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Inhaltsverzeichnis
Primizen in Eschbach
beschrieben von Josef Hog
Pfarrer in Eschbach
1968-1987
Pater Leo‚ seit menschengedenken der einzige
Priester aus Eschbach, Sohn des Heinihofes mit Namen Leo. Er war
das 6. von l2 Kindern. Eine ältere Schwester war Zisterzienserin.
Leo studierte zuerst in Freiburg‚ Knabenseminar und B.G. dann ging
er nach Mehrerau, 30. Juni 1933 zum Priester geweiht, an Jakobi
1933 hier Heimatprimiz‚ zugleich Ortsjubiläum von Pfr. Mattes.
Theologe Joseph Hog aus St. Märgen war mit seinem
Heimatpfarrer Siebold dabei. Als Ordensmann war P. Hugo in
Verwaltung und Seelsorge tätig‚ zuletzt in Birnau, wo er Glocken
beschaffte und Maurach erneuerte. Als Birnau von den NS
geschlossen wurde‚kam P. Leo zu den Soldaten. Als Pion. in der
Knielinger Kaserne traf er den damaligen Kaplan Hog in S. Stefan
Karlsruhe. P. Hugo starb den Soldatentod am 5.12.41 in Rußland.
Gedenktafel ist für ihn auf dem Elterngrab hier. Josef Hog.
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Seit Menschgedenken sei hier keine
Primiz gewesen, schreibt Pfr. Mattes in seiner Chronik.
1933 erlebte ich als Theologe hier die
Primiz von P. Leo Salenbacher,
P. Hugo vom Cist. Orden.
Leo war mit mir auf dem Knabenseminar Schanzenbach, kam aber nicht
gut
mit und zudem hatte man in Freiburg "zu viele" Theologen und
wählte
sehr nach Zeugnisnoten (Abitur mind. zw. 2 und 3) So ging P. Hugo
nach
Mehrerau zu den Cisterziensern. Als Pater betreute er dann die
Wallfahrt in Birnau. Diese wurde vom Staat geschlossen. P. Hugo
kam zu
den Soldaten, war dann bei der Artillerie in Karlsruhe Knielingen.
Als
armer schmächtiger Lanzer besuchte er mich im Pfarrhaus St.Stefan
in
Karlsruhe; ich erkannte ihn nicht gleich: "ich bin doch der Leo
salenbacher". So zog er als Artillerist im 1. Kriegswinter nach
Rußland. Bei einem tapferen Stellunghalten, als die anderen
abhauen
wollten, blieb er und fiel. gefallen 3.12.1941. Auf dem Friedhof
hier
sollte man dieses "Priestergrab" nicht übersehen.
Im Krieg wohnte unter den vielen Leuten im Pfarrhaus im Zimmer
neben
der Kirche, 2. St. Frau Kleinwegen mit ihrem Sohn Heinrich. Er war
Theologe, wurde Priester, allerdings im Krieg krank, kam dann
zurück
und war in Karlsruhe Krankenhauspfarrer im Neuen Vinz. Als es ihm
dort
besser ging, meldete er sich als Pfarrer nach Daxlanden.
Die "Daxen" gelten zwar bei den Hochkarlsruhern als minder, sind
aber
sehr gute Leute. Ich war mit Freuden dort 194? Vikar,
vertretungsweise
für einen anderen, der nicht hin ging, wofür ich vom Ordinariat
eine
Rüge bekam. Prälat Rüde war mir dafür sehr dankbar.
Herr Kleinwesen war in Daxlanden sehr glücklich. Leider
verbesserte
sich seine Gesundheit nicht. Am 13. Februar 74 ist er dort
gestorben.
Die Angehörigen wollten ihn in die Heimat holen, dabei auch die
Mutter
von hier mitübertragen. Die Daxländer gaben ihn nicht heraus. Auf
dem
Daxländer Friedhof ist er begraben und das Grab seiner Mutter ist
z.Z.
noch hier.
