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Franz Kern
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Auszug
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Neubau und künstlerische Ausstattung Klostergebäude
Fast alle Klöster setzten im 18. Jahrhundert ihren Stolz darein, alte Gebäude durch neue zu ersetzen. Eine Epoche religiöser und geistiger Hochblüte im Orden des hl. Benedikt war angebrochen. Auch Abt Steyrer ließ sich vom Geistesflug des frohen Barockschaffens erfassen und ließ noch während der Vollendung der Bibliothek den Neubau der gesamten Klostergebäude beschließen. Nachdem in der Kapitelsitzung vom 11. Februar 1752 Architekt Johannes Willam und der Abt Pläne und Modelle vorgestellt hatten, stellte sich das gesamte Mönchskapitel dahinter. So konnten im Frühjahr 1752 die Neubauarbeiten ihren Anfang nehmen. Von den Untertanen wurde im Frondienst in den Allmendwäldern vom Rohr, Ibental und Eschbach das nötige Bauholz gefällt und Kalk aus der Wiehre bei Freiburg herbeigefahren. Zunächst wurde der ganze Südtrakt, der wie die übrigen Teile baufällig und schadhaft war, niedergerissen, im Juli bereits der Grundstein gelegt und noch vor Wintereinbruch das Richtfest gefeiert, da die Bregenzer Maurer- und Bauhandwerkerkolonne beste Arbeit leistete, wie der Abt öfters im Tagebuch vermerkt. 1753 wurden die Arbeiten am Längstrakt fortgesetzt und auch die Stiegenhäuser gebaut, obwohl auch in der Propsteikirche zu Sölden dringend gewordene Bauaufgaben wahrgenommen wurden. 1754 ging es um die Weiterführung von Innenarbeiten, um den Bau eines ersten Schulhauses und den Neubau des durch Brand eingeäscherten klostereigenen „Spittelhofes“. Gleichzeitig wurde der Osttrakt abgebrochen und im kommenden Jahr vollendet, ebenso der Nordflügel, so daß 1757 auch die letzten Zellen von Patres und Scholaren bezogen werden konnten.
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Leider hatte
die Lindenberg-Wallfahrtskirche, deren Schönheit auch Abt Michael Fritz in
seinem Tagebuch gerühmt hatte, nur 25 Jahre Bestand. Der Ungeist des
Josephinismus verfügte das Verbot aller über die Pfarrgrenzen hinausführenden
Wallfahrten und den Abbruch der Lindenbergkapelle und auch den Abbruch der
Giersbergkapelle.
Im Regierungsdekret vom 30.12.1786 wurde das Todesurteil über den Lindenberg
gesprochen und dem Kloster der Neubau einer Pfarrkirche mit Pfarrhaus in
Eschbach mit dem brauchbaren Baumaterial auferlegt.
Da man in jenen Tagen nicht wußte, ob und wann auch die endgültige Aufhebung des
Klosters eintrete und die Habsburger- Monarchie „ewigen Bestand“ versprach, wenn
das Dekret ausgeführt würde, gab der inzwischen 72 Jahre alt gewordene Abt seine
Einwilligung. Das Vermögen der Lindenbergkapelle wurde daraufhin teilweise nach
Freiburg abgeliefert, teilweise in einem Ibentäler Gasthaus versteigert. Es
erbrachte aber für den Religionsfonds wenig über 2.000 Gulden. Der Abbruch der
neuen Kirche kann als eine Kulturschande bezeichnet werden, ebenso daß der
„ewige Bestand“ für St. Peter nur 25 Jahre dauerte.
Nach
diversen Streitigkeiten mit den Eschbachern konnte der Neubau in Angriff
genommen werden, nachdem auch eine eigene Pfarrgemeinde Eschbach gegründet war.
Am 17. April 1788 erfolgte die Grundsteinlegung für Kirche und Pfarrhaus, wobei
die Namen der 28 st. petrischen Konventualen und des Baumeisters Josef Bilgeri
auf einer Bleiplatte eingraviert wurden, der höchste Bestand, den das
Benediktinerstift je aufwies. Am 29. Juli 1790 wurde der Neffe des Abtes, P.
Franz Steyrer, zum ersten Pfarrer ernannt. Kirche und Pfarrhaus wurden vom Abt
weiträumiger und größer errichtet, als es gefordert war, weil man in St. Peter
aus tragischen Erfahrungen heraus an ein mögliches Ausweichquartier für
Katastrophenzeiten dachte.
Am 8. September
1791, ein Tag vor der Konsekration durch den Konstanzer Weihbischof Wilh. von
Baden, wurde in feierlicher Prozession das erste Gnadenbild des abgebrochenen
Lindenbergheiligtums von St. Peter nach Eschbach getragen, wo es sich bis heute
befindet. Das jetztige Lindenberg-Gnadenbild wurde 1803 in Freiburg
geschnitzt24. Die Kanzel und die von Matthias Faller für den Lindenberg
geschaffenen Altäre sind heute in Eschbach zu finden. Simon Göser, der große
Meister, der sich in St. Peter bestens empfohlen hatte, schuf die zahlreichen
Fresken mit Themen aus dem Marienleben, welche die Eschbacher Pfarrkirche zu
einem Kleinod des Barock machen.
Auch in zwei protestantisch gewordenen Gemeinden begegnen……….
Auszug aus:
Schriften der
Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau Band 19
Unfreiwillige Förderung
Abt Philipp Jakob Steyrer und die Universitätsbibliothek Freiburg i.Br.
Begleitband zur Ausstellung der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg
und der Universitätsbibliothek Freiburg
Herausgegeben von Albert Raffelt
Zweite ergänzte und korrigierte Auflage in digitaler Form
Freiburg i.Br. – Universitätsbibliothek – 2002
Die PDF-Datei mit dem ganzen Buch finden Sie hier