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Weitere Erinnerungen an Eschbach von Pfarrer Hog

NS Zeit 1933-45

In der geistigen Opposition der damaligen Zeit suchte man auch Hilfe bei den Geistesmänner der Vergangenheit. Professor Engelbert Krebs trug uns eines Tages im Pfarrhaus in St.Märgen auswendig das Gedicht Die öffentlichen Verleumder von Gottfried Keller aus der Gedichtsammlung " Pandora" vor

Ein Ungeziefer ruht
In Staub und trocknem Schlamme
Verborgen, wie die Flamme
In leichter Asche tut.
Ein Regen, Windeshauch
Erweckt das schlimme Leben,
Und aus dem Nichts erheben
Sich Seuchen, Glut und Rauch.

Aus dunkler Höhle fährt
Ein Sch
ächer, um zu schweifen;
Nach Beuteln m
öcht' er greifen
Und findet bessern Wert:
Er findet einen Streit
Um nichts, ein irres Wissen,
Ein Banner, das zerrissen,
Ein Volk in Bl
ödigkeit.

Er findet, wo er geht,
Die Leere d
ürft'ger Zeiten,
Da kann er schamlos schreiten,
Nun wird er ein Prophet;
Auf einen Kehricht stellt
Er seine Schelmenf
üsse
Und zischelt seine Gr
üsse
In die verbl
üffte Welt

Gehüllt in Niedertracht
Gleichwie in einer Wolke.
Ein L
ügner vor dem Volke,
Ragt bald er gross an Macht
Mit seiner Helfer Zahl,
Die hoch und niedrig stehend,
Gelegenheit ersp
ähend,
Sich bieten seiner Wahl.

Sie teilen aus sein Wort,
Wie einst die Gottesboten
Getan mit den f
ünf Broten,
Das klecket fort und fort!
Erst log allein der Hund,
Nun l
ügen ihrer tausend;
Und wie ein Sturm erbrausend,
So wuchert jetzt sein Pfund.

Wenn einstmals diese Not
Lang wie ein Eis gebrochen,
Dann wird davon gesprochen,
Wie von dem schwarzen Tod;
Und einen Strohmann baun
Die Kinder auf der Heide,
Zu brennen Lust aus Leide
Und Licht aus altem Graun
.

Der Text war von mir zeitweise in der Kirche versteckt, wurde aber oft hervorgeholt in Pforzheim und besonders in Karlsruhe unter Freunden vorgelesen.

Die Leute der Kunst waren auch zahlreich bei der heimlichen Opposition, so auch beim Staatstheater Karlsruhe. Als die Partei zur Befreiung des Elsaß aus französischer Herrschaft eine Aufführung nahe legte, nahm man Schillers: Wilhelm Tell! Der Geßler als böser Landvogt war genau wie ein SS Mann angezogen, nur anstelle der Mütze einen Helm. Bei der Stelle: 4. Akt 3. Szene

Ein allzu milder Herrscher...die Zungen sind noch frei, es ist noch nicht ganz, wie es soll gebändigt......Den kecken Geist der Freiheit will ich beugen...

an dieser Stelle machte er Pause, die Leute klatschten! 1942 spielte man den: Evangelimann von Kienzel. Damals waren schon viele im Gefängnis, auch in Karlsruhe. Die Oper musste oft wiederholt werden. Besonders bei der Stelle: Selig sind die Verfolgung leiden und der Gerechtigkeit willen gab es viel Beifall und Wiederholung!