Primiz von H.H. Albert Walter aus
Stegen in Eschbach am 30. Oktober 1949
Die Primiz von Albert Walter ist die zweite Primiz in Eschbach
seit
Bestehen der Pfarrei, freilich eine Primiz aus der Filiale. Zu
bemerken
ist, daß die Familie der Grafen von Kagenegg Stegen, die ja auch
zur
Pfarrei gehörten über ein duzend Priester hervorgebracht hat,
wovon
aber keiner in Eschbach primizirte. Diese Primizen waren jeweils
in der
Kapelle Weiler-Stegen.
Die Primiz von P. Hugo Salenbacher‚ Heinihof, war 1949 noch in
guter
Erinnerung. Pfarrer Wiederkehr hatte alles getan, um auch in
seiner
Zeit Priesterberufe zu wecken und zu fördern. Er hatte zwar nicht
entscheidenden Anteil am Beruf von Walter, freute sich aber doch
auf
das Fest dieses seines ehemaligen Pfarrkindes. Walter stammt
von
einem der bedeutendsten Bauernhöfe von Stegen, gegenüber dem
"Hirschen", seine Schwester ist die jetzt alte Peterhofbäuerin,
Frau
Läufer, ihr Mann damals Bürgermeister von Eschbach. Walter wurde
nach
seiner Kaplanszeit Pfarrer von Reiselfingen auf der Baar‚ wozu
auch die
Pfarrei Göschweiler gehört. Auf dieser seiner ersten Pfarrstelle
ist er
heute noch. Walter ist 1914 geboren, mußte nach dem Abitur bald zu
den
Soldaten, wurde in Rußland verwundet und kam so bald nach dem
Zusammenbruch aus der russischen Gefangenschaft heim und konnte
dann
sein Studium beenden. Am 23.10.1949 wurde er zum Priester geweiht.
In Eschbach war es die Zeit, als Pfarrer Kieser schon in
Rottenmünster
hoffnungslos krank war und die Pfarrei von Stegen aus versorgt
wurde.
P. Friedrich Schoppmann von Stegen hat sich damals sehr gediegen
um
Eschbach angenommen, er wohnte im Pfarrhaus in Eschbach und wurde
vom
Haushalt Kieser /Auerbach versorgt. Vorbereitungen der Primiz
wurden
zugleich von Wiederkehr von Hegne aus durchgeführt. Walter wohnte
dort
bis zur Primiz‚ Wiederkehr hielt die Primizpredigt.
Feierliche Abholung des Prinizianten war vom Peterbauernhof aus,
der seinen großen Tag hatte.
Ein Foto der Feier zeigt u.a. folgende Teilnehmer:
Primiziant Walter, damals schon etwas gezeichnet durch die Leiden
als Soldat und Gefangener.
Festprediger Pfarrer Wiederkehr damals Spiritual von Hegne.
Diakon; P. Schoppmann‚ Subdiakon: Karl Kleinwegen, der als Student
mit
seinen Eltern am Kriegsende in Eschbach im Pfarrhaus gewohnt
hatte,
jetzt Stadtpfarrer in Karlsruhe Daxlanden. Weiter war dabei P.
Rektor
von Stegen. Primizbräutchen war die drei Töchter der Peterbäuerin,
jetzt Frau Hensler, Frau Ketterer, Stegen und Frau Weber
Weilersbach.
Ministraten waren: Läufer Hermann, Bruder des jetzigen
Peterbauern.
Oberministrant war Arnold Scherer, Sohn des Otto Scherer jetzt aus
der
Kirche ausgetreten und Zeuge Jehova. Altarminstranten waren: Vom
Maierhof: Franz Maier und vom Bachmaurer Otto Scherer: Josef
Scherer
jetzt Maurermeister. Die Bilder zeigen noch ganz Eschbach von
einst:
Trachten‚ Jungfrauenkongregation mit Kränzen und Band usw.
Oberlehrer Wörner, damals in besten Jahren, hatte auch
wesentlichen Anteil an der Festgestaltung.
J.H.