Chronik
zum 50 jährigen Jubiläum der
Freiwilligen Feuerwehr Stegen
Zum 25-jährigen Jubiläumsfest ist noch folgende Tatsache
nachzutragen: Für die Feuerwehrleute sollten neue Röcke
angeschafft werden. Da es die Gemeinde abgelehnt hatte, die
Kosten zu tragen, wurde in der Feuerwehr beschlossen, daß
jeder Feuerwehrmann die Kosten selbst zu tragen habe.
Da für die Reparatur der Motorspritze kaum noch Ersatzteile zu
erhalten waren, entschloß sich der Bürgermeister und der
Gemeinderat im Dezember 1954 eine neue Motorspritze „TS 8°
anzuschaffen. Die „TS 8“ hatte eine Förderleistung von 800
Liter in der Minute. Durch diese dringend notwendige
Anschaffung war die Wehr ihren Anforderungen nun wieder
gewachsen. Von 1954 an nahmen Gruppen der Feuerwehr vermehrt
an Wettkämpfen teil. So konnte eine Kampfgruppe mit
Gruppenführer Karl Mäder sen. am 28.8.1954 in Ihringen
den 1. Platz belegen.
In der Generalversammlung am 17.3.1956 mußte für den
bisherigen Kommandanten und Mitbegründer der Wehr, Bürgermeister
Kreutz, ein Nachfolger gefunden werden. Die Wahl fiel
auf den bisherigen
1936 wird als das Jahr der Neuorganisation der Feuerwehr und
deren Eingliederung in die Polizei gekennzeichnet. Ob diese
Entwicklung in Zusammenhang mit dem nachlassenden
Pflichtbewußtsein der Feuerwehrleute steht, mag der Chronist
nicht zu beurteilen. Jedenfalls sah sich Kommandant Kreutz
veranlaßt, am 10.2.1938 Bürgermeister Metzger mitzuteilen, daß
zu einem Nachtalarm nur 11 Feuerwehrleute erschienen sind,
obwohl der Feuerwehr 30 Mann angehörten.
Die noch vorhandenen Aufzeichnungen über die Wehr in den
Kriegs- und Nachkriegsjahren sind recht lückenhaft. Der Zweite
Weltkrieg riß in den Mannschaftsbestand zahlreiche Lücken. Von
1940 bis 1945 war Otto Andris Wehrführer, sein
Stellvertreter Max Rebmann. Am 7. 9. 1945 wurde Max
Rebmann zum kommissarischen Führer der Wehr bestimmt. Die
Männer unserer Wehr leisteten in diesen Jahren sicherlich
viel. Leider können diese Leistungen im einzelnen nicht mehr
gewürdigt werden.
1948 war es wieder August Kreutz, der die Feuerwehr
Stegen neu formierte. Emil Metzger wurde 1948
stellvertretender Feuerwehrkommandant. Leider sind bis zum
Jahre 1952 keine schriftlichen Aufzeichnungen mehr vorhanden,
so daß die Aufbauarbeit nach dem Kriege nur einen kleinen
Platz in dieser Chronik einnimmt. In dieser Zeit nahmen einige
Wehrmänner an Lehrgängen in der Feuerwehrschule in
Freiburg-Günterstal teil.
Die Berichte über die Generalversammlungen der Jahre 1952 und
1953 beschreiben die wieder gefestigte Kameradschaft in der
Wehr und die zahlreichen Übungen.
Mit viel Engagement bereiteten die Feuerwehrleute das
25-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Stegen, das an
Pfingsten 1954 gefeiert werden konnte, vor. Am 6. Juni, nach
einer arbeitsreichen Woche auf der Festwiese beim Hirschen,
verkündeten am Abend des Pfingstsonntags Böllerschüsse den
Beginn der Feier des 25-jährigen Bestehens und der Fahnenweihe
der Freiwilligen Feuerwehr Stegen, so ist die Festeröffnung im
Schriftführerbuch festgehalten. Die Bevölkerung hatte alles
getan, um zum Gelingen des Festes beizutragen. Tannengrün,
Fahnen und Wimpel schmückten die Häuser. Triumpfbogen waren
über die Straßen gespannt. Im Festgottesdienst am
Pfingstmontag wurde die neue Feuerwehrfahne geweiht.
Kommandant Kreutz ehrte anschließend die Toten und Gefallenen
der Wehr. Mit einer Angriffs- und Alarmübung demonstrierte die
Wehr unter Truppführer Mäder ihre Schlagfertigkeit. Der
Höhepunkt des Jubiläums bildete der große Festzug durch die
geschmückten Straßen, der von den Festreitern angeführt wurde.
