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Nöthige
Anmerkungen über des vierten Bandes zweytes Stück |
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S. 549. „Noch etwas von Sanct Peter, ein Gegenstück zum vorigen. “Der sogenannte Lindenberg war ein Wallfahrtsort in der gräflich-kageneggischen Herrschaft Ibenthal, ungefehr vier Stunden von Freyburg und eine Viertelstunde (über eine Halbestunde) von dem Benediktinerkloster Sanct Peter auf dem Schwarzwald gelegen, von welchem letztern auch die Wallfahrt bisher besorgt , und das Geld, das die Wallfahrer für Messen u.d. gl. bezahlten, eingezogen wurde.“ Für eine Messe und den Gang, öfters im Regen und Schnee, wurde nicht mehr eingezogen als 20 Kreutzer. Ein wohl verdientes Stipendium! “Nun erhielt das Kloster durch ein Hofdekret vom 30. Sept. 1786. den Auftrag, eine neue Pfrarrey zu errichten, und derselben das sanctpetrinische Eschbach, das baronsickingische Eschbach u. endlich die gräflich-kageneggische Vogtey Stegen und Weiler, welche bisher sämtlich zur Pfarrey Kirchzarten gehörten, einzuverleiben, die Kapelle auf dem Lindenberg abzutragen, und das wunderthätige Marienbild in die neue Pfarrkirche zu übersetzen. Diesem Befehl zufolge ist die Kapelle eingerissen worden.“ Diese Einreissung musste auf Kosten des Klosters St.Peter geschehen, nachdem vorher alle Kelche, Glocken, Lichtstöcke, priesterliche Kleider ec. weg, ich weiß nicht wohin, geführet worden. Sobald nun die Kapelle zu Boden lag, weigerte sich der Besitzer einer nächst gelegenen sanctpetrinischen Baurenhofs den Brunn ferner auf den Lindenberg laufen zu lassen, weil einer seiner Vorfahren denselben allein der Mutter Gottes geschenkt hatte. Diesen Streit wollte aber ein gewisser Beamter nur mit wenigen Worten ausmachen, da es sagte: Die Mutter Gottes trinkt kein Wasser. Wie aufklärend ist doch nicht die heutige Philosophie! Seite 550.“ Der Grund zur neuen Pfarrkirche und zum neuen Pfarrhofe wurde gelegt, und mittlerweile das Marienbild nach Sanct Peter gebracht. Auf diese Begebenheit hat ein geistlicher Dichter daselbst – es soll der jetzige Pater Prior seyn!!! Folgendes herzbrechendes Lied verfertigt: Mariä Bild von Lindenberg e.c.“ Vom Hörensagen lügt man gern, ist ein altes Spruchwort. Es ist auch wirklich eine Lüge, dass der gelehrte P. Prior zu St.Peter dieses Lied gemacht hat!!! Vielweniger ist solches Lied daselbt jemals gesungen worden. S. 552 „Ohne Zweifel trägt die heil. Maria vom Lindenberg grosses Belieben an dem schönen Liedlein, und wird daher auch aud Dankbarkeit geruhen, das Mirakelwirken in der neuen Pfarrkirche fortzusetzen, und den hochwürdigen Herren in Sanct Peter manchen Haasen, ut ajunt, in die Küche jagen.“ Diese Haasen werden sehr rar und mager seyn: weil das Stift St.Peter von dieser neuen Pfarre nichts als Mühe, Arbeit und sehr beträchtliche Unkosten hat. Vielleicht haben andere, welche diese Pfarrkirche näher bey sich zu haben wünschten, mehrer und fettere Haasen für ihre Küchen gehoffet; welche man ihnen auch wohl hätte gönnen mögen, wenn sie nur zugleich die damit verknüpften Unkosten hätten übernehmen wollen. Ebenda. „Die Gemeinden – so sagt man- haben zwar einhällig einen Platz uf den sogenannten Reckenhofmatten, gräflich-kageneggischer Herrschaft vorgeschlagen, der im Mittelpuncte des Pfarrbezirkes gelegen, und von der bischöfflichen sowohl als landständischen Commißion als der bequemste und schicklichste anerkannt worden sey.“ Daß nicht dieser, sondern der Ort, wo jetzt die Pfarrkirche steht, der Mittelpunkt der neuerrichteten Pfarre sey, hat die wohl-löbliche Regierungskommission selbst eingesehen, und dieses kann geometrisch bewiesen werden. Ebenda. „Nichts destoweniger hat der Abt von Sanct Peter es dahin zu bringen gewusst, dass nun die Kirche schlechterdings in seiner Herrschaft (dem sanctpertinischen Eschbach) erbauet werden muß.“ Ja, aber nur aus eben erwähnter Ursache. S 553. „Dagegen murren die Bauern (vielleicht nicht Unrecht1) und sagen: Da sieht man´s, wie die Pfaffen nur auf ihren Nutzen sehen, und sich wenig um andere Leute kümmern!“ Wie kann man doch mit Vernuft und Wahrheit sagen, dass das Stift in St. Peter in Ansehung dieser neuerrichteten und allein auf allerhöchsten Befehl übernommenen Pfarre nur auf seinen Nutz sehe? Es muß mit überaus großen Unkosten nicht nur die Pfarrkirche und das Pfarrhaus erbauen, sondern auch einen Pfarrer und Mithelfer dahin setzen, damit sie gegen tausend Pfarruntergebene, deren großer Theil auf hohen Gebirgen wohnet, besorgen. Was haben aber diese Seelensorger für ein Einkommen? Den großen und kleinen Zehend beziehen wie bisher die vorigen Zehendherren, ohne dass sie zum Unterhalte der neuern Seelsorger auch nur das geringste beytragen. Sie haben kein handbreites Widumguth. Die ohne das geringen?????????????Stölgebühren müssen sie dem vorigen Pfarrer, so lange er lebt, ausliefern. Die willkürlichen Opfer und Messstipendien sind nicht hinreichend, die zum Gottesdienste nöthigen Unkosten zu bestreiten. Das Kloster muß sie also vollkommen aus seinen uralten Stiftungsgefällen erhalten, und noch dazu die Pfarrkirche mit Kelchen und allen anderen Nothwendigkeiten versehen. Wo ist nun der eigene zeitliche Nutz, den das Stift St.Peter, von dieser ihm anvertrauten neuen Pfarre suchen kann? Was das Wort Pfaff anbelanget, ist hievon schon anderswo gehandelt |