Steingewänd angeschlage ist. Dort eine Isolierung angebracht
und unten die Kellerläden festgestellt, beseitigte die
Geisterei. Alllerdings ist in diesem Raum einer der stärksten
Punkte der Erdstrahlung.
Wenn
dieser Raum nun Bad und Klo aufnehmen soll, so ist dieser
Umstand unherheblich. Diese Zweckveränderung bringt auch
Veränderungen in der Sakristei mit sich, da Zu- und Ableitungen
angebracht werden müssen.
Es
ist auch anzumerken, daß ich schon vor meinem Einzug in Eschbach
bei Herren Bitsch den Antrag stellte, daß das Schlafzimmer des
Pfarrers und der Haushälterin einen Wasseranschluß bekomme; auch
sei Wasseranschluß in der Sakristei erwünscht. Bitsch meinte,
das sei verständlich, er müsse aber bemerken, daß Wasseranschluß
auch Abwasseranschluß erfordere, und das sei in diesem Falle
sehr schwierig, z.Z. unmöglich. Dieses Problem wird auch jetzt
nicht leicht sein. Eine totale Veränderung der
Sakristeieinteilung, neue Schränke und Ankleidetisch, sind schon
erwünscht. Allerdings wird dann das Erbe des Lindenberg
auch wesentlich verändert. Man muß immer bedenken, welche
Zumutung es war, daß die kranke R.W. einen so weiten und
kalten Weg auf die Toilette hatte. Dr. Thies hat diesen Umstand
auch sehr beanstandet und mir geraten: "Schauen Sie, daß Sie
bald aus diesem kranken Haus herauskommen".
Zu
beachten ist auch, daß Stellen mit Wasseradernkreuzungen sehr
von Blitzschlag bedroht sind. In die Scheuer des Hummelhofes
schlug 1939 der Blitz. Blitzableiter sind so gut wie ihre
Erdung; Auffangstangen sind nicht nötig. Früher glaubte man das
und hat sie, um Oxydation zu vermeiden sogar vergoldet. Eine
solche Spitze ist im Pfarrarchivtressor. Die Herren vom
Hochbauamt wissen das und sind scharf darauf ! J.H.