25 auswärtige Wehren, die Musikkapellen aus Kirchzarten,
Eschbach und Wittental und der Radfahrverein „Wald-Heil“
Stegen bildeten den Festzug. Anschließend $wurde Kommandant
Kreutz mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
Durch diese Anschaffung wurde die Schlagfertigkeit der Wehr
entschieden verbessert.
In den Jahren 1932/33 bildete sich ein Spielmannszug in der
Freiwilligen Feuerwehr Stegen. Lehrmeister der
„Feuerwehrmusiker" war der Dirigent der Wittentäler
Musikkapelle, Karl Willmann aus Ebnet. Geübt wurde beim
damaligen Kommandanten August Kreutz. Otto Andris trat als
„Tambur-Major“ (Dirigent) auf. Dem Spielmannszug gehörten die
Pfeifer Hermann Karner, Mitinitiator Hermann Mäaer, Pius
Rebmann, Karl Rombach (Doblerhof) und Stefan Rombach an. Als
Trommler waren Karl Rebmann, Stefan Rombach (Doblerhof) und
Theodor Rombach aktiv. Bei Feuerwehrfesten und sonstigen
Anlässen trat nunmehr die Feuerwehr immer mit ihrem
Spielmannszug auf. Mit dem Einbruch des Zweiten Weltkrieges im
Jahre 1939 endete jedoch die noch junge Geschichte des
Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Stegen.
Die damalige Zeit machte jedoch auch bei den Feuerwehren nicht
Halt. So wird ab 1934 das Fußexerzieren zur Pflicht gemacht.
Allerdings ließ die Teilnahme an diesem „Exerzierdienst“ zu
wünschen übrig.
Chronik zum 50 jährigen Jubiläum
In den Akten des Gemeindearchives Stegen ist als Gründungstag
der Freiwilligen Feuerwehr Stegen der 16. September 1928
festgehalten. Die Einkleidung der Freiwilligen Feuerwehr
Stegen erfolgte am 6. Januar 1929. Der erste Brandeinsatz war
am 1. März 1929 beim Brand des Fußenhofes in Eschbach.
Offizielle feierte die Freiwillige Feuerwehr Stegen ihre
Gründung am 5. Mai 1929. In den Jahren 1928/1929 tätigte die
Gemeinde Stegen für die damalige Zeit enorme Anschaffungen, um
ihre 32 Mann starke Freiwillige Feuerwehr auszurüsten. So
wurde bereits am 33. Januar 1928 der Firma Karl Metz in
Karlsruhe den Auftrag für die Lieferung einer
Kleinmotorenfeuerlöschspritze Typ MF I, tragund fahrbar, 400
Liter Wasserlieferung pro Minute, gegeben. Die
Motorfeuerspritze kostete 2.750,— RM. Ferner wurden in dem
genannten Zeitraum ein Schlauch- und Transportwagen für 600,—
RM, 200 Meter Schläuche und ein Verteilerstück für 930,— RM
angeschafft. Für die persönliche Ausrüstung der
Feuerwehrmänner mußten 1.721,— RM ausgegeben werden. An
Zuschüssen erhielt die Gemeinde damals 1.550,— RM. An ihrer
persönlichen Ausrüstung mußten die Feuerwehrleute einen Teil
selbst tragen. Zudem fand in der Gemeinde eine Sammlung statt,
die 426,— RM herbrachte.
Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Stegen war August
Kreutz, der bis im Jahre 1940 die Wehr führte. Sein
Stellvertreter war bis 1932 Josef Kromer, danach Otto Andris.
1929 wurden 9 Übungen abgehalten, davon „vier nasse und fünf
trockene“. Die Tätigkeitsberichte des Adjudanten Max Wirbser
kennzeichnen die stetige Aufwärtsentwicklung der Freiwilligen
Feuerwehr Stegen. Bei Übungen und Kursen wurde der
Ausbildungsstand laufend gesteigert. Auch die Kameradschaft
wurde zu damaligen Zeiten schon gepflegt; so unternahm man
1931 einen gemeinsamen Ausflug in den südlichen Schwarzwald.
Um die Schlagkraft der Wehr zu verbessern, wurde 1930 in
Unterbirken ein 30 cbm großer Löschwasserbehälter gebaut.
Zudem wurden weitere 100 m Schlauchmaterial angeschafft. 1933
erhielt die Wehr einen gebrauchten Personenkraftwagen zur
Beförderung der Motorspritze und der zur Bedienung der
Motorspritze nötigen Mannschaft (16/50 PS, sechs Zylinder,
offener Sechssitzer Wagen Marke „Benz“).